kurzgeschichten in gedichten
 
 
 
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durch ihre spende wächst sie weiter, -
die pflanzenbar, nett und heiter. lesen sie mehr ...

tagebuch fremder welten

 
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tagebuch fremder welten - inhalt


vorwort

moon3

auf der weiten achse der zeit
erleben wir ausschliesslich jetzt, -
bezeugen wir mit sicherheit;
doch viele punkte sind besetzt -
auf der achse der ewigkeit.

jeden parallelen moment
teilen wir mit unbekanntem
in einer 'welt', die man nicht kennt;
ob der theorie der quanten.

oder sind wir mehrfach präsent?
noch wissen wir es leider nicht.
wie man das phänomen auch nennt,
einblick gewährt mancher bericht.

multidimensionalität
hat auch eine priorität.

es mag der pure zufall sein,
dass wir diese schätze fanden;
jedoch hat es mehr den anschein,
dass wir das schicksal verstanden.
 
danksagung

stern des lebens, stern des gebens, -
oh, du grund meiner dankbarkeit
gibst die möglichkeit des strebens
mir bereits seit so langer zeit.

bei den geistern, feen und elfen, -
hier in meiner abhängigkeit
vermag ich nicht dir zu helfen,
doch bin ich zu allem bereit.

 

numapike

wie man ihren schriften entnimmt,
ist sie sich durchaus im klaren,
dass ihr sein genau dort beginnt,
wo andere bereits waren.

sie kannte drei existenzen
in verschiedenen gestalten, -
und versuchte sich in grenzen
an die gebräuche zu halten.

nebenbei ist, was sie schildert
weil schreiben den kummer lindert:
'gewiss doch weiss ich mehr zu sein,
daher mache ich mir sorgen,
ich wäre irgendwo allein
losgelöst älter geworden.'

und recht heiter
heisst es weiter:

'trotz der brennenden steine
konnte uns saurierkröten -
ich bin auch so eine kleine -
die hitze sicher nicht töten.

unsere haut ist resistent, -
wir ernähren uns von flammen;
wenn eines tages nichts mehr brennt,
sterben wir alle zusammen.

ich spaziere über die glut,
zur stelle, an der wir graben; -
wir holen wasser für die brut,
der wir es nach hause tragen.

in dem moment ging ich zum fluss, -
eigentlich so wie jeden tag, -
weil ich die wäsche waschen muss,
welche noch von gestern dort lag.

es war ein nettes erlebnis;
ich lernte jemanden kennen.
abgesehen vom ergebnis
suche ich gründe zu nennen,
warum es denn eben passierte,
dass ich derart redseelig war,
und mich das interessierte;
wie immer, es war wunderbar.

vor mir seh' ich krötenspuren
die ich in diesen stein springe,
und seine weichen strukturen
zu ihrer änderung zwinge.

und ganz genau an diesem ort
bin ich als krötenforscherin;
zwölf sterne von zu hause fort,
wo ich auf spurensuche bin.

ich bin die spuren gesprungen,
um mich dabei zu entdecken;
dabei ist es mir gelungen,
meine neugierde zu wecken.'

 

schadiedas

wir konnten es nicht datieren,
und sehr schwer interpretieren:

'wir erzeugen neue räume,
dort wo es vorher keine gab -
für die existenz der träume,
bei nacht wie am helllichten tag.

mitten in der umlebbarkeit
schaffen wir unsere werke
bereits seit ewig langer zeit,
denn das ist unsere stärke.

raummacher sind immer gefragt,
und der bedarf wird täglich mehr;
es ist auch üblich, dass man sagt,
wer den raum erschafft, bringt zeit her.

in einem raumschiff astronaut,
um die räme zu erkunden
hab' ich mir dazu angeschaut,
und es ganz ok gefunden,
weil man ja doch darauf vertraut,
die dimension abzurunden.

ich möchte wissen vermitteln,
doch wer will schon wissen haben;
ich suche es zu betiteln,
um derart mehr auszusagen.

viele leben properietär,
es mag ihnen gut bekommen;
und genau das schätze ich sehr,
die gewohnheit ausgenommen.

schon seit wirklich vielen jahren
bin ich in dieser dimension,
um täglich neu zu erfahren,
dass alle kräfte der vision
der sprit meines motors waren.'


viele beispiele belegen
gelebte multidimension,
und so schildern wir deswegen
eine weitere situation.

 

neissbörd
vogel

'in seiner letzten konsequenz -
nach vielen millionen jahren -
schaffte leben intelligenz,
um sein ende zu erfahren.

daher musste es so kommen,
der untergang war fulminant.
ich habe bereits vernommen,
das nun kommt, was mir bevorstand.

da ich hier am wasser lebe,
züchte ich geduldig steine,
damit ich sie da ablge,
wo auch immer ich es meine.

steinzüchter brauchen viel geduld;
die hab ich selten gehabt.
daran bin vermutlich ich schuld, -
auch ein problem, dass sich vertagt.

wie der untergang passierte,
war ich tatsächlich angetan.
es war etwa jeder vierte -
stein, der aus meiner sammlung kam.

somit war es hoch an der zeit
dieses leben zu beenden.
eigentlich war ich nicht so weit;
es lag nicht in meinen händen.

hier in der wasserwäscherei
bin ich mehrfach zertifiziert;
als wasserpfleger nebenbei
habe ich die basis studiert.

sandkörner analysieren,
sowie strömungen verteilen,
schaumkronen mumifizieren, -
oder auch im fluss zu verweilen -
liebe ich als Täigkeiten,
um diesen betrieb zu leiten.

ein leben muss ich aufgeben.
mir bleibt keine andere wahl;
wie sich die dinge ergeben,
ist hin und wieder abnormal.

sterben ist sicher nicht so schlimm;
irgendwann muss ich ohnehin
sein, was ich nach dem sterben bin.
und mag sein, es ist ein gewinn.

ich genieße den untergang,
und füge mich diesem schauspiel
mit freude auf den neuanfang;
schon gespannt auf mein neues ziel.

meine steine gedeihen gut;
eines tages sind sie fertig.
die gelassenheit gibt mir mut.
steine sind allgegenwärtig.

steine sind im ganzen weltall;
sie werden ohne mich bleiben.
meine steine am wasserfall
konnte ich am besten leiden.

meine geschriebene notiz
bleibt heute alleine zurück
falls du es liest, es ist kein witz -
ich wünsch' dir vorallem viel glück.


alle diese unterlagen
lagen in der gegend verstreut.
viel zu viel, um sie zu tragen, -
trotzdem hatten wir uns gefreut,
dass wir diesen fund entdeckten.
manches ist seltsam geschrieben,
und es scheint diese versteckten
weisheiten herauszukriegen
sei eine lebensaufgabe;
ignorieren wäre schade.

materie war verschieden,
viel unbekanntes war dabei;
manches war gar nicht geschrieben,
vielmehr eine art malerei.
 

farkenmeind

"was für ein spass sich vorleben
bewusst parallel zu geben!

als gallischer feuerbarde
erhalte ich den guten ton
unserer musikergarde;
und so auch mein beliebter sohn.

ich beobachte die leute
auf meiner fahrt in die fabrik
sonst immer, jedoch nicht heute,
denn ich genieße den ausblick.

ich lernte luftanlagenwart,
doch stellte ich mein leben um;
die heisse luft war mir zu hart,
und ich fragte mich oft warum.

ich sitze auf meinem balkon; -
die sonne strahlt auf meinen bauch.
rund um mich ist grauer beton,
und ein paar bäume gibt es auch.

wenn ich hier auf den knopf drücke,
da am dashboard in der mitte,
spielt der kasten alle stücke.
er hört sogar, wenn ich ihn bitte.

meine zeit als frühpensionist
verbringe ich sehr gemütlich,
und als ewiger optimist
erscheint mir das schicksal üblich.

zyklen sind bereits verstrichen;
heute ging ich auf die strasse,
bin den zombies ausgewichen
als ein teil der breiten masse,
welche sich zum wasser bewegt,
wo die menge bereits tobt,
weil sie soeben live erlebt,
dass ein mann seinen vogel lobt.

plötzlich flog sein vogel zu mir,
und nahm auf meiner schulter platz;
ich wäre in seinem revier
piepste zu mir der kleine matz.

ich bin heute wolkendeuter, -
ein jeder kommt zu mir um rat;
nebenher züchte ich kräter,
weil meine frau mich darum bat.

ich spiele einfache lieder;
die meisten sind für druiden.
wichtig ist mir immerwieder
neue harfen zu schmieden.

es geschieht heute ganz sicher,
dass wir hier besuch empfangen.
nichts ist für mich erbaulicher,
als die seiten neu zu spannen,
und meine harfe zu stimmen,
um unser lied zu beginnen.

ich begann zeitig zu üben,
ein vogel setzte sich vor mich,
um sich der musik zu fügen,
und krächzte just dann fürchterlich,
wenn ich einen fehler machte;
so als ob er mich auslachte.

so dachte ich darüber nach,
ob der vogel derselbe sei;
und fühlte, dass er mir versprach,
er bliebe für mich immer frei.

dann putzte er sein federkleid;
ein paar federn blieben liegen.
ich spürte, jetzt war es so weit,
er wird demnächst weiterfliegen.

er sprang von meiner schulter fort,
und spannte seine flügel auf;
im schnabel mein gedachtes wort
flog er hoch zum himmel hinauf.

ich ging zurück in den kasten,
schaltete die vogelvision ein;
es braucht ja nur ein paar tasten,
um dem vogel nahe zu sein."


da hier die notizen enden,
welche gesamt recht dürftig sind,
liegt es in unseren händen
herauszufinden, ob das stimmt.

ebenfalls recht abgefahren
scheint uns das folgende schicksal,
bei dem wir verwundert waren;
und doch erscheint es uns real.

wir müssen noch schriften sichten,
und haben viel zu studieren
um die teile zu berichten,
die uns alle faszinieren.

 

kandeutanne
kandeutanne
"ich wählte schwere berufe;
leichte jobs waren mir suspekt,
weil ich mich derart einstufe,
dass in mir die fähigkeit steckt.

ein wenig lebe ich neutral; -
als wassertropen im kreislauf
ist meine aufgabe genial;
jedenfalls bin ich meist gut drauf.

ich lebe als lochbauerin
in meiner erbauten höhle,
und grabe täglich nach dem sinn
wobei ich zumeist laut stöhne.

in meiner existenz als baum
lebe ich das achte jahrzehnt,
jedoch zählt das eigentlich kaum,
es sei nur nebenbei erwähnt.

seit sehr früh bin ich aus dem bett.
wir trafen uns nach dem halbtag;
wir jenseitsführer sind zwar nett,
doch erhielt ich keinen ratschlag.

der tag war heute fürchterlich,
ich bekam noch eine gruppe;
und einmal mehr frag ich mich,
warum ich das alles schlucke.

ich bekam einen hohen gast,
merlin gab uns heut' die ehre;
es blieb mir also keine rast, -
ich wünscht' dass es anders wäre.

es blieb mir kaum noch zeit zu sein;
ich musste mich vorbereiten.
zwar ist die unwelt äusserst klein, -
jedoch mit mystischen seiten.

ich grabe schon ewig lange,
um noch mehr raum zu erfassen;
mit einem stab - meiner stange
kann ich das graben nicht lassen.

wurzeln stiessen in die Leere,
ich spürte die haltlosigkeit
in dieser dummen misere
zu einer ungünstigen zeit.

ich war noch vom winter geschwächt,
und brauchte dringend frischen halt;
so kam mir der frühling sehr recht, -
eigentlich dem gesamten wald.

ich musste zur türe gehen; -
da wo die touristen kommen.
ich hab' sie bereits gesehen,
besser gesagt wahrgenommen.

die gruppe schien mir recht nervös, -
ich nahm noch meine uniform, -
die wirkte immer recht pompös,
und glänzte hell mit ihrem horn.

wo ich die grenze passierte,
um die gäste zu empfangen,
stand ein neuer und kassierte,
um hinüber zu gelangen.

ein freund war ein muschelgräber,
mit dem spezialgebiet meersand;
er brauchte mehr muschelträger,
welche er in den muscheln fand.

die träger bringen zu wenig,
obendrein noch irgendwohin;
viele waren zu behebig, -
manches ist der pure wahnsinn.

ich grub wieder mal herum,
da fielen muscheln herab.
das war ok, doch nahm ich krum,
was der fahrlässigkeit oblag.

skeimolban hat zu viel getan.
er war ja schon alt und verwirrt,
sehr warscheinlich lag es daran,
dass er häfig seltsam agiert.

geier saßen in den ästen,
sie sangen ihr begrüssungslied
zielgerichtet zu den gästen
als musikanten zum abschied.

sie wollten es nie verstehen,
wie jemand von hier wieder geht,
und schienen nicht einzusehen,
dass hier nur die hoffnung besteht.

die vögel waren extrem schwer,
und wurzeln hingen in den gängen;
ich bin der lage kaum noch her,
und will die ängste verdrängen.

da spüre ich mein holz knarren,
wo ein ast beginnt zu brechen;
diese vögel waren narren,
ich kann mit ihnen nicht sprechen.

am eingangstor zu der unwelt
schob ich erst den stein zur seite,
welcher uns den durchgang verstellt.
und sag', dass es spass bereite,
wenn man jetzt die nerven behält.

um die körper abzulegen,
wird man in den saal gebeten,
wo die energien deswegen
in das nichts hinüberschweben.

nach unseren zeitlosen tour
durch die leere ohne den raum
passierte es, dass ich erfuhr,
es fehlte vor dem tor ein baum;
und auch einer aus der gruppe
ist scheinbar im nichts verblieben.
jedenfalls meinte die truppe,
er sei am weg ausgestiegen.

erst war ich darüber entsetzt;
ich merkte, sie waren sich fremd, -
offenbar hab' ich mich verschätzt,
dass man sich gegenseitig kennt.

den vermissten aufzufinden,
war ein ding der unmöglichkeit.
wer wollte konte verschwinden,
befreit vom raum und auch der zeit.

die besucher sind abgereist,
die geier blieben noch sitzen;
sie streckten ihre häse meist,
und ließen die schnäbel blitzen.

muscheln ragten aus dem boden,
jeweils zur hälfte alle zwei;
ich hab' sie mir aufgehoben,
darum schaufelte ich sie frei.

ein wenig hat es mich erstaunt
die muscheln hier zu entdecken;
allerdings war ich gut gelaunt,
und beschloss sie einzustecken.

danach kostete es mich zeit,
mich an die zwei zu gewöhnen;
ich habe sie der gunst geweiht,
um ihr schicksal zu verwöhnen."


hier steht es auf holz geschrieben,
mit baumnadeln kunstvoll verziert:
"wir zwei muscheln bleiben liegen",
für die ewigkeit eingeschrieben.

unter dem holz sind abdrücke,
wo diese muscheln einst lagen;
man sieht noch zwei kleine stücke,
die ihre geschichte sagen.

 

gosostujan
gosostujan
"das universum ist bewohnt,
ich flieg' täglich zu planten;
das bin ich seit langem gewohnt, -
man hat mich um rat gebeten.

es ist ein sehr wichtiger
interplanetarischer akt,
für den mich als umsichtiger
anwalt derzeit der ehrgeiz packt.

unterwegs zum siebenten stern
ist meine reise beschwerlich;
dabei wollte ich wirklich gern'
pünktlich eintreffen - ganz ehrlich.

mein problem ist ein astralsturm,
welcher die reise behindert,
weil er am weg zum sonnenturm
mein tempo extrem vermindert.

mir blieb nur mehr abzuwarten
und meine geduld zu testen.
ich spielte den film vom garten
mit den abendlichen festen,
um so die zeit zu vertreiben
und dabei entspannt zu bleiben.

sonnenstrahlenkonservateur
war mein erlernter beruf;
ich brauchte nur ein nadelöhr,
damit ich meinen vorrat schuf.

ich musste sie einzeln einfangen,
reinigen und auch polieren;
dann füllte ich sie in stangen,
um sie so zu konservieren.

morgens kamen viele leute,
um sich strahlen zu besorgen,
doch etwas ist seltsam heute, -
es ist jetzt ruhig geworden.

sonnenstrahlen gab es keine,
dunkle wolken zogen heran;
ich wartete eine weile
zumal sich alles ändern kann.

der ärgste sturm ist nun vorbei,
schon bald kann ich weiterfliegen;
ich hoffe, mein weg wird jetzt frei,
sonst werd' ich verspätung kriegen.

mein puffer ist bereits verbraucht,
doch ich muss noch immer warten;
da kommt noch ein komet, der raucht.
ich hab's eilig durchzustarten.

ich war dabei zuzusperren,
das unwetter tobte heftig;
da sind die damen und herren
mit sicherheit nicht kaufkräftig.

doch just als ich zusperren will,
kommt ein kleiner bub gelaufen,
und meint, er brauche nicht recht viel, -
ein paar strahlen will er kaufen.

ich muss mich wirklich beeilen.
mir bleibt nicht mehr allzuviel zeit;
sind doch tausend unimeilen,
die vor mir liegen, noch recht weit.

man erforscht lichtgeschwindigkeit
schon seit ich mich erinnern kann;
bloss in der technischen steinzeit
ist leider nichts brauchbar daran.

ich wollte soeben fragen,
wieviele strahlen er denn will;
da begann er zu beklagen,
dies sei in der art nicht sein stil.

ihm sei das licht ausgegangen,
und er hasse die dunkelheit;
er fühle sich so gefangen,
und habe genug von dem leid.

ach junger mann, so geht das nicht,
musste ich ihn unterbrechen;
strahlen geben zu wenig licht, -
das könne ich ihm versprechen.

der sonnenturm wirft sein licht weit,
fünfzehn sonnen stehen gedrängt,
und strahlen ihre helligkeit
dorthin, wo dunkelheit anfängt.

der wandlungsreaktor fiel aus,
das ist schlecht für die energie,
doch ich machte mir nichts daraus,
und schaffe es schon irgendwie.

zum fasturnavai muss ich hin,
einer der bunten planeten;
in der ferne sehe ich ihn, -
ihn bewohnen nur asketen.

die landung war recht angenehm,
der empfang gewohnt aufwendig;
sonnen waren nurmehr vierzehn,
seither fehlt die strahlung ständig,
und das wetter sei sehr extrem.
darum hat man an mich gedacht,
weil ich doch viel unterwegs bin,
und möchte fragen, was es macht,
wenn ich die sonne zurückbring'.

was für eine grosse ehre!
ich darf die sonne herbringen.
beim mondschatten aller meere,
sicher wird mir das gelingen.

mein lohn rechnet sich nach aufwand.
nach hundertzehn regentagen
scheint die sonne wieder ins land
kann ich mit sicherheit sagen.

wir sind übereinkekommen,
und alle waren zufrieden.
ich habe sofort begonnen,
sinnlose pläne zu schmieden.

wenn das tageslicht erneut strahlt,
weist die intuition den weg;
damit sich die suche auszahlt,
folge ich ihr, wohin es geht.

vielleicht soll ich mich anbinden,
und voller vertrauen bleiben;
die sonne wird zurückfinden,
dann wird mich jeder beneiden.

es klopfte nächtens an der tür,
das geräusch riss mich aus dem traum;
ich dachte, was kann ich dafür,
und dann verdammt, ich muss nachschau'n

ich legte den schlafrock über,
und schaltete die lichter ein, -
das klopfen wurde noch rüder.
wo ist jetzt mein glücksstein?
villeicht hab' ich ihn eingesteckt.
ich komme ja, dachte ich mir;
mal sehen, wer mich nächtens weckt,
doch siehe da, niemand war hier.
ich schlug die türe wütend zu,
das ist doch wirklich super frech!
in mich dachte ich, warte - du; -
es klopfte wieder, so ein pech.

dermal schaute ich genauer;
finster war es ohne mondschein,
da packte mich kalter schauer.
vor mir sprang mein roter glücksstein
permanent auf eine flasche.
und fiel immer wieder runter;
schein's ist's eine neue masche,
denn sein fall war laut mitunter.

da fing der stein an zu sprechen,
es sei ihm so kalt geworden;
er will die gesetze brechen,
und die kälte ermorden.

ich bat ihn bei der tür herein,
nimm doch die flasche, sagte er;
ich meinte, gerne, mein glücksstein,
und ergänzte, sie sind erster.

ich nahm die flasche in die hand,
und spürte diese fast fallen;
sie war so heiss, wie sand am strand;
ich will vor schmerz die faust ballen.

ich führte ihn in den laden,
wo ich ihn fragte, was ansteht;
klar wolle er strahlen haben,
damit es ihm besser ergeht.

seit keine sonne existiert,
kommt er nicht in die flasche rein;
wenn er sich nicht regeneriert,
stirbt seine seele in dem stein.

was er sagte, hat mich verwirrt;
dass mein stein auch spricht, war mir neu;
das hat mich doch sehr fasziniert, -
langsam verlor ich meine scheu.

er meinte, die sonne sei fort,
und es werde zeit vergehen
bis sie zurück kommt an den ort,
um hier am himmel zu stehen.

der stein weckte mein neugier,
wie seltsam, dass die sonne fehlt;
deswegen erlaubte ich mir
zu fragen ob er mehr erzählt.

ihn quälte ein fremdes gefühl,
das zog ihn weg von zu hause;
er fühlte sich innerlich kühl, -
und fuhr fort nach kurzer pause, -
er habe zwölf steine gefragt,
warum die kälte dominiert;
und alle haben eins gesagt,
die sonne habe sich verirrt.

niemand kann sich das erklären,
es herrscht allseits ratlosigkeit;
jetzt, da sich die sorgen mehren
fürchtet man eine karge zeit.

mehr habe er nicht erfahren;
strahlen will er bitte haben.
ich nahm welche von den klaren,
weil die gerade da lagen.

mich überfiel unbehagen,
keine sonne, keine arbeit;
ich wusste, es nützt kein klagen,
dinge ändern sich mit der zeit.

um in erfahrung zu bringen,
wohin denn die sonne verschwand,
wollte ich mich erst besinnen,
damit ich die lage verstand.

so reiste ich zu den weisen,
eine extrem weite strecke;
doch ich musste mir beweisen,
dass ich sie locker wegstecke.

an circa neunzig planeten
werde ich vorbeikommmen;
dank den modernen geräten
habe ich es leicht genommen.

die weisen konnten nichts sagen;
jedoch halfen sie mir weiter,
ich soll die ewigen fragen,
denn die sind immer gescheiter.

die nächste reise stand bevor,
das ziel war nicht so weit entfernt;
vorbei am vierten sternentor,
so heisst es, habe ich gelernt.

die ewigen lebten versteckt
etwas abseits der galaxie;
meine landung hat sie geweckt,
lustige wesen waren sie.

ein grosses fest gab es spontan,
sie bekommen selten besuch;
wir fingen gleich zu feiern an,
dabei schenkten sie mir ein buch.

zu diesem buch sagte man mir,
'man weiss nicht, wo die sonne sei,
doch vielleicht hilft diese buch dir,
die sonnenkarte ist dabei'.

ich schaute neugierig hinein,
und begann das buch zu lesen;
die sonnenkarte war sehr fein,
das buch ist hilfreich gewesen.

vor allem machte es mir klar,
dass mein job völlig sinnlos war.

ich kann die sonne zwar finden,
das wird mir vielleicht gelingen;
nur kann ich sie nicht anbinden.
wie soll ich sie zurück bringen?

in diesem buch stand geschrieben,
man kann mit der mentalen kraft
jedes hindernis besiegen,
weil die energie alles schafft.

es gilt stärke aufzubauen,
und sich zu disziplinieren,
sowie darauf zu vertrauen,
dass die sprüche funktionieren.

der zweifel sei der schlimmste feind,
mein ziel ist ihn zu besiegen;
das hat was wahres, wie mir scheint,
ich lass' das buch vorerst liegen.

der nächste tag begann eigen, -
erst wollte ich nicht aufstehen,
und danach nicht länger bleiben,
um auf die suche zu gehen.

die vögel waren ganz verstummt;
es war nicht mehr hell geworden.
manche haben sich gar vemummt,
weil sie sich um seuchen sorgen.

den vorrat habe ich verkauft,
doch es gab nichts zu erwerben;
wo jeder mit dem schicksal rauft,
kann es nurmehr besser werden.

sollte ein wunder geschehen,
senierte ich vor mich hin,
werd' ich morgen weitersehen,
oder nicht wissen, wo ich bin.

in diesem glauben schlief ich ein,
und hoffte nicht aufzuwachen.
ich gönnte mir noch ein glas wein, -
was sollte ich sonst schon machen?

ich sollte mich jetzt bewegen,
nur fehlt mir die idee wohin;
zu den immunen dagegen
zu reisen macht sicher sinn.

so flog ich durch die dunkelheit,
passierte drei dimensionen,
wechselte den raum und die zeit,
und war dabei zu vertonen,
dass der moment nach freiheit schreit.

meine raumschüssel kam da an,
wo das meer die insel umgibt,
ich war überrascht wer da kommt,
was wohl an der gestalt liegt,
welche einer art hexe glich, -
mit einer seltenen haarpracht, -
und mir nicht von der seite wich.
ich hab' die zeit mit ihr verbracht.

auch die immunen wussten nicht,
wohin die sonne verschwand,
denn sie selbst hatten sonnenlicht;
jedoch das orakel im land
verschafft einem immer einsicht.

ich bat meine begleiterin
mir bitte den weg zu zeigen,
denn ich wusste, ich musste hin,
wollte ich erfolgreich bleiben.

ein steiler un steiniger pfad
war sehr beschwerlich zu gehen;
bei hitze über vierzig grad
sahen wir den fels vorstehen,
vor welchen das orakel trat -
in form einer weisen gestalt.
unter dunkelgrauen haaren
war das wesen gewiss steinalt.

warum wir gekommen waren,
fratge es mit lauter stimme.
peinlich durfte ich erfahren,
dass ich zu stottern beginne.

auf der suche nach der sonne,
welche dem sonnenturm abgeht,
bitt' ich, dass ich rat bekomme,
was niergendwo jemand versteht.

das phänomen sei ihm bekannt,
antwortete der allweise;
sie wurde vom einstern verbannt, -
zur asteroidenschneise.

ich wollte ihm dank bekunden.
da sprühten aus dem stein funken;
das orakel ist verschwunden, -
es war im felsen versunken.

ich fand auf der sonnenkarte,
die asteroidenschneise;
und so kommt, was ich erwarte,
ich beginne eine reise.

drei sonnensysteme weiter
sollte ich die richtung ändern;
wohin, zeigt der sternenreiter
mit den regenbogenbändern.

endlich sehe ich die sonne;
sie stand lose unter sternen.
der anblick war eine wonne,
vermochte mein herz zu wärmen.

die frage, wie zurückbringen
hat sich zum glück nicht mehr gestellt;
das sollte ihr selbst gelingen, -
sie hat die entscheidung gefällt.

die sonne flog aus ihrer bahn;
sie war zum komet gewandelt.
ich wusste, sie hat das getan,
weil sie uns zu liebe handelt.

ich erwachte bei tageslicht,
was mich mehr als überrascht hat;
dachte, dass mich der hafer sticht,
und ging darum gleich richtung stadt.

ich wollte mich informieren,
was denn eigentlich passierte,
um mich zu interessieren,
ob jemand intervenierte.

weder medien zu lesen
noch jeden danach zu fragen
ist eine hilfe gewesen;
niemand konnte etwas sagen.

ich weiss, dass ich nichts getan hab',
dass es die sonne wieder gab;
und freute mich über den tag,
was ich hoch jauchzend allen sag'.

oder war es mentale kraft?
ich möchte zum ursprung zurück,
dann habe ich das ziel geschafft;
anders gedacht, ich hatte glück.

oder bin ich doch beteiligt?
verschulde auch ich die rückkehr?
wenn der zweck die mittel heiligt,
bin ich der lage nicht mehr her."

die aufzeichnungen enden hier;
wir sind noch beim bearbeiten,
und deswegen denke ich mir,
uns fehlen vermutlich seiten.

sollten wir noch fündig werden,
dürfen wir das publizieren;
und falls nicht, werden wir sterben,
ohne ein wort zu verlieren.

 

stummorka
stummorka
"einst verlernte ich zu denken,
wie dumm bin ich doch gewesen;
details kann ich mir hier schenken,
die will sicher niemand lesen.

ich habe mir eingebildet,
den zustand würde ich brauchen,
weil denken permanent bindet,
und die gehirnzellen rauchen.

ich lebe in einer herde,
die gedankenlos vegetiert;
wo ich täglich älter werde,
ohne dass etwas anders wird.

ich will nicht vor die tür gehen,
die behausungen stehen leer;
ich kann die leichen nicht sehen,
ausser mir ist hier niemand mehr.

wir hatten den frieden gehegt, -
bis zu diesem finsteren tag
haben wir gemeinsam gelebt,
weil uns das sehr am herzen lag.

heute bin ich berufssoldat;
mir blieb keine andere wahl.
an diesem tag bei vierzig grad
war unser einsatz eine qual.

wir sollten ein dorf überfallen,
und alles umbringen, was lebt.
wir ließen die schüsse knallen,
und haben alles niedergefegt,
was wir zu gesicht bekamen
um das kopfgeld abzusahnen.

zu hause hat man mich gefragt,
ob mir das töten nichts ausmacht;
mich hat die moral nie geplagt,
ich hab' darüber nur gelacht.

heute ist etwas geschehen, -
ich erblickte meine augen, -
ich konnte das nicht verstehen,
wollte es einfach nicht glauben.

hätte ich die frau erschossen,
wäre ich mit ihr gestorben;
sie hätte mein blut vergossen,
ich konnte sie nicht ermorden.

früh am morgen bin ich erwacht,
die sonne wärmte sommerlich;
schüsse beendeten die nacht, -
ziemlich unsanft weckten sie mich.

in mir machte sich panik breit,
ein paar sachen steckte ich ein;
wozu nahm ich mein abendkleid?
ich konnte nicht ruhiger sein.

von der angst stark beflügelt
rannte ich so schnell ich schaffte,
hastig, nervös, ungezügelt,
wo ist das, was ich verkrafte?

geschockt blieb ich plötzlich stehen,
und schaute in den kugellauf;
dahinter grinsen zu sehen
baute mich nicht besonders auf.

was jetzt kam, liess ich geschehen,
doch statt dem erwarteten knall
durfte ich mir eingestehen,
eben dieser war nicht der fall.

es geschah ganz unvermutet -
der gewehrlauf wurde gesenkt;
um mich hat alles geblutet,
mir wurde das leben geschenkt.

so entstand ein gefühl 'schwester',
wir schauten uns in die augen;
ich meinte, danke mein bester,
du scheinst doch etwas zu taugen.

jetzt nahm ich den lauf herunter,
und riskierte die existenz;
ich sagte, kleines, bleib munter, -
behalte die lebenslizenz.

nach dem weg zurück ins lager
kündigte ich meine laufbahn;
die abfertigung war mager,
als hätte ich nur nichts getan.

wie freute ich mich zu leben,
fühlte mich wie neugeboren,
doch bin ich genau deswegen
heute mehr als nur verloren.

lange ist die zeit vergangen,
in der überzeugung fehlte;
ich bin nur herumgehangen,
wo ich mein leiden erzählte.

heute ist mir klar geworden,
ich muss den verfall abwenden,
und begehre neue sorgen,
um die phase zu beenden.

mein gewand ist mein eigentum,
sonst habe ich keinen besitz;
eine gitarre steht herum,
und im keller ein ledersitz.

ich war davon fest überzeugt,
am besten dorthin zu gehen,
wogegen meine angst sich sträubt,
um was geschah, zu verstehen.

schon lang war mein ziel verlassen,
zu fuss lief ich fünfzig meilen
an den ort der leeren gassen,
um dort mein schicksal zu heilen.

niemand will hin zu diesem ort,
es gibt keine verbindungen;
man erzählt sich, es spuke dort,
und es sterben empfindungen.

mich konnte das nicht abschrecken,
ich glaube nicht an solchen spuk;
mein ziel blieb mich zu entdecken,
dazu brauchte ich meinen mut.

als ich bei dunkelheit ankam,
spendete einzig der mond licht; -
ich wusste, hier kräht kein hahn,
die leere schockierte mich nicht.

durch die verwachsenen strassen
mich ein wenig zu bewegen
wollte ich nicht bleiben lassen;
hier sah ich die mystik leben.

ich suchte den platz zur ruhe, -
ein wenig schutz auf dem stein, -
eine tonne oder truhe
würde für die nacht nützlich sein.

es war zeit mich hin zu hocken,
und mein gescäft zu verrichten. -
etwas warf mich aus den socken,
vor mir war ein licht zu sichten.

da schien ein haus bewohnt zu sein;
hastig bin ich hingeschlichen,
und schaute zum fenster hinein. -
der raum hat meinem geglichen.

in dem sonst leer stehenden raum -
von kerzen erhellt gewesen -
an diesem ort gleich einem traum
lag ein buch am tisch zum lesen.

im keller war der letzte wein;
den gönnte ich mir zu trinken.
ich wollte heute lustig sein,
und beschwipst im schlaf versinken.

am weg zurück in mein zimmer
erfreute mich der erste schluck, -
doch etwas war nicht wie immer
war ein ungewohnter eindruck.

ich schaute etwas genauer, -
und blieb in zwei augen hängen;
ein wohlig kribbelnder schauer
begann den schock zu verdrängen.

die augen waren dieses paar,
dass ich vor der zerstörung sah;
ich wusste gleich, dass sie es war,
und fand gut, dass es so geschah.

sie steigt durch das fenster herein,
und setzt sich ungezwungen hin;
wir trinken gemeinsam den wein, -
zusammen spüren wir den sinn.

wir brauchten kein wort zu reden,
um gedanken auszutauschen, -
konnten die schwingung erleben,
und uns angenehm berauschen.

das eine war uns beiden klar, -
hier gibt's für uns keine zukunft,
ganz egal was auch immer war.
so sprach die stimme der vernunft.


die übrigen unterlagen
sind uns bislang unverständlich.
zeichnungen, die uns nichts sagen,
scheinen beinahe unendlich.

 

frehtobetch

"gestern hat man mich umgebracht,
in schäbiger art von hinten.
auch wenn das normal niemand macht,
hatte ich mich auszuklinken.

ich geriet in den hinterhalt,
wo zahlreich die schüsse fielen;
und entschied ob dieser gewalt
bei dem übel mitzuspielen.

ungeachtet der situation
hat mich die lautstärke gestört.
ich empfand die ganze aktion
niederträchtig und unerhört.

eine kugel hat getroffen; -
zeit den körper zu verlassen,
denn ich brauche nicht zu hoffen,
mich mit heilung zu befassen.

es kam mehr als ungelegen
heute zu reinkarnieren,
doch was soll ich mich aufregen;
muss ich mich dafür genieren?

darauf habe ich mich gefreut;
der tag war optimal geplant, -
den morgen hab' ich nicht bereut,
noch heute fehlt ein elefant.

vor meinem zelt lag die wüste,
südlich davon mein jagtgebiet,
hinter mir die karge küste,
und nebel, welcher sich verzieht.

die tiere sind gerade schwach,
und deshalb leicht zu erlegen.
die jagt wird sicherlich einfach, -
ich werde erfolg erleben.

ich verstaute meine sachen
ordnungsgemäss im flugobjekt.
um mich auf den weg zu machen,
habe ich es noch gut versteckt.

nur meine wichtigste habe
hatte ich im rucksack verstaut, -
soviel, dass ich ihn leicht trage;
hab mir die route angeschaut,
und bin sogleich losgegangen,
damit ich genügend zeit habe
das schöne tier einzufangen,
welches ich später noch jage.

von hier zog es mich sehr weit fort;
mein körper ist da gelegen,
an einem unbekanntem ort, -
einer neuen hülle wegen.

ich beschloss mir das zu sparen,
neugeboren anzufangen,
weil genügend körper waren,
um zu einem zu gelangen.

ich überliess es dem schicksal,
wo ich fündig werden sollte;
gab es doch körper überall,
wenn man einen neuen wollte.

so liess ich mich einfach treiben,
wohin mich das schicksal auch bringt;
ich wollte geduldig bleiben,
damit mein plan gestalt annimmt.

das land lag bereits hinter mir,
mich trieb es auf offenes meer.
ich fragte mich, wo bin ich hier, -
und ist da überhaupt noch wer?

sicher blieb ich bei dem entschluss
weiterhin geduld zu wahren,
auch wenn zu allem überdruss
hier nicht einmal schiffe fahren.

ich wusste, wo ich hin musste,
und ging der sonne entgegen.
langsam kam ich ausser puste, -
ich wollte mich niederlegen.

die hälfte bin ich gegangen,
der tag war wieder legende, -
es fehlten vögel, die sangen;
egal, ob ich es besser fände,
bereits an's ziel zu gelangen,
war ich für heute am ende.

mit allerletzter müh und not
baute ich meine nachtstätte;
machte mir noch mein abendbrot,
und nahm meine schlaftablette.

so bezog ich mein nachtquartier, -
wie tod bin ich umgefallen;
merkwürdiges passierte hier,
ich starb unter spitzen krallen
von einem hungrigen raubtier.

just, als ich das sterben spürte,
schlug ein blitz knapp neben mir ein,
sodass er das tier berührte; -
von dem blieb der heilgenschein.

sterben war nicht zu verhindern,
ich nahm es gelassen hin;
es wird meine schmerzen lindern,
und hat jetzt sicher einen sinn.

offenes meer war weit und breit,
ich wusste längst nicht wo ich bin,
doch da war ein vogel, der schreit;
das hiess, ich trieb zur küste hin.

tatsächlich sah ich bald das land,
nur schien es gänzlich unbewohnt;
und ich blieb an der küstenwand
vom aufprall spürbar nicht verschont.

nicht ein wesen war zu sehen;
ich fragte mich, was ich hier soll.
enttäuscht beschloss ich zu gehen;
und unterdrückte meinen groll.

auf der suche nach brauchbarem
packte mich das pure grauen,
weil hier scheins nur pflanzen waren,
jedoch kein körper zum klauen.

hätte ich jetzt aufgegeben,
wäre ich nicht mehr am leben.

endlich habe ich gefunden,
wonach ich lange ausschau hielt;
zwar hatte er viele wunden,
doch das erschien mir halb so wild.

jetzt musste ich mich beeilen,
um den körper zu beziehen;
die notwendigkeit ihn zu heilen,
hat mir frische kraft verliehen.

es ist immer dasselbe spiel
sich neu zu manifestieren, -
möglichkeiten gibt es viele.
die richtige anvisieren
führt eigentlich recht oft zum ziel.

dort, wo die frische leiche lag,
loderten feuer rundherum;
an einem wahrlich guten tag
liebe ich das leben darum.

ich hab' den körper bezogen,
bin aus den flammen gestiegen,
und aus dem nichts ausgezogen,
um meine zeit zu besiegen.

darüber dachte ich viel nach, -
warum bin ich denn gestorben?
die gedanken hielten mich wach,
und ich bin klüger geworden.

es begann mir auszureichen,
einmal materiell zu sein,
und so stellte ich die weichen,
für die zukunft wieder allein.

heute bin ich mir begegnet,
und habe mich tief erfahren;
der moment war gesegnet, -
er zählte zu den kostbaren.

ich bin in den körper geschlüpft,
war bemüht ihn herzurichten,
und dann erfreut davon gehüpft,
um die zukunft neu zu sichten.

da stand ich nun im fremden land,
wo ausser mir niemand war, -
freute mich auf den neuanfang,
und fühlte mich ganz wunderbar.

schlüsseln hatte ich eingesteckt,
und in den taschen war auch geld;
ein ausweis war recht gut versteckt,
mir war, als wäre ich ein held.

wohin sollte ich jetzt gehen?
mir fehlt gerade jeder plan.
weit und breit war nichts zu sehen;
das ganze fängt ja heiter an.

ich durchsuchte meine habe,
um den überblick zu kriegen,
und zu wissen, was ich trage; -
vieles lies ich einfach liegen.

letztendlich bin ich gegangen,
wohin der wind die richtung wies,
und spürte starkes verlangen, -
welches ich alsbald bleiben lies.

ich habe die küste erreicht,
alles war unberührt und leer;
wind, der mir um die ohren streicht,
imponiert mir soeben sehr.

mir blieb nur ein floss zu bauen,
um besiedelung zu finden;
musste dem geschick vertrauen,
und meine furcht überwinden.

hölzer waren rasch gefunden, -
bald hatte ich das floss gebaut,
alles zusammengebunden,
und mich den wellen anvertraut.

der wind wurde immer stärker,
mein floss drohte zu zerbrechen;
der kampf wurde immer härter; -
es war falsch in see zu stechen.

mir blieb nurmehr aufzugeben,
die weisse flagge zu hissen;
ich genoss ein kurzes leben, -
und begann es zu vermissen.

ich fand meinen körper am strand, -
leblos hat er dagelegen,
gehüllt in löchriges gewand, -
und begann ihn zu beleben.

auf der insel blieb ich wohnen;
mit meinen seelen war es leicht,
mich zu pflegen und zu schonen
bis es mir eines tages reicht.

viele jahre sind vergangen,
die wir mit uns selbst verbringen;
in doch sehr vielen belangen
sollte der durchbruch gelingen.

manchmal stört mich die einsamkeit,
ein andermal genieß' ich sie;
jedenfalls spart sie mir die zeit,
in der mich jemand nervt als wie."


einige passagen fehlen,
weil wir sie nicht deuten können;
alle schriften dieser seelen
werden wir dir später gönnen.

 

paukatenz

"einst war ich als küchenschabe
bekannt und extrem gemieden;
der vergangenheit als made
lehrten lichtjahre das fliegen.

mit flügel wiedergeboren
lies ich manchmal viele federn
und fand mich unter schilfrohren,
akazien und auch zedern.

ein schwank aus der evolution
eröffnet dieses tagebuch;
die hier beschriebene aktion
war eigentlich nur ein versuch.

heute bin ich mir sehr bewusst,
mehr als nur einmal zu leben;
lange habe ich nicht gewusst,
dass es gilt das zu erstreben.

das interessante daran
ist dabei erkannt zu haben,
dies mit sicherheit irgendwann
auch wieder zu hinterfragen.

die ganze zeit war mir nicht klar,
was immer auch geschehen ist;
und dass es immer schon so war,
scheint mir der grund, der mich verdrießt.

in einem der ersten leben,
an die ich mich erinnern kann,
besuchte ich auch deswegen
einen sehr weisen, alten mann.

er war mir um zeiten voraus,
doch alles was er von sich gab,
war,"nimm's leicht und mach dir nichts draus",
was in der natur des seins lag.

so gab ich mich nicht geschlagen,
das ist mir zu leicht erschienen;
nur wie sollte ich ihn fragen,
um die einsicht zu verdienen?

die innere stimme meinte,
er weiss doch ohnehin bescheid;
schade, dass er das verneinte:
"dazu sei ich noch nicht bereit."

vielleicht hat ihn mein blick erweicht,
keine ahnung, was ihn bewog; -
er meinte, dass es vorerst reicht,
und die geduld sei mir gebot.

ich möge etwas ausspannen,
und nach gefühl wiederkehren, -
danach können wir zusammen
die offenen fragen klären.

seinen rat machte ich zur tat, -
und bezog ein quartier im wald,
wo es vorwiegend schönes gab.
ich dachte, soll sein - dann bis bald.

ich verweilte in der nähe, -
versuchte mich zu reinigen,
und hoffte, dass ich bald sehe,
warum mich dinge peinigen.

oft wich das licht der dunkelheit, -
daraus entsprang ein neuer tag;
da fand ich es hoch an der zeit
dass mein warten ein ende hat.

nirgends war der mann zu treffen,
ich halte heute noch ausschau.
mir blieb es nicht zu verstehen, -
was, das weiss ich nicht so genau.

die existenzen vergingen
in den verschiedensten räumen,
die im universum hingen,
um darin herumzustreunen.

wieder einmal frisch geboren
war mir im leben alsbald klar,
ich hab' den platz auserkoren,
weil ich hier schon einmal war.

in den letzten lebensjahren, -
im fortgeschrittenen alter,
hab' ich mich niedergelassen,
um erkenntnis zu bewahren
und mich damit zu befassen.

ich hab' lektüre gelesen,
und schriften studiert;
vieles ist lehrreich gewesen,
doch fand ich nie, was morgen wird.

ich hatte genügend ruhe,
und als ich mein schicksal bitte,
dass ich das richtige tue,
stören mich hastige schritte.

eine gestalt kam des weges,
die verriet mir recht vertraulich,
sie suche an wissen jedes; -
wobei mir war, als wär' sie ich.

erfasst von einem tiefen sinn
bat ich ihn zu meditieren,
und ging weit weg woanders hin,
um erlebtes zu kapieren.

wie konnte es denn anders sein;
der alte mann, den ich nie fand
warf mir von meinem herz den stein
in einer art, die ich verstand.

ich kann es mir nicht beweisen,
doch spüre ich diese mission
ob aller meiner zeitreisen
in meiner innersten vision,
wie als schmelze heisses eisen
durch die energie der fiktion.

ich hab die antwort gegeben,
die ich vor langer zeit bekam,
und konnte derart erleben,
wie die reise damals begann."


wie immer bleibt abzuwägen,
ob diese übersetzung stimmt,
oder den fragmenten wegen
sie neue bedeutung gewinnt.

beim nächsten fall muss ich sagen,
verglichen mit der akte x
muss man etwas mehr vertragen, -
die akte scheint ein milder mix.

 

weikenost

"seit vielen generationen
ist mir innerlich derart heiss, -
ich muss nach allen aktionen
zurück in das ewige eis.

papier habe ich gefunden
bei einer meiner rundreisen, -
leeres papier - gut gebunden.
es lag mitten auf den gleisen,
einer unbenützten strecke,
welche es hier schon ewig gab.
darauf das bild einer schnecke,
die entspannt auf einem blatt lag.
die inseln waren unbewohnt, -
für mich sehr leicht zu erreichen;
das schicksal hat mich reich belohnt,
denn es gab mir dies als zeichen.

nach jeder kalten jahreszeit
durfte ich wieder auftauen;
es war wieder einmal so weit,
mir das leben anzuschauen.

jetzt bin ich kalt dagestanden, -
wärme war noch kaum vorhanden.
in der realität landen
war wirklich nicht besonders leicht,
wo körperteile empfanden,
dass die kälte zu langsam weicht,
und es daher allmählich reicht.

von meinem instinkt geleitet
hab' ich mir ein gefährt gebaut,
mir eine freude bereitet, -
bin in die wärme abgehaut.

unterwegs habe ich kapiert,
dass ich wieder leben fühle;
zwar war ich doch noch recht lädiert,
doch schwand angenehm die kühle.

ich weiss nicht, wie oft ich erfrohr,
und ich kenne nicht mein alter,
doch stelle ich immer vor,
ich hätt' einen wärmeschalter.

niemand weiss, seit wie langer zeit
ich die erinnerung misse
und jetzt scheint es endlich so weit,
ich erforsche die zeitrisse.

das buch wird mich unterstützen,
die erinnerung zu finden,
sicherlich wird es mir nützen,
mein übel zu überwinden.

alles will ich niederschreiben,
schon um mir zeit zu vertreiben.

wenn ich gut darauf aufpasse,
werde ich das buch vollschreiben;
wenn ich mich damit befasse,
gewiss nicht lange dumm bleiben.

soweit ist das mein wissensstand,
welcher die einleitung darstellt,
und von meinem buch der anfang,
weil mir sonst dazu nichts einfällt.

es beginnt mit einem rückblick,
einem glücklichen ungeschick.

um den tag zu resümieren
nehme ich mir am abend zeit.
ich wollt' gern zelebrieren,
und fühlte mich dazu bereit.

mir fehlt noch die konzentration,
ich erlebe mich benommen;
und in dieser situation
bin ich erstaunt draufgekommen,
dass ich etwas gemalt habe,
doch ich weiss nichts mehr darüber;
so stelle ich mir die frage,
macht mich das bild etwas klüger?

mein schiff gleicht einer nussschale,
wasser kam überall herein.
am horizont schwammen wale,
ansonsten bin ich hier allein.

dieses bild ist schwer zu deuten,
ich schaue es schon lange an;
scheinbar kämpfe ich mit leuten,
wo ich doch gar nicht kämpfen kann.

es ist dem buch nur beigelegt,
das blatt ist nicht ausgerissen, -
in mir hat das bild viel bewegt;
irgendwann werd' ich es wissen.

das bild lege ich zur seite,
und denk', was soll ich notieren?
sorgen, die ich mir bereite,
sind es, die gedanken zieren.

wie dumm, dass ich nicht schreiben kann,
weil mir dafür ein stift abgeht;
ich fang' ersatz zu suchen an, -
denk mir, verdammt und zugenäht.

heute musste ich mir merken,
da war kein stift mehr zu kriegen;
mir blieb nur mehr mich zu stärken,
und machte mir platz zum liegen.

bei den ersten sonnenstrahlen
schlug ich die augen müde auf;
wolken, die den himmel malen
begleiten den tagesverlauf.

etwas zum schreiben aufzutreiben,
war eigentlich mein tagesziel;
das klingt vielleicht sehr bescheiden,
für mich war das heute recht viel.

ich wusste zu tagesbeginn, -
rundum von wasser umgeben, -
ahnungslos nicht wo ich hier bin;
mich darüber aufzuregen
wäre sicher grosser unsinn.

ein paar inseln in der ferne
waren deutlich auszumachen;
sie gaben hoffnung auf wärme
und ein paar brauchbare sachen.

damit ich das glück nicht verschrei,
vielleicht ist auch ein stift dabei.

je näher ich zum ufer trieb,
umso klarer war zu sehen,
dass mir nur eines übrig blieb, -
durch's wasser an land zu gehen.

zu viele steine und klippen
machten das wasser unschiffbar.
ich liess mich ins nasse kippen,
und vermied die schiffbruchsgefahr.

kaum hatte ich land erklommen,
standen ein paar männer vor mir; -
freundlich hiess man mich willkommen,
und bot mir auch ein schlafquartier.

lustig saßen wir beisammen,
lachten gemeinsam über viel;
nach ein paar leeren weinkannen
lud man mich noch zu einem spiel.

steine in den kübel werfen;
ich wollte jetzt nicht ablehnen,
bewies mir stählene nerven,
und durfte den gewinn nehmen.

ein mit hölzern gefüllter sack,
und ein beutel voll mit steinen, -
sowie ein gelber anorak, -
nur stift gab es dabei keinen.

da tauschte ich meinen gewinn
gegen einen roten stift ein,
mit dem ich sehr zufrieden bin;
ich will dem schicksal dankbar sein.

bald setzte ich die reise fort, -
erst musste ich mein schiff finden;
das lag am strand in diesem ort,
ich brauchte es nur losbinden.

den tag trieb ich über's meer.
um das alles aufzuschreiben
genoss ich die stille sehr;
sie möge ewig hier bleiben.

ich weiss nicht wohin es mich treibt, -
aktuell herrscht planlosigkeit;
fasziniert, wie die sonne steigt,
bewirkt in mir der gang der zeit
sehr angenehme müdigkeit.

ich besaß ein gutes fernrohr,
welches ich ungemein schätzte,
und hatte jetzt ein schiff davor,
das soeben segel setzte.

was für ein netter anblick!
ich muss nur deren weg schneiden;
fast immer wirkte dieser trick,
im boot still liegen zu bleiben.
ich hisste die weisse fahne,
und steuerte mein boot dort hin.
so ich genügend absahne,
hat das manöver einen sinn.

wenn ich mich schiffbrüchig stelle,
habe ich oftmals grosses glück,
denn ich blieb die meisten fälle
versorgt und reich beschenkt zurück.

langsam bin ich am eis erwacht,
und begann wieder zu leben;
ich hab die augen aufgemacht, -
es schmerzte, mich zu erheben.

es verging zeit, bis ich begriff,
was zuletzt alles passierte;
da war wohl ein piratenschiff,
das mich brutal attackierte.

erinnerung gab es keine,
mein buch lag da zum teil verdeckt;
auf ihm haben ein paar steine
meine vergangenheit versteckt.

das wenige geschriebene
liefert ausreichend hinweise;
mehr noch, das hinterbliebene
enthält sehr viele beweise.

ich hab' zuerst abgewartet,
bis ich etwas beweglicher war;
danach bin ich durchgestartet.
mir war nebenbei sonnenklar,
dass ich sehr bald schreiben muss,
was hier um mich herum geschieht,
damit sich hoffentlich am schluss
meine ungewissheit verzieht.

ich las mein buch oberflächlich,
um irgendetwas zu finden;
doch erzeugte es hauptsächlich
ungewöhnliches empfinden.

sehr lange bin ich gesessen,
und dachte nach, was sich zutrug, -
scheins habe ich es vergessen,
vielleicht, weil man mich halb erschlug.

mir ist egal wo ich hier bin,
ich mache mir keine sorgen;
auf meiner suche nach dem sinn
will ich nur weg aus dem norden.

nach wochen am offenen meer
sollte ich bald land erreichen,
denn der wasservorrat ist rasch leer,
wenn noch mehr tage verstreichen;
fische gibt es hier deutlich mehr,
das ist schon ein gutes zeichen.

als die nacht dem ende zuging,
war ich bereits lange munter;
weil ein neuer tag anfing,
schaute ich zum boden runter.

ich hab die ganze zeit gedacht,
dass irgend etwas nicht stimmt;
und jetzt hat mir freude gemacht,
dass ein abenteuer beginnt.

der bootsboden hatte ein leck,
und ich fand schon etwas seltsam,
wie rund um mich der ganze dreck
ohne mein bemerken sein kann;
scheins bin ich im schlaf gestrandet,
jedenfalls habe ich verpasst,
dass mein boot auf boden landet.
darauf war ich gar nicht gefasst.

ich bin erst mal ausgestiegen,
und habe mich umgesehen;
mein boot lies ich vorerst liegen,
und begann gleich loszugehen.

die insel ist für mich neuland,
ich weiss nicht wo es wasser gibt,
weit und breit ist nur weisser sand,
welcher hell glitzernd vor mir liegt.

ich sollte bald etwas trinken,
und zu essen wäre mir recht;
beim gehen musste ich hinken,
und mein magen fühlte sich schlecht.

mir blieb nur weiter zu gehen,
um an wasser zu gelangen;
meinen durst zu überstehen,
ist vom erfolg abgehangen.

weit entfernt waren rauchwolken,
vielleicht aus bewohntem gebiet;
womöglich wird milch gemolken, -
etwas, das mich magisch anzieht.

scheins kam ich nur langsam voran,
wolken stiegen immer wieder,
und als ich zu einem tor kam,
setzte ich mich erschöpft nieder.

ein tor ganz in rot gehalten,
stand allein von raum umgeben,
um diesen so zu gestalten; -
mit dem tor in rot versehen.

ansonsten gab's nur ebene,
sand mit wenig gras darauf; -
mich wundert das gegebene,
und schaue auf den rauch hinauf.

das land muss sicher bewohnt sein,
der rauch ist zu typisch dafür;
es hat beinahe den anschein,
als wär der zutritt diese tür.

daher bin ich losgegangen,
einzig mit dem starken willen
doch an mein ziel zu gelangen,
hunger und durst zu stillen.

eine zeitlang bin ich maschiert,
und gelangte zu einem wald,
in dem die finsternis regiert,
und ein jeder schritt widerhallt.

im wald wird es wasser geben,
darauf musste ich vertrauen;
unerwartet blieb ich kleben -
auf kleinen und vielen grauen
übel riechenden spinnweben.

es gab kein vor und kein zurück,
die falle hat zugeschlagen;
sowie in einem schlechten stück
hat es sich wohl zugetragen.

eine selten grosse spinne
näherte sich mir gefährlich;
sie hatte schlimmes im sinne, -
vermutlich begehrte sie mich.

das zittern vor angst um mein heil
war schlagartig überwunden;
das untier hat durch einen pfeil
einen schnellen tod gefunden.

ich schaute rund um mich umher, -
wo sollte denn hier jemand sein? -
hier war niergendwo irgendwer,
augenscheinlich war ich allein.

ich fühlte mich eher ungut,
und klebte nach wie vor fest;
mein allerletztes stückchen mut
war auch nurmehr ein kleiner rest.

ein holz zerbrach und krachte laut, -
mir saß der schock in den knochen,
und sah, dass mich ein zwerg anschaut;
jetzt kam er näher gekrochen.

sehr langsam kroch er her zu mir, -
seltsam, dass er nicht picken blieb.
er fragte, wen haben wir hier?
irgendwie schien er mir lieb.

ich wusste meinen namen nicht, -
das machte mich verlegen.
was sage ich zu diesem wicht?
was soll ich bloss von mir geben?

er meinte, wo kommst du den her?
und ich antwortete sofort,
schiffbruch, ich komme aus dem meer;
er lachte, er kommt auch von dort.

dann warf er stofflappen zu mir, -
die muesse ich mir umbinden;
so kann ich das spinnennetz hier
unbeschadet überwinden.

den rat habe ich ausgeführt,
und bin der falle entronnen.
ich war tatsächlich sehr gerührt;
er meinte, ich sill mitkommen.

das hat mich neugierig gemacht, -
wo wir wohl hinkommen werden,
habe ich unentwegt gedacht;
ich könnte vor neugier sterben.

wir sprachen kaum miteinander,
plötzlich sagte er, bleib stehen, -
vor mir war abrupt kein land mehr;
hier war nicht weiter zu gehen.

ich schaute den abgrund hinab,
wo nur wolken sichtbar hingen;
irgendwie war das wirklich knapp, -
ich fragte, wo wir hingingen.

er lächelte verständnisvoll,
wir sind schon so gut wie am ziel.
mir war unklar, wo das sein soll,
denn es gab ausser nichts nicht viel.

der zwerg klopfte an einen baum,
in dem eine türe aufging;
dann betraten wir einen raum,
hinter welchem die stadt anfing.

entlang einer wendeltreppe
stiegen wir die stufen hinab;
es war eine lange strecke,
sie kostete den halben tag.

hell erleuchtet war dieser ort,
überall brannte grelles licht;
ausschliesslich zwerge lebten dort, -
derartiges sah ich noch nicht.

nach vielen tausenden stufen
lief ich zum brunnen am marktplatz.
nein, hörte ich den zwerg rufen,
das wasser sei nur ein ersatz.

ich dachte, dass ich sterben muss,
der durst ist nicht zu verkraften,
oder vielleicht ist mit mir schluss,
weil mich die götter bestraften.

zehn minuten sind zu gehen,
machte mir der zwerg etwas mut;
das werde ich noch durchstehen, -
dachte ich und sagte, ja gut.

nach zehn minuten ungefähr
erreichten wir sein zu hause.
ich trank zwölf flaschen wasser leer,
nacheinander ohne pause.

die wohngemeinschaftskollegen
kochten ein aufwendiges mahl;
füf speisen standen deswegen
zur lecker schmeckenden auswahl.

sie schlangen von gier besessen,
sodass mir einzig übrig blieb
in gleichem tempo zu fressen,
damit ich auch etwas krieg'.

manchmal muss man sich anpassen,
damit man überleben kann;
die situation zu erfassen
ist oftmals frustrierend daran.

ich bin die nacht gast geblieben,
das bett war gar ein wenig klein;
so blieb ich am boden liegen,
und schlief schon bald beim schreiben ein.

es ist noch sehr früh am morgen,
überall herrscht die dunkelheit;
da ist mir bewusst geworden,
ich brauche die vergangenheit.

gestern schlief ich beim schreiben ein,
jetzt erst notiere ich den rest;
ich träumte vom zwergenverein,
und einem sehr seltsamen fest.

wir saßen in spirallenform,
alle mit verdecktem gesicht;
man reichte einander ein horn,
weil es der tradition entspricht.

später liess ich mich verleiten,
nachdem wir das frühstück assen,
dass sie mich zum boot begleiten,
im mich danach zu verlassen.

wir saßen noch eine weile,
einfach um des sitzens willen;
wie ich wohl die zeit einteile,
dachte ich bei mir im stillen.

wir mussten noch stiegen steigen,
war ein gedanke, der mich quält;
der zwerg meinte, nur cool bleiben,
ein anderer weg wird gewählt.

kannst du denn gedanken lesen?
wollte ich soeben fragen;
doch er ist schneller gewesen,
und sprach, ich müsse nichts sagen.

mich befiel die sprachlosigkeit, -
meine sämtlichen gedanken
bestanden aus der peinlichkeit,
in welche diese versanken.

da ergriff der zwerg meine hand,
blickte mich verständnisvoll an,
und meinte, dass er mich verstand,
es sei ja nichts schlechtes daran.

man trug proviant zusammen,
und etwas werkzeug war dabei;
endlich sind wir losgegangen, -
es fehlten von der sippschaft zwei.

die zwerge und ich waren acht,
mehr konnte ich nicht verlangen;
lange habe ich nachgedacht
fremdes denken aufzufangen.

wir gingen durch enge gassen,
wo es viele eilig hatten;
ich nahm das eher gelassen,
und folgte nur meinem schatten.

ich wollte schuhe erwerben,
und fragte, ob das möglich sei,
dass wir welche kaufen werden.
'natürlich - auch den letzten schrei
gleich vorne bei den schuhzwergen'
war die antwort von nummer drei.
er will mir die schuhe schenken,
weil es ihm freude bereitet.
ich wollt' es ihm nicht verdenken,
und hab ihn gerne begleitet.

der schuhzwerg redete mit mir,
und zeichnete schuhmodelle
auf einem weissen blatt papier; -
sowohl dunkle als auch helle.

er traf genau meinen geschmack,
kann er doch gedanken lesen,
beige mit zwei streifen aus lack,
knallig rot und gelb gewesen.
schuhbänder in grün gehalten, -
ich hab' mich gleich in sie verliebt;
die kunst schuhe zu gestalten,
ist eine, die es selten gibt.

wir setzten unseren weg fort,
direkt in richtung stadtausgang;
unterwegs sprachen wir kein wort,
in etwa einen halbtag lang.

das ziel war wiederum ein tor
in einen baum hineingebaut,
ein paar sträucher wuchsen davor,
gut versteckt, selbst wenn mann hinschaut.

als wir an der frischluft standen,
wusste ich nicht, wo ich hier bin, -
doch meine freunde fanden
zu meinem kaputten boot hin.

ich konnte mich nicht erklären,
wieso sie direkt hingingen;
doch musste gedanken nähren
welche um die wahrheit ringen.

sie klärten mich darüber auf,
dass man viel mehr weiss als man denkt, -
und deshalb kamen sie darauf;
ich hätte sie hier hergelenkt.

wenig später war mein schiff klar.
die zeit sich zu verabschieden
kam schneller als es mir lieb war;
jetzt begann das pläne schmieden.

doch halt - noch war es nicht so weit,
wir entschieden uns für ein fest;
dazu war ich immer bereit, -
zuerst das gute, dann der rest.

die feier wurde vorbereitet,
und sogar mein boot repariert;
wer da die freude bestreitet,
der existiert introvertiert.

wir lachten bis spät in die nacht
und hatten sehr viel spass dabei;
es wurde ein feuer gemacht, -
ich fühlte mich unbeschwert frei.

die stimmung war ausgelassen,
plötzlich fiel mir ein zwerg ins wort, -
wir müssen dich bald verlassen,
es ist schon spät, - wir müssen fort.

als hätten sie sich aufgelöst,
war ich wenig später allein;
ein wenig habe ich getöst, -
die kurze ruhe war recht fein.

bevor ich ein wenig penne,
schreibe ich noch alles nieder;
weil ich meine zukunft kenne, -
denn die kommt immer wieder.

der zwerg hat mir mitgegeben,
dass momente wiederkehren,
bis man irgendwann im leben
lernt die übel zu entbehren.

also muss das, was einmal war
vermutlich wieder beginnen,
und stellt für mich eine chance dar,
diesem kreislauf zu entrinnen.

ich freue mich schon auf die zeit,
die vergangenheit zu sehen,
und wär' dafür sogar bereit,
durch jedes feuer zu gehen.

ich muss wohl eingeschlafen sein,
dunkelheit hat mich umgeben;
ich war in diesem raum allein,
wo wände spuren belegen.

namen, geschichten, strichlisten -
quer durch den gemüsegarten
von individualisten,
die davon zeugten zu warten.

eine eisentür war versperrt,
mein klopfen hat niemand gehört;
scheinbar lief einiges verkehrt, -
das alles hat mich sehr gestört.

am abend weiter zu schreiben
wird vermutlich mehr sinn machen;
ich muss jemanden auftreiben,
oder aus dem traum erwachen.

leider ist's kein traum gewesen,
was hier vor sich gegangen war;
ich bin dabei zu genesen, -
dieser eine tag war furchtbar.

sie haben mich halb erschlagen,
zwei mal - und traten auf mich ein;
doch was nützt es mir zu klagen, -
ich muss ab nun an wachsam sein.

die schritte haben mich geweckt,
ich hab' mich an die wand gestellt;
sie hatten knüppel eingesteckt,
und mit lampen den raum erhellt.

sie schrien wie wild auf mich ein,
völlig unverständliches zeug; -
ein unangenehmer verein,
welcher mich ganz und gar nicht freut.

ob der verständnislosigkeit
wurde gewalt angewendet,
und bereits nach kurzer zeit
war dieser besuch beendet.

es schmerzte jeder körperteil, -
ich schaute dunkle wolken an.
mich erfüllte noch das unheil,
was ohnehin nur schlecht sein kann.

ich zitterte auch innerlich,
mir war durch und durch furchtbar kalt;
an nichts erinnerte ich mich,
und trotzte der naturgewalt
der eisigen temperatur,
in der ich mich hier befinde;
ich dachte, wer mich hierher fuhr
gehört zum miesen gesinde.

seither ist viel zeit vergangen,
und ich bin wieder genesen;
ich habe mich gut erfangen -
das ist wirklich glück gewesen.

mein kleines boot treibt auf dem meer.
ich begann mein buch zu lesen,
und frage mich, wo komm' ich her,
wo bin ich zuletzt gewesen?

während ich die zeilen schreibe,
weiss ich eines mit sicherheit;
wenn ich hier nicht stehen bleibe,
komme ich heute noch recht weit.

jetzt ist's mit dem schreiben genug,
ich muss die richtung beachten;
wohin mich der wind bisher trug,
ist, wie die götter es dachten.

das ruder war zu montieren, -
zumindest wäre das gescheit;
um keine zeit zu verlieren,
machte ich mich an die arbeit.

eine schraube hat nicht gepasst,
ich beugte mich zu weit hinaus;
doch erreichte ich sie nur fast,
und flog derart aus dem boot raus.

ich bin im wasser geschwommen,
und suchte die einstiegsstelle;
plötzlich ist ein fisch gekommen -
vor einer sehr hohen welle.

es blieb kaum zeit, dass ich begriff,
was in den momenten geschah;
durch die welle kippte mein schiff,
welches ich schon bald nicht mehr sah.

dem fisch mit seinem riesen kopf
trieb ich in sein offenes maul;
er packte mich gekonnt am schopf -
der gestank war modrig und faul.

hier in diesem schleimigen raum
stand mir das wasser bis zum knie,
die zähne ähnlich einem zaun
erhöhten meine fischphobie.

ich verharrte in meinem leid,
bis ich dem fisch aus dem maul fiel;
offensichtlich war es so weit,
wir waren hier endlich am ziel.

endlos weit schien, dass ich falle.
ich dachte, jetzt ist es vorbei;
dann lag ich in einer halle
und frage mich was denn hier sei.

seltsam hier her zu gelangen, -
verdutzt hab' ich mich umgeschaut;
es ist die tür aufgegangen,
die knarrte ausgesprochen laut.

vor mir stand jetzt derselbe fisch,
welcher mich zuvor herbrachte;
er ging zu dem einzigen tisch,
wo er platz nahm und laut lachte.

mit einem total starren blick
fing er auch noch an zu sprechen;
erst dachte ich, es sei ein trick
dann wozu die kopfzerbrechen.

er meinte völlig gelassen,
ich möge mich zu ihm setzen;
ich konnte das gar nicht fassen.
die höflichkeit zu verletzen,
würde im moment nicht passen.

sicher wirkte ich daneben;
das muss der fisch gemerkt haben,
doch vielleicht eben deswegen
konne ich die angst ertragen.

mir war nicht wohl zumute,
eigentlich wollte ich hier raus;
der fisch sah in mir das gute,
und meinte, fühl dich hier zu haus.

er hat mir die furcht genommen,
ich dachte, zeige wer du bist,
und hab' den eindruck gewonnen,
dass er ein ganz netter kerl ist.

so nahm ich an seinem tisch platz,
und war gespannt, was jetzt passiert.
der fisch sagte in einem satz,
dass es ihn doch interessiert,
was ich denn beabsichtige.
er will dass ich ehrlich sage, -
das sei immer das richtige, -
was ich eigentlich vorhabe.

ich könne mich jetzt entscheiden,
gleich wieder zurückzukehren,
oder aber hier zu bleiben,
und den kegel zu verehren.

dann hat er mich nur angestarrt,
und war wie ein fisch eben stumm,
ist in seiner stellung verharrt;
nichts regte sich um ihn herum.

was meinte er mit dem kegel?
warum denn sprach er sonst nicht mehr?
gibt's dafür ein spielregel?
neugierig war ich immer sehr.

der fisch gab nicht ein wort von sich,
und es schien an mir zu liegen,
dass dieses schweigen von uns wich;
bloss konnte ich kaum luft kriegen.

zusätzlich zum unbehagen,
das meinen unwillen schürte,
lag ungewissheit im magen,
die mir die kehle zuschnürte.

da es den zufall noch nicht gibt,
will ich das schicksal zulassen.
ich sag, dass es an mir nicht liegt,
mich mit kegeln zu befassen.

ihm zog ein lächeln ins gesicht,
'komm mit ins heim der piraten'.
damit erhob er sein gewicht, -
mehr hat er mir nicht verraten.

piraten waren mir nicht recht;
das war daran das ungute.
meinte es mir das schicksal schlecht?
mir war eher flau zu mute.

ich musste ja beim fisch bleiben,
was hätte ich sonst tun sollen, -
anders die die zeit zu vertreiben
war sicher zwecklos zu wollen.

durch viele kilometer gang
gingen wie mehrere stunden
immer dem meeresgrund entlang;
meine füsse hatten wunden.

als wir zirreston vorfanden, -
eine siedlung unter dem meer,
die aus u-booten hat bestanden, -
kamen dunkle gestalten her.

der fisch wies sie an zu gehen, -
sie sind tatsächlich verschwunden;
scheinbar war er angesehen,
ich war ihm zu dank verbunden.

wir passierten räumlichkeiten,
und dazwischen dicke röhren;
ich konnte von allen seiten
seltsame geräusche hören.

im achten raum blieb er stehen,
wo er mir einen platz anbot;
ich würde ihn wiedersehen,
es sei denn, er findet den tod.

jetzt bin ich allein gewesen,
und begann damit zu schreiben;
mag sein, das wird jemand lesen,
um sich die zeit zu vertreiben.

gestern war ich viel zu k.o.,
um den tag aufzuschreiben;
stressig war die zeit sowieso,
das konnte ich nicht vermeiden.

ich hab' mich zurückgezogen,
habe gesagt, mir wäre schlecht;
das war ein wenig gelogen,
jedoch hoffentlich nicht unrecht.

es ist derart viel geschehen,
sodass ich es verdauen muss;
doch wie die dinge entstehen,
gibt es auch irgendwo den schluss.

lange saß ich allein herum,
das schreiben freute mich nicht sehr, -
schön langsam war es mir zu dumm,
und warten wollte ich nicht mehr.

ich beschloss mich umzusehen,
um mein umfeld zu erkunden;
all die sachen, die da stehen,
füllte meine neugier stunden.

ich habe nichts angegriffen.
mich faszinierte diese pracht;
leider bin ich angestriffen,
und hab' etwas kaputt gemacht.

natürlich musste es so sein;
in dieser einen sekunde
kam der fisch bei der tür herein,
und ging im raum eine runde.

er blieb genau vor mir stehen,
meinte, da kann man nichts machen;
wie schön, dich wiederzusehen,
und macht nichts wegen der sachen.

dann bat der fisch fische herein,
und wesen, die ich nicht kannte;
für mich hatte es den anschein,
als wenn man sich an mich wandte.

es war mehr als offensichtlich,
dass mich alle ignorieren;
vielleicht war es ja absichtlich,
mich der art zu irritieren.

ich verstand nicht, was sie quatschten,
alles war mir unverständlich;
wenn sie mit den flossen klatschten,
versetzte mir das einen stich.

auf einmal gab es einen pfiff,
den mein fischfreund kräftig ausstieß, -
womit jeder die flucht ergriff,
und diesen raum sofort verliess.

sobald wir unter uns waren,
sagte er zu mir, setz dich hin,
um dannd damit fortzufahren
mich zu fragen, wer ich bin.

die frage schoss ein, wie ein blitz,
das interessierte mich auch,
nur das zu sagen, wär ein witz;
in antwortete aus dem bauch:
'universianer bin ich,
mit mir unbekannter herkunft.'
vielleicht wirkte ich lächerlich, -
jedoch mir fehlte die vernunft.

ich habe nicht daran gedacht,
dass sie wesen wie mich lieben;
jedoch hat er mir klar gemacht,
dass die gründe überwiegen,
mir reinen wein einzuschenken, -
auch um mein problem zu lösen.
er bitte mich einzulenken,
denn er sei nicht von den bösen.

ich habe gar nicht verstanden,
was er mir damit sagen will,
doch mein schicksal hier zu landen,
war möglicher weise mein ziel.

er strahlte tief aus den augen,
als würde er mich verehren,
und sagte, sich zu erlauben,
mir die lage zu erklären.

so begann er seinen vortrag,
welcher lange dauern sollte, -
beinahe den restlichen tag,
weil er alles sagen wollte.

es ist schon sehr, sehr lange her,
seit wir uns einst kennenlernten;
ich erinnere mich nicht mehr,
wo genau wir da verkehrten.

du magst nicht alles verstehen,
was ich dir gleich erzähle,
darum solltest du zusehen,
dich nicht allzusehr zu quälen.

was ich dir zu sagen habe,
geht auf ein ereignis zurück,
das passiert ist, - jammerschade -
uns widerfuhr ein schiffsunglück.

wir waren ein männerverein,
der nichts anzufangen wusste,
so wollten wir piraten sein,
weil das leben schön sein musste.

die heimat ließen wir zurück,
und haben uns ein schiff gebaut;
doch unsere jagd nach dem glück
hat das schicksal gründlich versaut.

wir waren ein wilder haufen,
und haben recht viel getrunken;
auch um unser schiff zu taufen,
sind wir nur im suff versunken.

bei der allerersten reise
haben wir uns schon getroffen, -
unweit der bizarren schneise.
du warst damals auch besoffen.

du bist bewusstlos geschwommen,
am rücken - hast wasser gespuckt,
wir haben dich aufgenommen;
hin und wieder hast du gezuckt.

du erwachtest am nächsten tag,
immer noch total betrunken,
glaub mir bitte, wenn ich dir sag,
du hast fürchterlich gestunken.

du hast wie wild um dich geschlagen,
und blindwütig alles zerstört;
keiner konnte dich ertragen, -
wir waren alle sehr empört.

nurmehr die fahne schwamm vom schiff,
der rest war untergegangen;
teile spülte das meer an's riff, -
wir mussten um's leben bangen.

wir klammerten uns an bretter,
und trieben derart an's festland;
sturm gestaltete das wetter,
was damals niemand lustig fand.

du warst irgendwo verschwunden;
wir beschlossen dich zu jagen,
denn wir haben hass empfunden, -
und so ging's dir an den kragen.

wir hatten dieses reich entdeckt,
das uns die wandlung bescherte,
denn hier ist ein kegel versteckt,
den ein grosser fisch verehrte.

du warst irgendwo verschwunden;
wir beschlossen dich zu jagen,
denn wir haben hass empfunden, -
und so ging's dir an den kragen.

wir hatten dieses reich entdeckt,
das uns die wandlung bescherte,
denn hier ist ein kegel versteckt,
den ein grosser fisch verehrte.

dieser fisch starb im letzten jahr.
bevor er den kegek verliess,
machte er sein versprechen wahr,
das mich in meine rolle stiess.

er übergab mir den kegel,
sowie die weisheit der wandlung, -
und auch den goldenen säbel
während seiner letzten handlung.

der kegel hat die eigenheit,
deine wünsche zu erfüllen,
um in einer jüngeren zeit
die bedingungen zu enthüllen.

so kamen wir zu einem schiff,
und haben auch dich gefunden,
bis ich eines tages begriff, -
der kegel hat uns verbunden.

wir verwünschten dich beim kegel,
wenn wir dich am meer antrafen;
schickten dich in eis und nebel, -
vergessen sollte dich strafen.

wir trafen den hexenmeister
etwa mitte letzten jahres,
dort verrieten uns die geister
überraschend etwas wahres.

wegen einer halbbruderschaft
unserer zwei urgrossväter
wäre es für uns vorteilhaft -
freunde zu sein. mehr verrät er,
wenn jeder seine hürde schafft.
daher will er frundschaft schließen,
und vergangenes vergessen.
sollen bier, wein und schnaps fließen, -
das fände er angemessen.

ich müsse nicht gleich entscheiden,
er versteht ein wenig auszeit;
ich könne im freiraum bleiben,
wenn mich das vom zweifel befreit.

sein angebot war sympathisch, -
ich wollte mich auch frisch machen, -
er scheint mir ein sehr netter fisch;
bald träumte ich aufzuwachen.

abends gab es ein grosses fest.
wir feierten bis in die nacht;
ich trank, was man mir überlässt,
und bin mit kater aufgewacht.

ich fasste den festen entschluss,
hier die zeit zu investieren;
vielleicht, weil ich mehr wissen muss
um die lage zu kapieren.

den fisch begrüsste ich herzlich,
sagte, dass ich bleiben werde;
er verzog sein gesicht schmerzlich,
äussernd, dass er sehr bald sterbe.

das hat mich wirklich tief geschockt,
was sollte ich alleine hier, -
mir war so, als wenn mein blut stockt,
es kommt wie's kommt, dachte ich mir.

der fisch meinte, sei nicht betrübt,
du wirst auch nicht ewig leben.
dann hat er ein täschchen gezückt,
dieses wolle er mir geben.

dazu muss er mich einweihen,
ich möge mich noch gedulden,
und ihm bitte auch verzeihen,
falls sie verwirrung verschulden.

jetzt stand ich völlig daneben,
und kannte mich gar nicht mehr aus,
was bitte will er mir geben,
was ist das für seltsames haus

es dauerte nicht sehr lange,
da kam mein fischfreund zu mir her,
er reichte mir eine stange,
du bist jetzt nicht mehr irgendwer.

ich soll ihn bitte begleiten,
damit wir alles besprechen;
es kommen schwierige zeiten, -
ich möge den stab nicht brechen.

mein hirn voller fragezeichen
drehte die gedanken im kreis,
möge noch viel zeit verstreichen, -
es hat doch alles seinen preis.

der fisch schloss jetzt die türe zu,
ich fragte mich nurmehr, wozu?
der fisch meinte, es sei so weit,
der nächste bist jetzt wirklich du,
komm, wir nehmen uns etwas zeit.

wieder einmal ging ich ihm nach,
bis wir in einen raum kamen,
der hatte ein gläsernes dach,
unter welchem wir platz nahmen.

er meinte sehr kurz und prignant,
bald schon spielst du meine rolle,
erst bist du meine rechte hand,
bis ich dem tod tribut zolle.

das sei nun mal die spielregel;
dieses täschchen wirst du erben,
es ist der schlüssel zum kegel,
wo die wünsche wahrheit werden.

früh und abends darf jeder rein, -
damit hast du sie in der hand;
der herr über die gier zu sein
benötigt einigen verstand.

du darfst den zutritt versagen,
wenn du gründe dafür siehst,
doch solltest dabei vorschlagen,
was alternativ möglich ist.

es liegt an dir zu entscheiden,
die aufgabe anzunehmen,
oder eben sie zu meiden,
und mich derart zu beschämen.

nimm dir zeit nachzudenken,
und sag, wie du entschieden hast,
möge dich die weisheit leiten,
anstatt der dummheit als ballast.

dann lies er mich allein zurück,
also schrieb ich alles nieder,
ich zweifelte an meinem glück,
und mich schmerzten meine glieder.

jetzt, da ich geschrieben habe,
merkte ich, dass ich hier schon war.
zwar in ganz anderer lage,
doch diese wände zeigen klar,
was ich eben schwer ertrage.

die vernunft riet abzuschalten,
nur um abstand zu gewinnen,
und die nerven zu behalten, -
schlicht mich etwas zu besinnen.

besser dass ich danach trachte
diesem wahnsinn zu entrinnen,
als dass ich vielleicht hier schmachte,
wo mich verrückte verstimmen.

ich grübelte sehr lange nach,
und starrte die löcher vom plafond,
lag derart ein paar stunden wach,
wollte ich überhaupt den thron?

aufgeben kam nicht in frage,
stand doch mein entschluss bereits fest,
was nützt es, wenn ich mich plage,
ich bin schon gespannt auf den rest.

es war schwer optimist zu sein,
irgendwie hatte ich verdruss,
unheimlich gross wirkte der stein,
den ich aus dem weg räumen muss.

komme was auch immer wolle,
ich werde es überleben,
und bleibe bei meiner rolle
mir das theater zu geben.

spontan bin ich aufgesprungen,
und ging los dem fisch zu sagen,
die entscheidung ist gelungen;
was ist zu tun, wollt' ich fragen.

doch alle räume schienen leer;
ganz egal, wo ich auch schaute,
war schein's nirgendwo irgendwer, -
da hörte ich plötzlich laute.

es drangen stimmen an mein ohr,
und auch mir fremde geräusche,
der lärm klang wie ein männerchor,
doch mag sein, dass ich mich täusche.

ich bin aus dem raum gegangen,
geradewegs den stimmen nach, -
und kam dorthin, wo sie sangen,
sowie mein fischfreund dazu sprach.

er deutete mir, komm herein, -
so hab' ich mich dazugesellt;
da war auf einem riesen stein
ein kleiner kristall aufgestellt.

es war ein faustgrosser kristall,
der auf einem schwarzen stein lag,
und so hell wie ein feuerball
einem grossen raum sein licht gab.

der gesang war überaus laut,
mein fischfreund schrie, 'pause bis dann', -
und hat mir sogleich anvertraut,
dass man sich etwas wünschen kann,
wenn man länger in das licht schaut.

wie der dirigent beim einsatz
deutete er fortzufahren, -
er sagte, respektiert den schatz,
diesen einzig wunderbaren.

mir war das ganze sehr suspekt,
nur liebe ich das mir neue,
das tief in mir die geister weckt,
weil ich mich daran erfreue.

ich versuchte mitzumachen,
und auch ein lächeln zu zeigen,
reihum wünschten sie sich sachen,
um ihr leiden auszutreiben.

nun war auch ich an der reihe,
einzig die wünsche fehlten mir;
ich bat, dass man mir verzeihe,
denn ich vermisse meine gier.

kaum hatte ich ausgesprochen,
begann das licht auszugehen;
scheins war der zauber gebrochen,
bald war gar nichts mehr zu sehen.

der stein spuckte funkenregen
glitzernd voller kristallsplitter;
der raum begann sich zu heben, -
das schicksal traf sie sehr bitter.

sie wurden zu stummen fischen,
die im meer ihr sein verleben;
und sich unter fische mischen -
um der fischgemeinschaft wegen.

selbst stieg ich nach oben empor,
bretter trieben vor mir hinauf;
mir kam diese zeit ewig vor, -
schon fast gab ich die hoffnung auf
bis nach oben zu gelangen.
irgendwann war ich an der luft,
hab' zu atmen angefangen,
und genoss diesen meeresduft.

um mich schwammen schwarze bretter,
und ein seil ist auch aufgetaucht;
ruhig war die see; schön das wetter, -
es hat nicht viel mühe gebraucht
das holz zusammen zu binden.
die strömung hat mich getrieben,
und ganz ohne mich zu schinden,
bin ich ans ufer gestiegen."


es gibt einige textteile,
die nicht übersetzbar waren.
manchmal fehlt auch eine zeile, -
man wird sie wohl nie erfahren.

 

fra3xlopires

"ist doch die dimensionsschleuder
ofmals nur ein zeitvergeuder -
schrieb ich zu meinem geburtstag
in die täglichen notizen;
und dass es einzig an mir lag,
nicht passiv herumzusitzen.

die zeiten der zeitmaschinen
sind lang vorüber gegangen;
die dimensionsschleudern dienen
heutzutage dem verlangen.

ich forschte an der zeitumkehr,
sie war nur zu überspringen;
doch wollte man natürlich mehr,
und mir sollte das gelingen.

ich reparierte das gerät
'intelligenz-maximator',
und hoffte, dass man mich versteht,
den ich hatte damit viel vor.

vor einigen hundert jahren
hat man das gerät verboten,
weil zu viele gescheit waren,
und es fehlten die idioten.

mir wird es demnächst gelingen,
woran ich seit zehn jahren bin;
sortus zum sprechen zu bringen
hat einen ganz speziellen sinn.

sortus war meine ameise,
der mit mir täglich arbeitet,
damit er von der zeitreise
erkenntnisse weiterleitet.

dank der veralteten technik
kann er sich artikulieren;
nur fehlt es ihm noch an geschick
laute zu koordinieren.

ein paar sachen scheinen stimmig,
andere dinge sind es nicht;
manches ist sogar unsinnig,
oder die frage der ansicht.

zwei monate gab man mir zeit,
um einen erfolg nachzuweisen;
sortus war eigentlich recht weit,
doch nicht weit genug zum reisen.

er hat täglich dazugelernt,
ist immer besser geworden;
und heute hat er sich entfernt, -
er ist zu mittag verstorben.

sein tod kam eher ungelegen,
sechzig tage vor dem einsatz;
ich war sehr traurig deswegen,
war er doch so ein netter fratz.

jetzt musste ich ersatz kriegen,
was beinahe unmöglich scheint;
denn ich muss die zeit besiegen,
was schon meine laune verneint.

wir können zeit überspringen,
und dimensionen bereisen,
jedoch uns zurück zu bringen,
obliegt unbekannten weisen.

so viele sind schon gegangen,
und nie wieder zurückgekehrt,
die alle danach verlangen,
dass man ihnen hilfe gewährt.

an ihren aufenthaltsorten
fehlen schlicht die möglichkeiten,
für sie gibt es keine pforten,
um den rückweg einzuleiten.

wenn mir ein versuchstier schildert,
was unterwegs wirklich passiert,
wird die peinlichkeit gemildert,
die mich brennend interessiert.

diese mission ist streng geheim,
weil man bis zum heutigen tag
auf anordnung von vorn herein
dieses problem verschwiegen hat.

mein guter ruf steht auf dem spiel;
ich muss zuversicht gewinnen,
und meinem frust knapp vor dem ziel
so rasch als möglich entrinnen.

heute will ich erst pausieren,
um mir klarheit zu verschaffen;
vielleicht ein wenig flanieren,
und auch eine pfeife paffen.

mich ärgert es seit eh und je,
dass jeder nur an sich selbst denkt,
und es tut mir ganz extrem weh,
weil man so seine zeit verschenkt.

manchmal ist es doch wirklich gut,
den ärger niederzuschreiben;
jedenfalls kühlt es mein blut,
um das schlimmste zu vermeiden.

in jüngster zeit ist es modern
scheinbar alles zu verbieten,
wir leben dem leben so fern -
wie ein haufen voller nieten.

ich muss heute weiterschreiben,
sonst verliere ich den faden,
und das möchte ich vermeiden; -
wäre es auch nur mein schaden.

es ist immer dasselbe spiel,
kaum wird etwas neues entdeckt,
weiss man zwar darüber nicht viel,
doch selbst, wenn man daran verreckt,
wird erreicht, dass es jeder will.

heute wollte ich ausspannen,
und meine sorgen vergessen;
vielleicht mit freunden zusammen
wieder einmal etwas essen.

ich muss mich heute ablenken,
und auf neue ideen kommen;
auch an etwas schönes denken,
oder mich in ruhe sonnen.

mein labor hab' ich verschlossen,
ich war fertig fort zu gehen, -
und auch ein wenig verdrossen,
mir die umwelt anzusehen.

ist in dieser hektischen zeit
einfaches planloses schlendern
bereits eine besonderheit?
ich sollte das baldigst ändern.

ich könnte freunde besuchen,
das tat ich schon lange nicht mehr.
vielleicht gibt es pflanzenkuchen, -
da esse ich die pfanne leer.

erst will ich ruhe genießen, -
gedanken freien lauf lassen,
um intuitives wissen
im bewusstsein zu erfassen.

einiges ist neu entstanden,
seit ich die gegend zuletzt sah;
es entstand in mir verlangen,
dass unerwartetes geschah.

ich hatte kaum fertig gedacht,
meldete sich am telepat
ein freund, der fragte, ob's was macht,
dass er sich bei der wahl vertat.

wir tauschten ein paar gedanken,
er fragte, ob wir uns sehen, -
dort wo einst ufos versanken, -
und gemeinsam essen gehen.

ich willigte dem vorschlag ein,
und damit ich es mir merkte,
schrieb ich es ganz gross auf mein bein,
woran ich zwei stunden werkte.

drei stunden sind's, die mir bleiben,
eine halbe muss ich gehen;
ich nützte die zeit zum schreiben,
und die gegend anzusehen.

vieles war mir neu erschienen,
einiges war mir sogar fremd,
wie der honigraum für bienen,
wo eine blume als licht brennt.

den spielplatz für kunststoffhunde
hab' ich auch noch nicht gesehen;
einer lief da eine runde, -
wozu soll ich das verstehen?

langsam sollte ich zum treffpunkt,
und ich habe mich verlaufen;
damit der zeitteufel nicht lumpt,
wollte ich einen plan kaufen.

die pläne wurden abgeschafft,
hat man mir ganz stolz anvertraut;
die neuigkeit war grauenhaft, -
ich verabschiedete mich laut.

sobald ich wieder oben stand,
beschloss ich zurück zu gehen,
und zu fragen, was man erfand,
um sich etwas anzusehen.

fragend, ob ich von gestern sei,
kam die antwort unfreundlich prompt.
der beamator ist und macht frei,
weil man damit rasch weiterkommt.

na schön, hielt ich ihm entgegen,
und wie komme ich an das ding?
wer kann mir denn einen geben?
worauf er zu lachen anfing.

sie sind sicher vom andern stern,
der nächste ist um die ecke;
es sind zehn meter gut und gern,
falls ich das selbstständig checke.

das war doch etwas provokant
von dem unguten kollegen,
und obendrein noch ignorant, -
ich ärgerte mich deswegen.

es war klüger nett zu bleiben.
ich wünschte einen guten tag,
um den streit zu vermeiden, -
oder gar einen rundumschlag.

nur einige schritte weiter
stand tatsächlich etwas seltsam -
ohne fenster, doch mit leiter -
ein gebilde mit schild daran,
auf dem war deutlich zu lesen:
'beamator - frei für jedermann'.
ich war neugierig gewesen.

das eine war mir sorfort klar,
zwar hatte ich kein vertrauen, -
weil mir das ding total fremd war,
doch ich musste es anschauen.

um das ding zu inspizieren,
stieg ich über die leiter ein,
und beschloss auszuprobieren,
wie man sich fühlt, gebeamt zu sein.

in einem raum aus plexiglas
stand allein ein regenbogen
welcher starke leuchtkraft besaß,
und um den eisbälle flogen.

technik war keine vorhanden;
vor mir leuchtete hell 'wohin?'
am ufos-sanken-platz landen,
sagte ich - währe ein wahnsinn.

kaum hatte ich es formuliert,
stand ich am ufos-sanken-platz;
durch einen moment transportiert,
war ein tiefsinniger ansatz, -
habe ich vor mich hin seniert.

es ist schon wirklich lange her,
dass wir uns gesehen haben, -
ich erinnere mich nicht mehr,
vielleicht werde ich ihn fragen.

ein wenig zeit ist vergangen, -
da lächelte mich ein herr an;
er hatte so rote wangen,
sodass es nur einer sein kann.

nachdem wir uns kurz begrüssten,
war uns nurmehr eines wichtig;
kulinarischen gelüsten
zu erliegen folgerichtig.

wir gingen ein wenig umher,
sprachen über alte zeiten,
und nebenbei noch über mehr,
um gedanken auszubreiten.

essen wählten wir bescheiden
von einem bauchladenwirten;
wir wollten im freien bleben,
damit sonnenstrahlen wirken.

wir sprachen schon die ganze zeit,
und mir fiel sein name nicht ein; -
ich war mit dieser peinlichkeit
glücklicher weise nicht allein.

anstatt, dass ich schüchtern beichte,
fragte ich direkt wie er heisst;
womit ich vorerst erreichte,
dass ihm das ein lächeln entreisst.

er wollte ebenfalls fragen,
weil auch ihm mein name entfiel;
obwohl wie denselben tragen,
jedoch bedeutet das nicht viel.

jetzt, wo er mich darauf ansprach,
begann die frage zu stressen;
sie war im moment nicht einfach, -
ich hab den namen vergessen.

wir haben beide sehr gelacht,
und meinten, uns 'zwei' zu nennen;
es hat jedenfalls spass gemacht,
dass wir uns jetzt besser kennen.

zwei hat daran gearbeitet,
moleküle zu behandeln,
zumal er daraus ableitet,
die gesamtheit zu verwandeln.

auf dem gebiet wusste er viel,
was ich bisher nicht bedachte,
jedoch mir äusserst gut gefiel,
sodass es für mich sinn machte.

mich hat es abends nicht gefreut
sofort nach hause zu gehen;
am morgen habe ich bereut
die kopfschmerzen durchzustehen.

auf dem weg nach haus zum labor
kam ich an allerlei vorbei,
und so passierte ich davor
den platz 'zum unteren aufschrei'.

nur wenige schritte weiter
standen ein paar junge leute;
sie waren unbeschwert heiter,
und fragten: 'was machst du heute?'

der abend ist nett gewesen,
wir haben viel philosophiert;
also eigentlich nur spesen, -
und die recht alkoholisiert.

mittlerweile war mir bewusst,
dass ich kein versuchstier habe;
ein wenig herrschte in mir frust,
denn mir bleiben wenig tage,
um mein projekt abzuschließen.
mir fehlt auch jeglicher spielraum.
wenn auch kein grund zu verdrießen,
ist's im moment wie ein albtraum.

mir blieb das selbstexperiment,
sonst hatte ich keine idee;
ich hoffe, dass man anerkennt,
wenn ich das ganze übersteh'.

ich musste alles umstellen, -
darum machte ich mir sorgen, -
und die molekularzellen
konnte ich mir nicht ausborgen,
sondern an mir selbst probieren,
warum sie wie reagieren.

so wie ein blitzlichtgewitter
schossen mir die gedanken ein;
das empfand ich als recht bitter, -
logisch denken sollte nicht sein.

die bestrebung das zu ändern
hat sich als sinnlos erwiesen;
also ging ich etwas schlendern,
und traf meinen freund, den riesen.

der riese hat mich abgelenkt,
indem er mir viel erzählte, -
und den stein hat er mir geschenkt,
der in meiner sammlung fehlte.

abends war ich mehr als müde, -
das war für mich eine strafe -
ich übte meine etüde
und hoffte, dass ich bald schlafe.

ich bin am morgen aufgewacht,
nicht wissend wie ich beginne;
angst hat sich in mir breit gemacht -
wo blieb die ruhe der sinne?

sie passten gar nicht zusammen,
meine und die weisheit von zwei;
wie sollte ich nur anfangen, -
vielleicht mit einem lauten schrei.

ich musste die angst verlieren,
dass ich etwas nicht schaffen kann;
und die lage definieren,
damit ich zuversicht gewann.

die zeit verflog derart rasant,
dass ich einfach nichts mitbekam.
mein labor ist auch abgebrannt -
sicher war ich selbst schuld daran.

bevor ich mich zum lesen setzte,
initierte ich den versuch,
wobei ich mich zu sehr hetzte, -
und nahm danach ein gutes buch,
in welches ich total versank,
sodass ich den versuch vergass.
jetzt roch ich nurmehr den gestank,
von dem ich eben vorher las.

ich bin zur einsicht gekommen,
dass hier nichts mehr zu retten sei, -
hab' meine schlüssel genommen,
lief hinaus, und fluchte dabei.

höchstens zwanzig schritte lief ich,
mehr wird es nicht gewesen sein, -
da knallte es ganz fürterlich;
mich traf sogar ein kleiner stein,
der mir den kleinen finger brach,
was ich vorerst gar nicht spürte.
auf mich wirkte allein der krach,
dem aufmerksamkeit gebührte.

wie es der zufall manchmal will,
passieren seltsame sachen.
so dass mein buch zu boden fiel,
und auch mein kleiner stoffdrachen
landeten vor meinen füssen;
sie flogen vom himmel herab,
hätt' ich mir fast denken müssen.
wahr war, dass es am unglück lag.

mir schien das schicksal gegen mich,
jedenfalls war alles kaputt.
die bösen geister rächen sich,
selbst wenn man ihnen gutes tut;
dachte ich deswegen letztlich.

ich hoffte, zwei kann mich retten,
jedoch weiss ich nicht, wo er wohnt,
und kann meinen kopf verwetten,
dass ihn suchen sicher nicht lohnt.

ganz spontan ist zwei erschienen, -
ich fragte ihn, warum er kam;
er meinte, um mir zu dienen,
und zwar jetzt anstatt irgendwann.

ich schilderte mein missgeschick,
was den pessimismus heilte,
sodass für einen augenblick
optimismus in mir weilte.

ihm sei eine grosse ehre,
mich bei ihm einzuquartieren;
angesichts dieser misere
wolle er das konstatieren.

ich soll mich nicht weiter sorgen,
er werde mich unterstützen;
ganz sicher bereits ab morgen
kann ich sein labor benützen.

mir plumpste ein stein vom herzen,
die chance musste ich wahrhaben;
zwei war sicher nicht zum scherzen, -
ich konnte nurmehr danke sagen.

wir benützten den beamator;
wenig später war ich sein gast;
ich stellte mir sein heim so vor,
quasi ein richtiger palast.

zwei zeigte mir gleich mein zimmer,
gross, gerämig, wirklich sehr fein;
ich fühlte mich als gewinner,
und durfte sehr zufrieden sein.

bald musste es abend werden,
ich wusste nicht, wie spät es ist;
draussen gab's ein fest von zwergen, -
ich dachte, gut dass du hier bist.

ich habe nurmehr geschrieben,
mir fehlte einfach jede kraft;
danach beschloss ich zu liegen,
und wusste, der tag ist geschafft.

zwischen schädelknochen und hirn
liegt imaginär eine wand, -
an der aussengrenze der birn';
auf ihr steht geschrieben: schreibzwang.

mich im labor einzurichten
war morgens meine erste tat;
es war alles da mitnichten, -
ich werkte den ganzen tag.

abends war ich fix und fertig, -
ich schlief auf meinem schreibtisch ein,
zwei war geistesgegenwärtig,
denn er meinte, das soll nicht sein.

ich habe nichts mehr mitgekriegt,
und war müde wie zehn hunde,
für die es nurmehr schlaf gibt;
so verschlief ich eine stunde.

leise ging ich in das labor,
das ein zahlenschloss versperrte,
und ein stück papier lag davor,
auf dem stand, nimm die verkehrte.
daher notierte ich die zahl,
und probierte sie umgekehrt;
das war die richtige wahl, -
schade, dass nicht mehr so leicht geht.

das labor war eingerichtet,
sodass es mir an nichts fehlte,
ich war zwei zu dank verpflichtet,
dass er mich als gast auswählte.

ich baute einen apparat,
den ich dringend haben musste;
mir war klar, dass er den nicht hat -
gut, dass ich den bauplan wusste.

in den frühen morgenstunden
war ich endlich ans ziel gelangt;
hab ein feuer angezunden,
und bin müde zur tür gewankt,
um ein wenig luft zu schnappen,
und auch etwas zu pausieren.
die arbeit ging gut von statten;
ich durfte nichts mehr riskieren.

es brauchte nicht mehr lange,
um mein werk zu vollenden,
mir fehlte noch eine stange,
und ein kleiner teil zum senden.

ganz in gedanken versunken
kämpfte ich munter zu bleiben;
irgend etwas hat gestunken -
es war nicht mehr zu vermeiden,
dass das labor in die luft flog.
mehr hab' ich nicht mitbekommen,
ausser den anblick, der sich bot;
dann hat's von neuem begonnen.

ich bin irgendwo aufgewacht,
und kannte die umgebung nicht.
weiters hatte ich den verdacht,
mir fehlt noch dazu mein gesicht.

als ich mich in den spiegel sah,
war ich wirklich total geschockt;
ich fragte mich, wer ist das da,
und wusste, ich hab' es verbockt.

ich war sehr niedergeschlagen,
und wusste auch nicht, wie weiter;
jetzt geht es mir an den kragen, -
das war nicht besonders heiter.

irgenwie ist es mir geglückt,
anderswo hin zu gelangen,
hingegen macht mich ganz verrückt,
mit all dem nichts anzufangen.

obwohl ich nicht mehr ich selbst war,
erinnere ich mich sehr gut;
und es stellt sich für mich so dar,
als hätte ich dasselbe blut.

mich umgibt das unbekannte,
die gegend sah ich nie zuvor;
nichts, was jemand je benannte,
was auch immer ich hier verlor.

das land scheint völlig unbewohnt,
ich weiss nicht, wie es weitergeht.
die reise hat sich nicht gelohnt, -
ich werde sehen, was entsteht."

hier endete das manifest,
es fehlen einige seiten;
vielleicht findet sich der rest, -
sonst kann man ihn auch ableiten.

was uns noch in die hände fiel,
war für uns der pure schwachsinn,
und davon wirklich viel zu viel;
nun denk' ich, dass ich weiter bin.

 

clastern
clastern

( oder 'agent 008 über der macht' )

"ein schloss erbaut aus luftziegel,
wird landläufig luftschloss genannt;
so manches versteckt ein siegel, -
er bleibt der mehrheit unbekannt.

die schlösser zu inspizieren,
war die vertrauliche mission,
die siegel anzuvisieren
verlangte höchste profession.

kein luftschloss blieb mir verborgen,
alle waren auszuleuchten;
um einige zu versorgen,
die wegen des schmutzes keuchten.

prächtig hat es dagestanden,
als festung, die charakter hat,
wo es die geister verstanden,
zu schützen, was darunter lag.

man muss ganz genau hinschauen,
um das versdteck zu entdecken,
und sich vor allem zutrauen,
schlafende geister zu wecken.

derart auf widerstand gefasst
verfolgte ich die heisse spur
bis hin in den tiefsten morast,
wo ich diese wahrheit erfuhr,
die ganz gut in mein weltbild passt.

mein gesamtes welbild rotiert
mehrfach um seinen ruhepol;
den fakten entsprechend portiert
gereicht es mir zu meinem wohl.

die gezeiten halfen dabei,
dem objekt näher zu kommen;
nur ein kurzer moment war frei,
und den habe ich genommen.

doch zum geschehenen zurück,
mehr hin zu den einzelheiten;
ich hatte wirklich verdammt glück,
während der kritischen zeiten.

da war schon so mancher moment,
den ich glaubte, es ist vorbei,
doch wenn man sich von der furcht trennt,
kommt man sogar vom schlimmsten frei.

um die lage zu erkunden,
habe ich einen weg gefunden;
doch war vorsicht angebracht.
jedenfalls habe ich stunden
über die zukunft nachgedacht.

überall standen wachen, -
ich durfte mich nicht bewegen
und schon gar kein geräusch machen;
ganz ruhig bin ich gelegen.

ich konnte nur darauf warten,
bis sich mir gelegenheit bot
in richtung ziel durchzustarten,
was mich zu dem leichtsinn bewog.
in dem moment aufzustehen,
wo zwei wachen vorbeigingen;
wenig später war zu sehen,
dass sie mich brutal einfingen.

in einem käfig eingesperrt
konnte ich mich kaum bewegen;
man hat mich in einen raum gezerrt,
wo ausserirdische leben.

die türe wurde aufgemacht, -
zehn wachen standen da um mich;
damals habe ich mir gedacht,
das ganze hier ist fürchterlich.

bevor ich die wahrheit erfuhr,
passierte bereits seltsames.
zwar für mein weltbild eine kur,
doch ganz ok; - und so kam es.

im krater einer sternschnuppe,
welche vor millionen jahren
einst genau hier vom himmel fiel, -
quasi aus dem all ein samen
fand exakt hier sein letztes ziel, -
stand das objekt auf einem berg
inmitten einer baumgruppe;
ein versteck, welches nichts entbehrt.

vor gestern, bevor ich ankam,
sehr weit entfernt von diesem ort,
ging meine mission seltsam an;
es war ausser mir niemand dort.

ich kam mit dem niederflieger,
den ich gut getarnt versteckte,
damit ich ihn später wieder
im selben zustand entdeckte.

ihn zu tarnen war gar nicht leicht,
es war kaum etwas vorhanden, -
und als ich hatte, dass es reicht,
sind zwei wesen dagestanden.

besuch kam mir ungelegen, -
meine mission war streng geheim,
so versuchte ich deswegen
möglichst unauffällig zu sein.

als zwei lustige gesellen
haben sich beide gegeben;
es war leicht, mich zu verstellen,
damit sie nicht verdacht hegen.

sie haben mich eingeladen
sie nach hause zu begleiten,
ich konnte mich sogar baden
und mich etwas vorbereiten.

seltsam war an dem ereignis,
dass sie meine sprache kannten;
sie nannten mir ihr geheimnis,
dass sie thelepathisch nannten.

sie hatten diese fähigkeit,
gedanken zu übertragen,
und zusätzlich die weisheit,
die an sich nicht viele haben,
vom anderen nur das zu lesen,
was der von sich geben wollte;
und das war gut so gewesen,
dass denken frei bleiben sollte.

man stelle sich das einmal vor,
dass man von allen alles weiss,
und offen wie ein scheunentor
mit all dem phasenweisen scheiss
einfach so für jeden offen
gedanklich auszulesen ist;
mir bleibt wirklich nur zu hoffen,
dass mich nie irgendjemand liest.

sie lebten als partisanen,
die man von zu hause vertrieb;
ich fand die beiden zusammen
eigentlich ausgesprochen lieb.

das dürften sie gemerkt haben,
denn sie haben mir verraten,
wo hier die gefahren lagen,
weil sie die ansicht vertraten,
es sei wichtig das zu sagen.

die tipps waren unbezahlbar;
ich konnte gar nicht ausdrücken,
wie dankbar ich für alles war.
es wurde zeit auszurücken.

es lag an mir zu verhindern,
dass eine hochzeit stattfindet;
um das risiko zu mindern,
dass man sich unerwünscht bindet,
haben sie mich hier her entsandt, -
doch war genaues unbekannt.

höchste vorsicht war angebracht,
denn als brutal galt ihr vater.
dieser stand unter mordverdacht,
und regierte in dem krater.

seine dunklen machenschaften
waren ihm nicht nachzuweisen.
den versuch ihn zu verhaften
kann man nicht als rühmlich preisen,
denn er zog vor zu verreisen.

zuerst suchte ich ein versteck
um ein lager aufzuschlagen -
nicht all zu weit vom einsatz weg
wollte ich die basis haben.

nach ein paar wenigen meilen
durch hohes gestrüpp im dickicht
wollte ich mich nicht beeilen,
und rastete im sonnenlicht.

als ich einige zeit genoss,
und schon mehrere seiten schrieb,
kam ein reiter auf grünem ross,
dass überraschend stehen blieb.

'dich hab' ich noch nicht gesehen',
sprach er mich eher freundlich an;
'da bleib ich ein senig stehen,
damut ich mit dir reden kann.'

mir war das wenig willkommen,
doch er ist schon abgestiegen,
hat ungefragt platz genommen,
und pfiff seinem pferd zu liegen;
das hat sich seitlich ausgestreckt,
ganz knapp neben ihn hingelegt,
und bei mir den eindruck erweckt,
es wär' ein wenig aufgeregt.

'du bist wohl nicht aus der gegend',
fragte er, ob ich von hier bin,
und nicht lange überlegend
gab ich zur antwort nur unsinn.

ich möge nicht derart lügen,
hat er freundlich unterbrochen;
die wahrheit würde genügen.

gerne hätt' ich mich verkrochen,
kann auch er gedanken lesen?
wie soll ich unentdeckt bleiben?
es ist so peinlich gewesen;
niemand brauchte mich beneiden.

der fremde lächelte mich an,
er sprach mit ruhiger stimme,
ehrlich sein ist, was jeder kann;
wenn ich mich richtig entsinne.

die worte gaben vertrauen,
und so sagte ich ihm ehrlich,
ich will die gegend anschauen,
und fürchte, es sei gefährlich.

nickend pflichtete er mir bei,
und begann mir zu erzählen,
dass dies hier leider üblich sei,
dass sich zwei parteien quälen.

dabei sei man teils befreundet, -
natürlich nur inoffiziell -
ansonsten wird es geleugnet;
er fände das sensationell.

er redete frei vor sich hin,
sein job sei wolken zu hüten,
er suche nelken zum melken,
und er braucht spezielle blüten,
ehe sie später verwelken.
mir fehlte zu allem der sinn.

es schien, dass er sehr gut wusste,
dass ich fragezeichen sehe,
da ich gar nicht fragen musste,
wie das mit den wolken gehe.

er setzte fort zu erklären,
dass zwei lager verfeindet sind,
da sie teils wasser entbehren,
und er die rationen bestimmt.

sein verbündeter sei der wind,
der die wolken zusammenhält,
welche rundum zu sehen sind,
bis das wasser herunterfällt.

wolken treiben, nelken melken,
komisch war der kerl irgendwie,
solche wesen trifft man selten,
und wenn dann mit viel fantasie.

sonnenstrahlen am tag darauf,
morgens bereits warm und kräftig,
weckten mich sehr zeitig auf;
irgendetwas roch da deftig.

draussen lag ein riesen haufen,
der fürchterlich gestunken hat, -
so richtig zum davon laufen,
eine option, die es nicht gab,
denn mich achtlos zu bewegen
war recht riskant für mein leben.

vor mir lagen zwei aufgaben,
und es viel zeit verronnen;
ich musste irgendwie wagen
an die prinzessin zu kommen.

ich brauchte - so dachte ich mir,
einerseits einen guten plan,
und andererseits ein quartier.
auf die möglichkeit kam es an,
die prinzessin auszuspannen,
oder vielleicht auch dann und wann
den bräutigam zu verbannen.

so ging ich die selbe richtung,
ungefähr eine stunde lang,
bis zu einer kleinen lichtung
welche ich geeignet empfand.

dann holte ich meine sachen,
und habe mein quartier gebaut;
es fix und fertig zu machen,
war zeitweise ein wenig laut.

selbst brauchte ich nicht zu bauen,
das tat der hausgenerator;
dem ausschliesslich zuzuschauen,
hatte ich eigentlich nicht vor.

ich inspizierte die wege,
welche es zu der lichtung gab,
und entdeckte ein gehege,
das ziemlich in der nähe lag.

ganz eigenartige wesen
mit unglaublich grossen augen
sind da eingesperrt gewesen;
sie begannen wild zu schnauben,
und mit den beinen zu stampfen.
sie schienen ausser sich zu sein.
der boden begann zu dampfen, -
ich lies sie doch lieber allein.

ich bin danach zurückgekehrt,
wo das unglaubliche geschah,
das wohl jeder logik entbehrt,
so wie ich die umstände sah.

der generator lag herum,
hat zwischenzeitlich nichts gemacht, -
in meiner situation sehr dumm,
denn in kürze begann die nacht.

daher stellte ich mein zelt auf,
und legte mich frustriert nieder;
für den neuerlichen anlauf
brauch' ich das tageslicht wieder.

sehr zeitig am nächsten morgen
weckte mich starkes sonnenlicht;
frühstück wollte ich besorgen,
doch wo, das wusste ich noch nicht.

rundherum war nichts zu höhren,
die stille war noch unberührt:
mir war wichtig nicht zu stören,
was dieser umgebung gebührt.

ich hielt nach einem schloss ausschau,
oder nach bewohnten bauten;
man sagte, es sei himmelblau.
das volk erkennt man an lauten,
welche urtümlich anmuten,
wenn sie miteinander reden.
ich fand spuren ihrer routen;
die hat's in mengen gegeben.

ich hab' die spuren gelesen,
die sehr interessant waren.
sie waren von schweren wesen,
mit tiefschwarzen langen haaren.

auf einmal waren da stimmen, -
diese laute mussten sie sein;
mir blieb ins dickicht zu springen,
und mein kopf streifte einen stein.

doch leider sprang ich viel zu spät,
denn ich sah immer mehr beine;
die hoffnung, dass die menge geht,
war nurmehr eine sehr kleine.

so entstand meine gefangenschaft,
deren zeit ich nicht beschreibe;
ich bin am ende meiner kraft,
als ich aus dem käfig steige.

ich hab's mir anders vorgestellt,
den boss hier kennenzulernen;
obwohl mir das gar nicht gefällt,
steht mein schicksal in den sternen.

jetzt saß ich in meinem zimmer,
und hatte mich zu entscheiden;
selbstverständlich so wie immer,
will ich sterben oder bleiben.

der typ ist unberechenbar,
hielt eine rede stundenlang,
die aus der luft gegriffen war, -
völlig ohne zusammenhang.

er sprach von den vierzehn welten,
und auch von seiner herrlichkeit;
weil hier seine regeln gelten,
sei man so vom unglück befreit.

er erzählte seine vision,
die ich noch nie zuvor hörte,
doch ob meiner situation
gab es viel mehr, das mich störte.

mir war innerlich zum weinen,
jedoch wollte ich freundlich sein;
ausweg gab es leider keinen
aus diesem schwer kranken verein.

ich schreibe was er gesagt hat,
damit ich einmal lachen kann;
vielleich ist einmal ein verlag
von diesem schwachsinn angetan.

um ungefähr zu zitieren,
wofür sie hier existieren:

'wir durchwandern vierzehn welten,
wobei wir fünf mitbekommen;
relativ wird eher selten
dabei verstand angenommen.

neun hast du sicher schon geschafft,
und in dieser wirst du bleiben;
auch wenn du mit all deiner kraft,
wegen deiner ganzen leiden
deine existenz beendest,
wirst du bald wieder hier sein.
du lebst so quasi einen test,
bei dem ausschliesslich du allein
die entscheidung zu treffen hast,
ihn erfolgreich abzuschließen,
damit du nach ein wenig rast
beginnst es neu zu genießen.

wir leben zu anderer zeit,
und wollen dich zu uns holen;
die frage, bist du nun bereit,
dass wir dich entsprechend polen,
musst du später für dich klären,
wenn du mit dir alleine bist,
wo deine gedanken gären;
doch höre zu, was möglich ist.

die erste welt dient dem rasten,
wenn du deine prüfung bestehst,
daher brauchst du nicht zu hasten,
damit du danach weitergehst.

du bist dort physisch nicht präsent,
und doch verweilst du eine zeit;
man braucht lange, bis man erkennt,
dass einen so das nichts befreit.

als nächstes folgt welt nummer zwei.
sobald du dich ausgeruht hast,
gibt dich die erste instanz frei;
das ist das ende deiner rast.

ein wassertropfen wird aus dir,
welcher viele male mutiert;
irgendwann endet dein sein hier,
sobald der kreislauf dich verliert.

es geschieht dabei nebenbei,
dass du dich langsam verwandelst;
das tust du in welt nummer drei,
in der du jedoch nicht handelst.

deine existenz als flamme
dient dort auch dem erhalt der glut;
vielleicht bleibt dir eine schramme,
jedoch tut dir die hitze gut.

die reinigung ist beendet,
wenn deine glut erloschen ist,
und sich das blatt für dich wendet,
während du auf der reise bist.

hitze wird deine energie, -
diese reift in welt nummer vier;
die geschichte bestimmt das wie,
deine vergangenheit bleibt hier.

in welt fünf wird ein molekül
in der energie entstehen,
dem ursprung von deinem gefühl
kann es hier auch so ergehen.

es ist nur diese eine welt,
die du ein einziges mal lebst;
wenn dein molekül zerfällt,
geschieht es, dass du weitergehst.

in welt sechs wirst du geborem,
was nun zum ersten mal passiert;
du bist dazu auserkoren,
dass jetzt dein körper anders wird.

du wirst dort reinkarnieren,
bis deine form gebildet ist,
und du wirst so lang mutieren,
bis du irgendwann fertig bist.

danach folgt welt nummer sieben,
wo du einen geist ausbildest,
ansonsten bleibst du dort liegen,
bis du aus dieser verschwindest.

dein geist hat vorerst kaum funktion,
weil du ihn nicht benützen lernst;
doch reicht es in der situation,
bis du dich aus der welt entfernst.

in welt acht lernst du harmonie
sowie die innere balance;
du hast sehr wenig fantasie,
doch genau das ist deine chance

alles was dir hier widerfährt,
passiert ausschliesslich mit willkür;
du wirst mit weisheit genährt,
und kannst eigentlich nichts dafür.

in welt neun bestimmst dein schicksal -
mit allen vor- und nachteilen -
du selbst zum aller ersten mal,
um die ziele anzupeilen.

den kreislauf hast du absolviert,
sobald dein schicksal dich findet,
das dich zur gänze annektiert,
wodurch es platz in dir findet.

hier ist dein längster aufenthalt,
denn harmonie benötigt zeit.
du bist als fertige gestalt
für die nächste hürde bereit.

ab welt neun musst du entscheiden,
was mit dir weiterhin geschieht;
du wirst dort so lange bleiben,
bis sich die unklarheit verzieht.

das ist ein mühsamer prozess,
und es braucht, bis es dir gelingt;
allerdings hast du keinen stress,
damit dich einsicht weiterbringt.

welt nummer zehn dient den sinnen,
die dort ausgebildet werden;
du wirst den eindruck gewinnen,
übertrieben oft zu sterben.

in der elften welt angelangt,
entsteht dort dein doppelgänger,
der zwar genau wie du anfangt,
nur benötigt er viel länger.

ist dein spiegel dein begleiter,
hast du die chance auf harmonie;
er nützt dir als vorarbeiter
im zentrum deiner energie.

du wirst ihn immer dann sehen,
wenn du spürst, du kommst nicht weiter,
und eines tages verstehen,
er ist immer viel gescheiter.

dreimal hast du die möglichkeit,
den spiegel zu akzeptieren;
kommt es zu eurem dritten streit,
wirst du die option verlieren,
dass er dir weiterhelfen kann,
denn du hast seinen geist zerstört.
für dich ist das schlimme daran,
dass er nich mehr zu dir gehört.

hast du den umstand entschieden,
musst du diese welt verlassen,
und wirst dich in zukunft lieben,
oder deinen spiegel hassen.

in der zwölften welt wird es schwer,
denn du strebst dort nach perfektion;
du wirst sehr oft ein anderer
bei gleichbleibender intention.

bist du in der welt gelandet,
ist dir nur dein körper wichtig;
viele sind gebückt versandet,
denn sie waren unaufrichtig.

welt dreizehn gehört deinem geist,
der sich und den körper kräftigt;
auch wenn du eine menge weißt,
bkeibt er von nun an beschäftigt.

dir ist der umstand unbewusst,
wie oft du hier wieder entstehst,
doch ist es, dass du bleiben musst,
bis du dich zur gänze verstehst.

kommst du in der letzten welt an,
ist die zeit der vervollkommnung,
welche dich vielleicht irgendwann
von all deinen sorgen befreit.

solltest du dein ziel verfehlen,
ist es schlecht um dich bestellt;
du darfst dich erneut abquälen,
und beginnst in der ersten welt.

ich würde das nicht erzählen,
wollten wir dich jetzt abschlachten,
und es liegt an dir zu wählen,
ob wir dich als freund betrachten,
oder die die haut abschälen,
wie wir es mit feinden machten.

warum ich dir die chance gebe,
hat einen ganz speziellen grund;
er war inhalt meiner rede,
womit ich dir nahe lege,
bleib bei uns und mithin gesund.

ich will dich alleine lassen,
damit du die entscheidung fällst,
und möchte ja nicht verpassen,
sobald du dich zu uns gesellst.'

sie stiessen mich in den käfig,
und brachten mich in mein zimmer;
ich fühlte mich total schläfrig,
und meditierte, wie immer.

der schwachsinn beschäftigte mich, -
er verfolgte mich noch lange;
ich war auch etwas ärgerlich,
und dachte, wie ich anfange,
meinen auftrag zu erfüllen,
um mein ziel nicht zu verfehlen;
ich hoffe bald zu enthüllen,
von meinem sieg zu erzählen.

vorerst war nichts zu entscheiden,
ich konnte nur zeit gewinnen,
und maximal wachsam bleiben,
um einen plan zu ersinnen.

der nacht blieben ein paar stunden,
bis zum tagesanbruch zu sein;
ich hab' die zeit kurz empfunden,
und schlief vermutlich wie ein stein.

früh morgens weckten mich wachen.
sie brachten mir frühstück herein;
und zum kleiden frische sachen
war zu tagesbeginn sehr fein.

ich war noch beim ersten bissen,
als der boss zur tür hereinkam.
dieser wollte von mir wissen,
ab wann er mit mir rechnen kann.

ich wusste, dass dies kommen muss,
doch war ich nicht darauf gefasst;
daher nannte ich als entschluss,
dass es mir derzeit noch nicht passt.

ich erbat mir etwas schonzeit,
weil ich mich sehr kraftlos fühlte,
und bat ihn, dass er mir verzeiht,
da mich alles so aufwühlte.

schweigen herrschte fünf minuten,
was mich schlimmes befürchten lies;
er meinte zum glück im guten,
was sich als rechte hilfreich erwies,
er gäbe mir gerne die zeit,
ein paar tage auszurasten,
denn es täte ihm furchtbar leid,
mich unnötig zu belasten.

wir wechselten ein paar worte
überraschend ungezwungen,
und sogar seiner eskorte
ist die freundlichkeit gelungen.

ich verstand die situation nicht,
scheinbar kann es alles geben;
mich beschäftigte die absicht,
den verbrecher zu erlegen.

soeben war er wieder da,
und fragte mich, wie es mir geht;
er setzte sich zu mir ganz nah,
und fragte, wie es um mich steht.

dermal hab' ich nur geschwiegen,
und finster zu boden geschaut;
er ist nicht lange geblieben,
und sehr bald wieder abgehaut.

was will der spinner denn von mir?
warum bin ich noch am leben?
was mache ich eigentlich hier?
irgendwie steh' ich daneben.

soll ich nur positiv schreiben?
was passiert, wenn die das lesen?
wie kann ich erfolgreich bleiben?
sind meine fragen gewesen,
die ich mir unentwegt stellte;
wobei mir nicht aus dem kopf ging,
dass er sich zu mir gesellte,
und freundlich zu reden anfing.

zwei fenster hatte dieser raum;
leider war nicht viel zu sehen.
nur wände hinter einem baum,
unter dem zwei wachen stehen.

die fenster waren zugesperrt,
das schloss war aussen angebracht,
die rahmen waren leicht verzerrt,
ich spürte den zug in der nacht.

meine chance war der hinterhalt,
zumal sie sehr freundlich waren;
mit ausnahme dieser gestalt
überdeckt mit weissen haaren.

ich läutete wirklich sehr oft,
um den fluchtweg zu entdecken;
und habe insgeheim gehofft
keinen verdacht zu erwecken.

die wachen niederzuschlagen,
ohne plan wie es weitergeht,
könnte auch zur folge haben,
dass es wirklich schlecht um mich steht.

also blieb mir beizugeben,
und mich dem vorschlag zu fügen,
mit den verbrechern zu leben;
das wird sicher kein vergnügen.

der boss kam noch am vormittag.
ich sagte ihm, bereit zu sein,
und ausserdem, dass ich ihn mag;
darauf hin rief er: 'das ist fein'.

ich war sofort ein freier mann;
ein lehrer wurde bereitgestellt,
damit ich dazulernen kann,
was wichtig ist in dieser welt.

ich konnte zum glück abwenden, -
wenn auch mit gezinkten karten, -
die rast hier gleich zu beenden,
und durfte morgen abwarten.

in der früh soll er mich holen,
und mir mein zu hause zeigen,
wurde dem lehrer befohlen;
heute könne ich hier bleiben.

so lies ich den tag verstreichen,
ohne etwas zu beachten;
ich suchte nach einem zeichen,
um nach anderem zu trachten.

der tag war wirklich recht skurril.
ich fühle mich schlapp und kaputt,
es war gesamt ein wenig viel,
auch wenn die müdigkeit gut tut.

es bagann gleich früh am morgen,
als wir recht weit zum boss gingen;
meine laune war verdorben,
mir war nach frischluft zu ringen.

die details will ich mir sparen,
auch weil mir der platz dafür fehlt;
um die hoffnung zu bewahren,
sei das erträgliche erzählt.

das areal ist eher klein,
doch unterirdisch ausgebaut;
gänge führen durch das gestein,
wo man auch die toten verstaut.

lebewesen hinter gittern
sind den weg entlang zu sehen;
manche die erbärmlich zittern
kann man mehr als gut verstehen.

wir gingen ewige zeiten,
bis wir endlich am ziel waren;
und dann den boss zu begtleiten
war schon zum aus der haut fahren.

diesen weg zurück zu gehen,
und alles noch einmal zu sehen
wollte ich gar nicht verstehen.

das allerschlimmste daran war,
dass wie in mein zimmer gingen;
ich empfand das sehr sonderbar.
als wir zu reden anfingen,
stellte er seine gründe dar,
warum er erreichen wollte,
dass ich nun bei ihnen bleibe,
und was ich alles tun sollte,
damit ich nicht lange leide.

das gespräch war bemerkenswert, -
eigentlich recht abgefahren, -
wir haben einiges geklärt,
auch wenn dinge komisch waren.

er fragte mich gleich zu beginn,
ob ich eine idee hätte,
warum ich eigentlich hier bin,
in seiner heiligen stätte.

damit ich mich nicht verliere,
halte ich den dialog fest,
wenn ich ihn auch nur zitiere.
ich hasse den typ wie die pest.

sag, wie geht es dir denn heute?
ich bin froh, dass du bei uns bleibst.
es gibt für dich ein fest heute,
damit du dir die zeit vertreibst.

wir feiern die gelegenheit,
wo immer sie vorhanden ist,
heute ist es wieder so weit,
weil du zu uns gekommen bist.

es ist jetzt deine aufgabe,
mir diese korrekt zu nennen.
die hinweise, die ich habe,
wirst du mit sicherheit kennen.

der letzte ist fast zu direkt,
er heisst ganz einfach vis-à-vis,
meistens bleibt die funktion versteckt,
hingegen benötigst du sie.

heute darfst du mich befragen;
um deinen sinn zu erfahren,
musst du wahrheiten ertragen,
die mir wichtig sind und waren.

mich erfasste ratlosigkeit,
und ich stand total daneben;
ich hab' mich rasch davon befreit,
und fragte den boss deswegen:

'wie darf ich denn zu dir sagen,
um dich höflich anzusprechen,
und nach diesen letzten tagen
nicht noch mehr regeln zu brechen?'

er schaute mich kurze zeit an, -
nur einen kurzen augenblick, -
dann kam, dass ich boss sagen kann,
ansonsten kurz und bündig trik.

es folgte längeres schweigen;
offenbar lag es jetzt an mir
nicht weiter mehr still zu bleiben.
ich fragte: 'was mache ich hier?'

da sprang trik plötzlich auf mich zu, -
er packte mich fest am kragen,
und schie mich an, 'das sagst mir du,
stelle mir sinnvolle fragen!'

'verzeihung, das ist mir zu schwer,
ich weiss nicht, was ich fragen kann;
mich interessiert vieles sehr,
doch alles dann und irgendwann.'

'ich will dir hinweise geben,
damit du nicht so ratlos bist.
hoffentlich kommt dir gelegen,
was dir noch unverständlich ist.

ich muss es dir überlassen
mir ein paar fragen zu stellen;
und wage es nicht zu passen,
sonst stirbst du bald in den wellen.'

'ich hab' die warnung verstanden,
und werde mein bestes geben.
im wasser will ich nicht landen,
denn ich möchte weiterleben.

ich bräuchte jetzt ein wenig zeit,
um genau zu überlegen,
was meinen fragen sinn verleiht,
und dich nicht mehr aufzuregen.'

'wieviel zeit willst du denn haben?
was hast du denn bisher gemacht?
wir warten jetzt schon seit tagen,
und du hast nicht fertig gedacht.

aber gut, ich will nicht so sein,
du kannst noch etwas zeit haben.
daher lasse ich dich allein,
denn du sollst dich nicht beklagen.'

der boss war sichtlich sehr verstimmt,
er schrie sogar den lehrer an;
man tut, damit man zeit gewinnt,
nicht immer, was nur gut sein kann.

er ist bald wieder erschienen;
mit einem lächeln im gesicht
begann er mich anzugrienen,
wobei sein dunkles augenlicht
unbehaglichkeit erzeugte,
die mir über den rücken lief;
und so wie er mich beäugte,
empfand ich es schlimm, als er rief:
'na du kleiner dreikäsehoch,
bist du ausreichend motiviert?
hast du schon dein gedankenloch
befriedigend umfunktioniert?'

'du hast wohl in deinem vortrag
das wesntliche schon erzählt;
daher mache ich den vorschlag,
dass die vergangenheit nicht quält.'

'die ist zwingend interessant',
hat er sofort unterbrochen;
'mir bleibt sicher nichts unbekannt',
hat er dazu ausgesprochen.

'du bist auf meinem werdegang
etwas, das mir passieren muss,
stehst mit meinem ziel im einklang,
doch ich bereite dir verdruss.

dir ist wichtig mir zu geben;
obwohl ich in deine welt drang,
gibst du mir die chance zu leben, -
die gründe sind nicht von belang.

du willst mir etwas beibringen,
und ich soll es bereits wissen;
daher muss es mir gelingen,
meine zweifel nicht zu missen.

irgendwie bin ich dir wichtig,
und du bist ja kein anfänger;
ist meine vermutung richtig,
dass du mich schon sehr viel länger
zuschaust, als es mir bewusst ist,
weil du herumgekommen bist?'

'ich kenne dich schon sehr lange,
und falls es deine neugier deckt,
es ist zeit, dass ich anfange
zu erfahren, was in dir steckt.'

ich musste mit ihm mitspielen,
mir blieb keine andere wahl;
gedanken, die mir einfielen,
waren absurd und abnormal.
ich fragte nach seinen zielen,
jedoch die frage war fatal.

'meine ziele geh'n dich nichts an!
kümmere dich um die deinen,
und dann arbeiten wir daran,
würrde ich doch eher meinen.'

ich wollte noch mehr zeit schinden,
doch der versuch ist gescheitert;
ich musste mich überwinden,
und tat, als wär' ich erheitert.
mir war überhaupt nicht danach
ein nettes lächeln zu zeigen,
bloss dass ich mir davon versprach,
unfreundlichkeit zu vermeiden.

'ich hab' wirklich viel nachgedacht -
über das, was du gesagt hast,
auch wenn es vielleicht nichts ausmacht,
sind viele gedanken ballast.

ich fühlte mich total erschöpft,
und hab' nicht alles behalten;
ich war froh, dass ihr mich nicht köpft,
und fürchtete die gestalten.

du hast von spiegeln gesprochen,
ist bei mir hängen geblieben;
mag sein, meiner ist zerbrochen,
weil splitter am boden liegen.'

seine nasenlöcher schnaubten,
den raum erfüllte dunkler rauch;
alle meine sinne raubten
mir den glauben an einen brauch.

wütend fluchte er aufgebracht
mit lauten, die ich nicht verstand;
das war zumindest mein verdacht,
den ich in dem moment empfand.

'von mir fehlt kein einziges stück, -
es gibt von mir keine splitter!
halte dich gefälligst zurück,
sonst erlebst du wieder gitter!'

langsam wurde sein kopf sichtbar, -
sein ganzer körper vibrierte,
bis in dem raum wieder licht war,
was mich doch sehr irritierte.

der boss hielt die luft lange an,
und die stimmung war sehr eigen;
es hat jedenfalls gut getan
etwas auf distanz zu bleiben.

jetzt schien er wieder bei sinnen;
jedenfalls qualmte er nicht mehr.
zeit war dabei zu verrinnen -
so eine stunde ungefähr.

nun weißt du, worum es mir geht, -
sprach er sehr deutlich wort für wort, -
und dass es gut um dich steht.
dann verliess er grusslos den ort.

wieder ging ein tag zu ende;
ein tag, so seltsam wie jeder.
vielleicht lag es am gelände,
oder auch an dieser feder,
dich ich zum schreiben benützte.
ich erhoffte eine wende, -
eine hoffnung, die mich stützte.

dieser typ war nicht geheuer,
ich musste auf der hut bleiben;
sonst wird die erfahrung teuer
hier aus dem leben zu treiben.

ich wollte mich nur entspannen,
um später zum fest zu gehen;
wollte gedanken verbannen,
und nicht zu müde aussehen.

kaum hatte ich mich hingelegt,
kamen zwei wachen ins zimmer;
die beiden klopften unentwegt
und mir fehlte jeder schimmer,
was sie offensichtlich aufregt.

ich sollte mich sehr beeilen,
deuteten sie klar verständlich,
es fehle zeit zu verweilen,
und ich stresste mich letztendlich.

das fest war für mich recht wichtig,
um alle kennenzulernen,
und motivierte mich richtig,
mich schnellst möglich zu entfernen.

ich hätte das nie fest genannt,
denn ein jeder hat geschwiegen;
nur einer ist herumgerannt,
und ist dann beim boss geblieben.

der eine war der bräutigam, -
auch prinzessin war zugegen, -
und das nerkwürdige daran
geschah dieser beiden wegen.

sie haben kein wort gesprochen,
die ganze zeit lang nicht einmal;
sie sah man nur beim kochen,
und das war scheinbar ganz normal.

unter irgendeinem vorwand
fragte ich dann meinen lehrer
nach dem sonderbaren umstand.
das sei für ihre verehrer,
hab' ich zur antwort bekommen.
mehr wollte er scheins nicht reden,
offenbar war er benommen.
ich lies es dabei deswegen.

für mich war das fest gelaufen,
da rief mich trick lautstark zu sich,
gab mir die flasche zum saufen,
und gut gelaunt fragte er mich:
'wie hat dir das fest gefallen?'
die wahrheit war nicht angebracht,
und so begann ich zu lallen,
'ich habe an's gehen gedacht.'
'ich will dich morgen besuchen,
das könnte schon recht zeitig sein;
vielleicht wirst du mich verfluchen, -
doch stimmt's, du sagst sicher nicht nein.'

ich erwiderte mit nicken,
und gab ihm keine antwort mehr;
war es doch sinnlos zu zicken,
ausserdem nervte er mich sehr.

gut, jetzt wieder allein zu sein,
dachte ich mir am weg zurück.
die ruhe ist jetzt richtig fein;
die andern sind am fest zu glück.

schlagartig war ich wieder wach -
diese chance war einzigartig, -
ich dachte über's fliehen nach;
meine schritte wurden hastig.

verschwitzt kam ich in mein zimmer,
und schnappte mir ein paar sachen;
auch mein tagebuch, wie immer, -
um mich auf den weg zu machen.

ich bin einfach nur gelaufen,
ohne mich hier auszukennen;
mir fehlte zeit zum verschnaufen,
denn meine chance war zu rennen.

so lief ich durch viele gänge,
die einem labyrinth glichen, -
eine unzählbare menge.
völlig unerwartet wichen
diese kalten, dunklen pfade
einem offenen gelände.
es hatte hier minusgrade, -
eiszapfen zierten die wände.

innerlich war ich so erhitzt,
dass die kälte angenehm war, -
und hab' noch schnell in's eis geritzt,
'trick, du warst einfach wunderbar.'

ich rannte unter den sternen,
der boden war glitschig und nass;
rasch wollte ich mich entfernen, -
und tankte die kraft aus dem hass.

zehn minuten vergingen kaum,
wo eine grenze vor mir stand, -
in form von einem hohen zaun
verschandelte sie dieses land.

letztendlich schaffte ich auch noch
diesen zaun zu überwinden;
es gelang mir ein kleines loch
in dem maschendraht zu finden.

das loch hatte eine grösse,
als wäre es für mich bestimmt, -
das sparte energiestösse;
mir schien das schicksal gut gesinnt.

die freiheit hatte mich wieder;
ich schaffte den schwierigen weg,
und fühlte in mir den sieger, -
die kühne flucht war der beleg.

langsam habe ich mich entfernt,
und liess den albtraum hinter mir;
ich habe aufpassen gelernt,
denn es war sehr gefährlich hier.

nach gelaufenen irrwegen
habe ich mein lager erreicht,
und musste mich niederlegen,
damit meine erschöpfung weicht.

morgens blieb ich lange liegen,
denn ich spürte alle knochen;
jetzt hab' ich in's buch geschrieben,
und bin aus dem zelt gekrochen.

zu viel zeit ist schon vergangen,
doch erfolg ist ausgeblieben;
ich musste dingend anfangen,
meine feinde zu besiegen.

mir fehlte einzig die idee,
wie ich diese sache angeh'.

vorerst musste ich mich pflegen
und auch meine wäsche waschen,
also packte ich deswegen
alles nötige in taschen.

ein fluss war schnell aufgetrieben;
das wasser hatte qualität,
und es gab zum wasser stiegen;
doch auch ein schild auf dem nichts steht.

die stiege war alt und schmutzig,
und schon länger unverwendet,
doch das schild machte mich stutzig.
es hat meinen plan beendet,
hier zum wasser zu gelangen;
so bin ich weitergegangen.

ich war zwar äusserst vorsichtig,
doch sichtlich nicht achtsam genug.
was passierte, war mir wichtig, -
wie es geschah, etwas unklug.

die prinzessin hat gerufen,
'hallo, was treibt dich denn daher';
ganz in der nähe der stufen,
und ich erschrak tatsächlich sehr.

ich hatte glück; sie war allein,
es war sonst niemand zu sehen;
sie stand im wasser am gestein, -
es trieb mich zu ihr zu gehen.

die liebe auf den ersten blick
hat mich wie der blitz getroffen;
ich spürte den inneren kick,
und war sofort für sie offen.

ihr ist es auch so gegangen, -
wir hätten nicht reden müssen;
wir haben gleich angefangen
uns ganz ungestüm zu küssen.

ich spürte sie so intensiv,
dass ich nurmehr schreiben kann,
zu lang war, dass ich nicht schlief,
doch das war das schöne daran.

wir hatten uns viel zu sagen.
sehr viele informationen
waren nicht besser zu haben,
ist fast müssig zu betonen.
selbst durfte ich nicht ehrlich sein,
doch das war völlig belanglos.
ich schenkte ihr noch einen stein
geziert mit einem herz aus moos,
über den sie sich sehr freute.
sie beteuerte zum abschied,
dass ich die zweifel zerstreute, -
ging von dannen und pfiff ein lied.

wir haben uns nicht ausgemacht,
dass wir uns bald wiedersehen.
für mich habe ich mir gedacht,
es wird hoffentlich schnell gehen.

ich musste nur an sie denken,
sie ging mir nicht mehr aus dem sinn;
mich irgendwie abzulenken,
wäre sicherlich ein gewinn.

lang bin ich nicht eingeschlafen,
mit sicherheit war ich verliebt;
es nützte zählen von schafen, -
ich dachte nicht, dass es das gibt.

ich möchte sie wiedersehen,
daher will ich mich aufmachen
diesen tag gleich anzugehen.
ich packe jetzt meine sachen.

_ * _ * _ * E N D E * _ * _ * _

hier endet dieses tagebuch,
was geschah, das wissen wir nicht;
wir fanden zu diesem besuch,
einen scheins passenden bericht,
der uns eventuell erklärt,
warum dieses werk hier abreisst.
hat man ihm das ende beschert,
oder war's anders wie zumeist?
der bericht stammt aus der zukunft,
das wissen wir mit sicherheit.
wenn auch oft abseits der vernunft,
die quasi zu den sternen schreit,
wird alles zur vergangenheit.

es ist auf papier geschrieben, -
eine seite, die im buch fehlt:

"es war wichtig zu besiegen,
was stört, dass sich das paar vermählt.

wir werfen sein buch aus der zeit,
zurück in die vergangenheit
zur präsenz der sinnlosigkeit."

 

nurexmi

stein


forschungen haben ergeben,
dass die beilage älter ist;
wir wollen sie gut aufheben,
und zitieren den kolumnist:

'heute kann ich nicht beweisen,
dass diese möglichkeit besteht,
denn mitnehmen von den reisen
ist ein umstand, der noch nicht geht.'

der rest ist nicht entschlüsselbar,
weil er viel zu verschwommen war.

geschriebene hieroglyphen
sind wie folgt zu übersetzen, -
wofür wir verstärkung riefen,
und hofften, man wird das schätzen.

'die universumsredaktion
rief mich völlig unerwartet,
denn man sei in der situation,
dass ein kongress sehr bald startet.
die kollegin ist verschwunden,
man habe lang nichts mehr gehört,
daher sei man mir verbunden,
dass mich der abstecher nicht stört.

ich müsse sofort aufbrechen,
und soll keine zeit verlieren;
um näheres zu besprechen,
würden wir feudal dinieren.'

da blieb mir wirklich wenig zeit,
drei planeten weit musste ich;
die distanz war eine kleinigkeit,
doch dieser stress schreckte mich.

um die zeit zu überwinden,
musste ich tief in mich gehen,
und konnte den zustand finden
eine reise durchzustehen.

das war keine knopfdruckaktion,
es erforderte viel aufwand,
jedoch in dieser redaktion
gab es keinen, der das verstand.

ungeachtet der tatsachen
wollten sie alles gleich haben,
ohne sich den kopf zu machen,
wie andere das ertragen.

doch ich war den stress schon gewohnt;
sie belehren war nicht sinnvoll, -
das hat sich leider nie gelohnt.
also vergass ich meinen groll.

daher startete ich spontan,
ohne mich vorzubereiten;
derart kam ich irgendwo an,
in welten endloser weiten.

hier bin ich noch nie gewesen,
und fand gut, dass ich da mal stand,
niergendwo war abzulesen,
wo ich mich eigentlich befand.

das sternenbild war unbekannt,
und scheinbar gab es kein leben;
unter mir war mehliger sand,
da fing der boden an zu beben.

mir war klar, ich musste zurück, -
ich hatte mich tatal verirrt;
das beben endete zum glück.
ich fühlte mich zu verwirrt,
um die reise fortzusetzen.
somit blieb mir nur zu rasten,
und mich keinesfalls zu hetzen,
oder sonstwie zu belasten.

schon nach relativ kurzer zeit
fühlte ich mich wieder recht fit,
und dachte ich wäre so weit,
doch mein körper spielte nicht mit.

mein reiseversuch scheiterte;
ich konnte mich nicht bewegen,
was mich wenig erheiterte,
doch so ist das manchmal eben.

ich ging ein wenig spazieren,
um doch etwas abzuschalten,
und dann nochmals zu probieren,
mich nicht länger aufzuhalten.

irgendwann habe ich gedacht,
jetzt würde es funktionieren,
und habe den versuch gemacht
die reise zu initieren.

mein ziel habe ich knapp verfehlt, -
acht sterne war ich weiter weg;
leider habe ich mich verzählt,
und musste quasi noch um's eck.

die redaktion wird sauer sein,
denn ich bin schon überfällig;
meine verspätung war nicht klein,
in stunden bereits zweistellig.

sobald ich dazu fähig war,
hab' ich kontakt aufgenommen;
unfreundlich legten sie mir dar,
ich brauche nicht mehr zu kommen.

ja, das ist so heutzutage,
man hat mich einfach gefeuert;
ich finde es nicht mal schade,
sondern echt total bescheuert.

mir saß der schock in den gliedern,
und meine enttäuschung war gross;
ich wusste nichts zu erwidern,
doch ok, - ich war arbeitslos.

ich spürte den stress nachlassen;
in mir kreisten die gedanken
diese redaktion zu hassen,
die langsam im all versanken.

ober mir der nahen ferne
wollte ich mich anvertrauen;
ich verstünde sie so gerne,
um an ganzen mitzubauen.

so fasste ich meinen entschluss
mich dorthin zu transferieren,
wo das geheimnis liegen muss,
meine dummheit zu verlieren.
dorthin, von wo ich eben kam,
wollte ich zurückkehren;
das universum nebenan
quasi nocheinmal beehren.

meine aufgabe zu finden
war mir momentan sehr wichtig,
sinnlosigkeit überwinden
erschien in meiner lage richtig.

es gilt in der unendlichkeit
die momente zu erleben,
um ihre einzigartigkeit
durch mein dasein zu belegen.

vor der reise muss ich warten,
denn mir fehlt die sorglosigkeit;
in kürze werde ich starten, -
acht tage, dann bin ich so weit.

ich hatte genug proviant,
um noch länger auszuhalten;
die gegend schien interessant, -
fremd sind die naturgewalten.

in der früh weckte mich der wind;
ein sandsturm wehte mein dach fort;
stürme, die derart heftig sind
erlebte ich an keinem ort.

ich legte mich auf den boden,
um nicht weggeweht zu werden;
später grub ich mich nach oben, -
und glaubte, ich müsse sterben.

jetzt war alles wieder friedlich, -
unfassbar schön der horizont;
viele sterne wirkten niedlich,
weit weg sah man die wetterfront.

ich wusste, dieser war der tag,
an dem ich hinter mir lasse,
woran mir einmal etwas lag,
was ich heute nurmehr hasse.

so entspannte ich mich waagrecht,
und sammelte innerlich kraft;
ein wenig fühlte ich mich schlecht, -
es bleibt nichts ewig ungestraft.

ich öffnete meine augen
an dem ort, den ich anpeilte;
erst wollte ich es nicht glauben,
weswegen ich starr verweilte.

die sonne war nicht zu sehen,
und dennoch gab es grelles licht;
sanft spürte ich den wind wehen;
beeindruckend war die aussicht.

ein unerwartet lauter knall,
hat mich mich regelrecht aufgeschreckt;
es donnerte laut aus dem all,
das hat mich unsanft aufgeweckt.

sehr mystisch wirkte die ferne;
donner hallte noch lange nach,
was passiert, wüsste ich gerne -
da draussen unter'm himmelsdach.

ein lila lichtball war sichtbar,
von wirbelndem rauch umgeben;
wo immer dieses schauspiel war,
gab es dort kein überleben.

langsam näherte sich das licht,
aus schwer zu schätzender distanz;
jetzt hoffte ich, es trifft mich nicht,
und war beeindruckt von dem glanz.

das phänomen löste sich auf,
ganz plötzlich ist es verschwunden;
die dinge nehmen ihren lauf,
um die kanten abzurunden.

leben scheint es nicht zu geben,
bisher suchte ich vergeblich;
ich grübelte nach weswegen,
denn vielleicht ist's unerheblich,
die begegnung anzustreben.
irgendetwas zog mich da her,
und ich erwartete mir mehr.

jeden stein habe ich umgedreht, -
nirgends gab es lebenzeichen.
dunkelheit zeigte, es war spät;
heute durfte es mir reichen.

ich beschloss hier abzuhauen,
um anderswo fuss zu fassen, -
und will zum nebenstern schauen;
sterne gibt es hier in massen.

die reise ist gut verlaufen, -
ganz ohne komplikationen;
endlich kann ich kurz verschnaufen,
und auch meine nerven schonen.

die ganzen letzten zwei tage
ist es hektisch zugegangen;
erst jetzt bin ich in der lage
mit dem schreiben anzufangen.

als autor darf ich erwähnen,
ich heiss nicht, wie es weitergeht;
wann kann ich mich zurücklehnen,
um durchzulesen, was da steht?

der stress hat sofort begonnen;
als ich hier zu bewusstsein kam,
sind viele wesen gekommen,
und schauten mich neugierig an.

ich lag wehrlos eingeringelt,
und konnte mich nicht bewgen;
denn ich war bereits umzingelt, -
platz hat es keinen gegeben.

immer mehr drängen sich um mich,
und sie haben laut geschnattert;
es war schlichtweg fürchterlich.
ich war noch viel zu verdattert.

die fremden wirkten gebrechlich,
ihre erscheinung gross und schlank;
doch das war jetzt nebensächlich,
ihre nähe machte mich krank.

lange lag ich regungslos,
und wusste nicht, was weitergeht,
bis ich den himmel wieder sah,
und wolken, die der wind verweht.

entgegen dem ersten eindrick
kam es anders als ich dachte;
offenbar sahen sie genug,
da mir die horde platz machte.

keiner ist bei mir geblieben, -
alle sind lautlos gegangen;
ich blieb noch ein wenig liegen,
und hab' mich recht rasch erfangen.

es ist etwas zeit verstrichen,
ehe ich bewegungsfähig war;
mit geschehenem verglichen
ging es mir wieder wunderbar.

meiner entwartung entgegen
war rund um mich weite leere;
ich sah keine spuren von leben,
als wenn niergends jemand wäre.

dass ich vergangenes träumte,
war sicher nicht auszuschließen;
und ob ich etwas versäumte,
wollte ich erst gar nicht wissen.

ich zog los, mich umzusehen,
und kam zu einem steinhaufen,
der einlud, ihn zu begehen,
oder ihn hinaufzulaufen.

einladen war das falsche wort,
ich kam nur schwer an ihm vorbei;
er war das grösste an dem ort, -
grösser als jeder berg mal drei.

die spitze war nicht zu sehen,
links und rechts gab es kein ende;
ich beschloss hinauf zu gehen,
und spuckte mir in die hände.

auf allen vieren, stein für stein,
begann ich hinauf zu klettern,
doch etwas sollte seltsam sein;
farbe begann abzublättern.

völlig egal, wohin ich stieg,
ist die schale abgebrochen,
sodass meine spur zurückblieb;
erschöpft bin ich hochgekrochen.

es war heiss, ich kam in's schwitzen,
und meine kräfte ließen nach;
folglich blieb ich etwas sitzen; -
unter mir floss ein kleiner bach.

die müdigkeit war verschwunden,
ich fühlte mich wieder munter;
wasser habe ich gefunden,
und streckte die hand hinunter.

ich räumte steine beiseite, -
doch sie waren unglaublich schwer;
sie griffen sich an, wie seife -
meine pfoten wollten nicht mehr.

plötzlich war da ein grosser fuss
viel zu nah' an meinem auge;
ich fragte, ob das denn sein muss,
was ich eigentlich nicht glaube.

ich war auf das schlimmste gefasst,
als ich den hünen vor mir sah;
dieser lachte sich einen ast, -
vielleicht darüber, was geschah.

dann hat er mir telepathiert,
sein name sei fuhlgluwönne,
und dass ihn nur interessiert,
ob ich jetzt aufhören könne,
dem verehrten berg zu schaden,
denn ich müsse mich nicht plagen.

die art der kommunikation
hab' ich schon lang nicht mehr gehabt;
doch seine gestikulation
hat zusätzlich viel ausgesagt.

das wesen hat mich aufgeklärt,
der berg sei ihr lebensspender;
daher werde der berg verehrt, -
nirgends gäbe es sonst länder.

ein wenig wunderte mich schon,
dass er mich gleich akzeptierte;
und in äusserst höflichem ton
die gedanken transferierte.

er bat mich mit ihm zu gehen,
um mir zu zeigen, wo er wohnt, -
und versprach, ich werde sehen,
dass sich für mich der ausflug lohnt.

es ging schneller, als ich dachte,
in dieser welt fuss zu fassen;
ich fühlte, wie mein herz lachte,
und wusste, es wird schon passen.

ich kletterte ihm hinterher,
nur kam ich meinem freund kaum nach;
kondition hatte er viel mehr, -
letztendlich schaffte ich es doch
erschöpft an's ziel zu gelangen,
wo der eingang zur höhle lag.
wir sind in den berg gegangen,
wo es so hell war, wie am tag.

ein unüberschaubar grosser raum
war hier in diesen berg gebaut;
es war beinahe wie ein traum,
ich hab' mich erstaunt umgeschaut.

der fremde hat mir dann erklärt,
dass hier alle zu hause sind,
da sich das seit langem bewährt,
denn draussen weht oft starker wind.

mir erschien das ganze seltsam,
zumal hier diese leere war;
und ob der wind ein grund sein kann,
war mir auch nicht nachvollziehbar.

ich stand vor einer steinmauer, -
der äusseren bergseite gleich;
mag sein, ein klein wenig grauer.
neben mir lag ein kleiner teich.

mein begleiter nahm einen stein, -
den nächsten klumpen, den er fand, -
und warf ihn in den teich hinein.
vor mir öffnete sich die wand.

dahinter lagen wohnräume,
einladend sie zu begehen;
zuerst dachte ich, ich träume,
und begann mich umzusehen.

alles nur aus diesen steinen,
von den wänden bis hin zum bett;
beinahe könnte man meinen,
sie finden hier die steine nett.

ich hab' mir die frage erlaubt,
ob es dafür einen grund gibt,
dass man alles aus steinen erbaut,
und warum der raum im berg liegt.

jetzt bot er mir einen platz an,
um es mir bequem zu machen,
und dass ich dann hier schlafen kann,
um morgen früh aufzuwachen.

morgens hat er mich aufgeweckt,
und mir frühstück angeboten,
der tisch aus steinen war gedeckt,
mit zwei gläsern - mit zwei roten.

der schleimbrei, den er servierte,
schmeckte vorerst ungenießbar;
doch weil sonst nichts existierte,
musste ich trinken, was da war.

er erzählte mir ganz genau,
wie diese steine entstanden;
ich erfuhr alles von dem bau,
und auch warum sie mich fanden.

wir mussten den stern verlassen,
wo ich damals zu hause war;
wir konnten es nicht fassen,
doch die situation war klar.

wir wurden quasi vertrieben,
und entschlossen uns zu flüchtem;
hier sind wir dann abgestiegen;
befreit von diesen gerüchten
und all den bösartigkeiten,
die man uns zuteil werden lies,
hofften wir auf gute zeitem;
denn was wir erlebten, war mies.

wir wollten uns frei entfalten,
planten grossartige dinge,
nur wurden wir abgehalten.
es waren unverslinge,
die dachten uns auszuschalten,
wenn wir in die falle gehen.
am ende mussten die gestalten
die niederlage durchstehen.

unser planet stand vor dem aus, -
er war kurz davor zu sterben;
zu schluss war es der pure graus.
er bagann sich grau zu färben,
weswegen wir sicher wussten,
dass unsere chance die flucht war,
und dass wir rasch handeln mussten;
alles war schrecklich und furchtbar.

wir haben diesen ort entdeckt,
und wollten uns hier ausbreiten;
doch waren gefahren versteckt, -
wir erlebten schlimme zeiten.

um es heute kurz zu machen,
wir haben den kampf gewonnen,
und konnten bald wieder lachen.
so haben wir hier begonnen.

stürme brachten schwierigkeiten,
wir mussten uns danach richten;
sie tobten zu den gezeiten,
und drohten uns zu vernichten.
bis wir endlich den berg fanden,
wo diese kleine höhle lag,
vor der wir am anfang standen.
es war ein historischer tag.

wir haben lange gegraben,
damit wir hier wohnen dürfen,
und auch ausreichend schutz haben;
es gelang nach den entwürfen.

steine, welche wir ausgruben,
wurden zum riesigen haufen,
wo wir sie einzeln hintrugen;
wir sind damals viel gelaufen.

um die steine zu verwenden,
haben wir sie teils gefärbt, -
die arbeit schien nie zu enden.
wir haben zeichen eingekärbt,
und die wand des berges verstärkt.

seither bauen wir unentwegt,
und vergrössern täglich das heim;
wir haben uns darauf verlegt,
im berg die steinmeister zu sein.

die feinde haben spioniert, -
so lange ist das noch nicht her.
jetzt sind sensoren installiert,
die uns melden, falls irgendwer
in der gegend herumspaziert.

er hörte auf zu erzählen,
und schaute mich erwartend an;
meine gedanken zu wählen
war mir unmöglich momentan.

wir haben lange geschwiegen,
saßen enspannt auf steinstühlen,
und sind regungslos geblieben.
es war seltsames zu fühlen.

ein ungewöhnlich hoher ton
beendete schrill die stille;
beinahe wünschte ich mir schon,
ruhe sei mein letzter wille.

die steine blinkten an der wand, -
schön war das licht anzusehen,
da löste sich einer am rand;
er rollte kreise zu drehen.
der stein rollte immer schneller, -
in bunten farben schien sein licht;
nach und nach strahlte er heller, -
dann sah ich in ihm ein gesicht.

natürlich bin ich erschrocken,
mein gastgeber fiel zu boden,
doch der stein meinte ganz trocken,
du hast mich nicht aufgehoben.

mein freund ist gleich aufgesprungen,
und verneigte sich vor dem stein;
zu zweit ist es uns gelungen,
diesem wesen dienlich zu sein,
und hievten ihn mit müh und not
vom boden auf die tischplatte.
dieser färbte sich purpurrot,
was augenscheinlich stil hatte.

totenstill war es herinnen,
während alle steine blinkten;
ich sah wasser vom tisch rinnen,
als meine sinne ausklinkten.

dieser stein am tisch funkelte,
dann wuchs er zum grossen brocken,
der sich langsam verdunkelte;
töne erklangen wie glocken.

die stimmung war recht angespannt;
da begann der stein zu reden;
die sprache war mir unbekannt, -
ich wagte nicht mich zu regen.

offenbar war der stein wichtig,
das war nicht zu übersehen;
die szene schien mir zwielichtig,
daher blieb ich einfach stehen.
des stein's rede ging zu ende,
und er wurde klein, wie zuvor;
er fiel mir fast auf die hände,
weil ich mein gleichgewicht verlor.

er rollte zurück zu dem platz,
wo er sich zu beginn befand,
und sprang danach mit einem satz
genau in sein loch in der wand.

mein begleiter regte sich nicht, -
er kam sichtlich langsam zu sich;
ein lächeln zug in sein gesicht,
mir schien alles absonderlich.

er begann zu telepathieren;
was er mir kommunizierte,
begann mich zu amüsieren,
was dadurch auch inspirierte.

hier ist das wichtigste notiert,
soweit ich ihn richtig verstand;
wobei mir niemand garantiert,
was der typ davon selbst erfand.

'du kennst jetzt den herrschenden stein,
der uns ier durch das leben führt.',
begann er mir zu erzählen;
'ich will immer für ihn da sein,
weswegen ihm ehre gebührt',
klang, als würde er befehlen.

'wir sind ihm alle ergeben,
denn er hat uns möglich gemacht,
dass wir heute im berg leben.
er hat uns sicherheit gebracht.

es ist dem stein ein anliegen,
dass wir gut auf dich aufpassen;
du sollst hier deinen platz kriegen,
und es dir gut gehen lassen.'

'wie bekomme ich ein quartier?',
habe ich ihn spontan gefragt.
'das ist einfach, - du baust es hier',
hat er mir daraufhin gesagt.

nach diesen worten ging er fort,
und lies mich alleine zurück.
ich blieb noch eine weile dort,
und ging danach ein stück,
um mich zuerst umzusehen,
und erlebtes zu begreifen.
ich begann einfach zu gehen,
nur um so herumzustreifen.

ich traf zwei dieser gestalten
die mir einiges verrieten,
sie würden steine verwalten,
und natürlich auch vermieten.

ihre sprache verstand ich nicht,
doch die gedanken kamen an;
mag sein, es war ihre absicht,
damit ich diese lernen kann.

du bist der neue der ankam,
da wollen wir uns vorstellen,
er ist banpan, ich bin panban;
willst du dich zu uns gesellen?

ich suche für mich ein quartier,
eines, um länger zu bleiben,
wisst ihr vielleicht ein freies hier, -
könnt ihr mir eines auftreiben?

da liegst du völlig daneben,
dachten beide zur selben zeit;
um dir einen tipp zu geben,
raten wir dir bescheidenheit.

du kannst eine nische haben,
solange du brauchst zu bauen,
es kann dir sicher nicht schaden,
dir unser heim anzuschauen.

ich dankte für das angebot,
und bezog einen abstellraum;
für's erste schien alles im lot,
da fix wohnen wollte ich kaum.

morgens bin ich früh aufgewacht,
und nahm mir zum frühstück kaum zeit;
ich hab' an mein quartier gedacht,
und war gleich zum aufbruch bereit.

eben wollte ich losgehen,
als meine freunde aufstanden;
sie freuten sich, mich zu sehen,
was sie angenehm empfanden.

bauen dürfe man hier überall,
gaben sie mir auf den weg mit;
dies sei in dem berg ganz normal,
und hält viele von ihnen fit;
weil sie immerwieder bauen,
dann dort nur recht kurz verweilen,
um wo anders hinzuschauen,
und danach den altbau teilen.

ich verstand nicht, worum es geht,
schon gar nicht, was am teilen hing;
doch war jetzt egal, was ansteht, -
mir war wichtig, dass ich anfing.

nur wenige meter entfernt,
beschloss ich vorerst zu bleiben,
und habe das bauen erlernt;
meine hände mussten leiden.

ich war stolz auf mein neues heim, -
mein werk habe ich vollendet;
mir irritierte nur ein stein,
der strahlte und hat geblendet.

er war nicht übermässig gross,
doch unmöglich aufzuheben.
ich beschloss, der stein zum anstoss,
sei vorteilhaft für mein leben.

heute schreibe ich in mein buch,
ich habe mein heim selbst gebaut;
es blieb nicht nur bei dem versuch,
denn ich habe mir selbst vertraut.

viele kamen bei mir vorbei;
ich lernte sie alle kennen.
egal, wie dem auch immer sei,
ich wollte nurmehr pennen.

mir ging der stein nicht aus dem kopf;
welcher mich schon enorm störte,
und packte diese chance beim schopf,
da ich in mich hineinhörte.

ich beschloss ihn wegzubringen,
und zwar gleich und auf der stelle;
irgendwie muss es gelingen.
ich liebte solche anfälle.

doch so sehr ich mir mühe gab,
konnte ich den stein nicht heben;
was an der kraftlosigkeit lag, -
ich brauchte hilfe deswegen.

unerwartet sprach dieser stein,
dass er ein bleiberecht habe,
und ich möge nicht böse sein,
dass er mir das direkt sage.

ich liebe die direkte art,
entgegenete ich darauf hin;
trotzdem empfand ich es recht hart,
und gestand, dass ich ratlos bin.

'ich will dir etwas verraten',
begann der stein mir zu schildern;
'weil andere darum baten,
bleibe ich bei diesen bildern,
welche du auf den steinen siehst,
und sie dir gerne erklären;
denn der text, den du darin liest,
wird auch deine kräfte nähren.'

ich konnte keinen text sehen, -
ein bild war einbildungssache;
doch ich wollte mehr verstehen,
damit ich mir nichts vormache.

'wir steine sind hier sehr wichtig,
denn ohne uns gäbs kein leben;
unser wissen ist vielschichtig,
und dieses will ich dir geben.

der berg-urstein war mein vater, -
ich bin der vetter vom chefstein,
und auch sein engster berater.
du sollst daher aufmerksam sein.

als ein individualist
bin ich ansonsten umgänglich,
so du etwas tolerant bist;
man kann fast sagen, anhänglich.

ich hab' dich bereits erwartet,
denn uns ist die zukunft bekannt,
die in diesem moment startet,
welcher vergangenem entstammt.

es ist millionen zyklen her,
da teilte doe population
das ereignis der zeitumkehr
durch die kraft der rotation.

es waren finstere zeiten
dem schauspiel vorangegangen,
bis die kräfte uns entzweiten,
um das neue anzufangen.

mancher hat sich eingegraben;
wir sind zu steinen geworden,
um das schlimmste zu ertragen.
doch die meisten sind gestorben.

jetzt leben wir in zwei formen
als ergebnis der geschichte;
die mobilen sind die dornen,
uns nennen sie schlicht gewichte.

die entwicklung wurde blockiert,
was unvorhersehbar geschah;
der umstand hat uns recht schockiert,
doch kamen wir der lösung nah,
die durch dein erscheinen entstand.
du wirst wie wir profitieren, -
mehr als von steinen nur den sand,
um ein sprichwort zu zitieren.

doch vorweg die schlechte nachricht;
aufzeichnungen sind untersagt.
dein tagebuch wollen wir nicht,
und bevor sich jemand beklagt,
solltest du dieses entsorgen,
um problemen vorzubeugen.
ich hoffe dass du bis morgen
änderst die zeit zu vergeuden.'

'wie soll ich mich davon trennen,
wo doch mein herz so daran hängt?'
ich spürte die schmerzen brennen,
und fragte, ob er das bedenkt.

'ich kann es dir nicht ersparen',
sagte dieser stein dann zu mir;
'rechtzeitig darfst du erfahren,
dein einsatz zum screiben ist hier.
du sollst steine neu gestalten,
damit es jeder lesen kann;
so bleibt uns die zeit erhalten.
bitte fange gleich damit an.'

der stein hat fertig gesprochen,
ein wökchen stieg aus ihm empor;
ich hab' mich nurmehr verkrochen,
und nahm mir für morgen noch vor,
mich von meinem buch zu trennen,
und die diskusion zu meiden.
ich wollte mein buch verbrennen,
doch zuvor noch einmal schreiben.

noch einmal sitze ich davor,
was ich demnächst nicht mehr habe,
weil ich es auf dem weg verlor;
eigentlich doch jammerschade.

ich wollte nicht unterlassen
geschriebenes zu ergänzen;
zukunft in worte zu fassen
übersteigt geistige grenzen.

wirf das buch in's universum,
sodass es seinen platz einnimmt;
vielleicht treffe ich in's vakuum,
damit es zu liegen beginnt.

ich werde den wind benützen,
der richtige sturm wird kommen,
um das buch beim flug zu schützen,
hab' ich vor mich hingesponnen.

vielleicht hilft mir der wassermann,
wenn ich mein buch dem bach gebe;
mir liegt eigentlich nichts daran,
dass ich den verlust erlebe.

ich soll lernen mich zu trennen,
auch wenn mir der umstand nicht schmeckt,
muss ich doch farbe bekennen,
was sich mit meiner absicht deckt.

als ich vorhin saß und dachte,
und nebenher die zeilen schrieb,
störte mich, dass der stein lachte,
und dabei unverändert blieb.

werbung zum genuss der erdung
ertönte dumpf aus dem boden;
sie glich einer gehörschändung,
und klang etwas abgehoben.

'verbinde deine energie
in dir mit deinem lebensstein;
erfahre abseits der magie
der stein auf dem boden zu sein ...'

erst blickte ich nervös umher,
wer mich da aus dem konzept riss;
allerdings war da niegendwer,
diese tatsache schien gewiss.

daher musste es der stein sein,
dessen war ich mir ganz sicher, -
mir machte es auch den anschein,
ich kannte das gekicher.

'du hast viele möglichkeiten',
fing er an mich zu belehren,
'das ende vorzubereiten,
musst du selbst für dich abklären.

da draussen irgendwo weit weg
könntest du dein buch vergraben,
wo schon so mancher nicht bestand
die witterung zu ertragen.

besser, du benützt starken wind,
den wir hier fast täglich haben,
und vertraust dem himmlischen kind
dein buch in das all zu tragen.

du kannst das wasser verwenden,
das hier unter den steinen fliesst,
oder die flammen beenden
den kummer, welcher dich verdiesst.

möglichkeiten hast du genug.',
meinte er mit schelmischem ton.
'mit sicherheit bist du so klug,
und wählst die richtige davon.'

danach war der stein wieder stumm;
mit einem mal war es ganz still.
mir war zwar nicht ganz klar warum,
doch musste wissen, was ich will.

spntan entschied ich für den wind,
das war der geringste aufwand;
und sobald die seiten weg sind,
gewinne ich sicher abstand.

ich schreibe meinen letzten satz
dann trenne ich mich von dem buch;
es findet sicher einen platz
bei seinem ersten flugversuch.

*** E N D E ***

wir werden niemals erfahren,
wie das taebuch zu uns kam;
auch nicht, wo die seiten waren,
als diese geschichte begann.

 

zwischendurch

ich kenne die geschichte nicht,
die ich nicht geschrieben habe.
noch fehlt der idee das gesicht
als reizvolle ausgangslage.

vorerst schreibe ich so dahin,
womit irgendetwas entsteht;
hoffentlich macht es einen sinn,
damit dieses konzept aufgeht.

gerne würde ich mehr schreiben,
allein es fehlt die möglichkeit
dafür die zeit aufzutreiben
in anbetracht der arbeitszeit.

wie auch immer was wo geschieht
hängt davon ab wie man es sieht.

 

schrilltav

zwanzig jahre gibt es mich nun, -
wir leben hier im paradies;
täglich habe ich viel zu tun,
was mich schon manches ändern liess.

heute ist ein spezieller tag, -
ich lebe seit zwanzig jahren;
und erfüllte meinen auftrag,
um das ende zu erfahren.

ich musste morgens laut schreien,
das hab' ich zehn jahre gemacht;
heute wird man mir verzeihen, -
zumindest ist das angedacht.

täglich schrie ich zur selben zeit
morgens aus reiner gewohnheit.

gestern schrie ich zum letzten mal
so laut ich es noch nie getan,
alle hörten mich überall, -
so fing mein tag wirklich gut an.

heute genoss ich die stille,
während die anderen schliefen;
putzte sorgsam mein brille,
und versank in dankesbriefen,
die ich mir vornahm zu lesen.
nur waren sie viel zu zahlreich,
voll mit glückwünschen gewesen;
der inhalt war in allen gleich:
'du schriest von allen am besten,
doch ein besserer folgt dir nach.
du darfst den gewählten testen,
damit er tut, was er versprach.
zieh los dem fremden zu nützen,
begleitet vom goldenen schrei.
komm zurück den brauch zu schützen,
denn deine energie ist frei.'

der text ist so vorgeschrieben,
wie es der alte brauch vorsieht;
alles ist hier gleich geblieben,
weil man das dem neuen vorzieht.

es wird ein ritual geben,
und danach das grosse fressen,
um das glas darauf zu heben
meine stimme zu vergessen.

wemm sie das essen beschäftigt,
ist es für mich endlich so weit;
nach einem schluck, der mich kräftigt,
beginnt meine einsame zeit.

ich will mich jetzt vorbereiten,
muss meine habe herrichten;
und hoffe auf gute zeiten,
wie auf hilfreiche einsichten.

freunde werde ich noch sehen,
und den tag einfach genießen;
ein wenig spazieren gehen, -
die blumen will ich auch giessen.

der tag war unspektakulär, -
alles verlief genau nach plan;
jetzt setz' ich mich noch einmal her,
damit ich etwas schreiben kann.

mir bleibt noch eine stunde zeit,
dann muss ich zum flugplatz fahren;
zum glück ist es von hier nicht weit,
ein paar schritte, die es waren.

ein wenig bin ich aufgeregt,
denn ich weiss nicht, wohin es geht;
doch innerlich bin ich bestrebt,
dass eine vorfreude entsteht.

die vergangenheit zieht vorbei,
einnerungen werden wach;
bald bin ich von alle dem frei,
und sehe mir die fehler nach.

in ein kloster soll ich gehen,
mehr werde ich erst erfahren,
wenn mich diejenigen sehen,
die viele jahre dort waren.
denn kurz gibt es gelegenheit,
mit den heimkehrern zu reden,
wenn wir während der wartezeit
einander die hände geben.

zwar wollte ich mehr notieren,
als ich dies jetzt soeben tat;
doch wollte nichts resultieren -
aus meinem gedankensalat.

so beschloss ich aufzubrechen;
und finde schön, zeit zu haben.
hiermit will ich mir versprechen,
zu tun, was sie mir aufgaben.

innerlich war ich aufgeregt;
ich liess es mir nicht anmerken.
so wollte ich mich unentwegt
mit einigen bissen stärken,
obwohl mir der hunger fehlte.
ich spürte die nervosität,
weil mich unsicherheit quälte,
und hoffte, dass sie bald vergeht.

ich ergriff die reisetasche,
und bin hinunter gelaufen;
vergass ganz auf meine fasche,
und wollte proviant kaufen.

genau vor meiner tür am gang
fiel ich in der eile nieder;
ein schlechtes omen am anfang
kommt mit viel glück nicht mehr wieder.

eine kraxe hab' ich versäumt;
so hatte ich genügend zeit.
die elektronik war mein freund, -
ich nützte die gelegenheit
die neuigkeiten zu lesen;
es waren gute gewesen.

und eine kraxenkollision
legte den ganzen verkehr lahm,
womit in der situation
leider gar keine kraxe kam.

lang wartete ich vergebens,
ich durfte nicht unpünktlich sein;
manche probleme des lebens
nerven schrecklich und sind nicht fein.

es blieb nur den weg zu laufen,
sonst gab es keine chance für mich;
unterwegs kam ich in's schnaufen,
gut für den kreislauf - angeblich.

bald war ich völlig abgekämpft,
und ausserdem ausser atem;
mein optimismus war gedämpft,
ob die geister mich bejahten.

die elektronik war kaputt,
alles schien wie ausgestorben;
jetzt war eine sorge akut, -
was ist aus dem ort geworden?
und wie komme ich jetzt ans ziel?
warum hat man mich hergelockt?
das ganze hat wohl keinen stil.
wer hat mir da was eingebrockt?

ich sagte mir, nimm's gelassen;
alles hat vor- und nachteile,
um sie richtig aufzufassen.
schlimm ist nur die langeweile.

zuerst musste ich einschätzen,
was hier tatsächlich vor sich geht,
denn was hilft mir mein entsetzen,
wenn es mir auch wirklich zusteht.

ziemlich ratlos stand ich herum,
der anblick war schon sehr seltsam;
doch sehr bald war mir das zu dumm, -
ich ging an die sache heran.

das gelände war abgesperrt,
daher stieg ich über den zaun;
es gab niemanden, den das stört,
so wie in einem schlechten traum.

angesichts der ratlosigkeit
wusste ich nicht, was ich tun soll;
was für eine verrückte zeit,
und nicht gerade rücksichtsvoll.

mystisch leer war das gelände
ganz ohne spuren von gewalt;
wenn ich doch sinnvolles fände, -
ausserdem war mir furchtbar kalt.

fassungslos irrte ich umher,
überall herrschte nur leere;
es war nirgendwo irgendwer, -
wie schön, wenn ich hier nicht wäre.

ungläubig liess ich mich nieder,
alles war tod um mich herum,
warum passiert mir das wieder, -
sehr wahrscheinlich genau darum.

ich verfiel in gedanken
in dem gebotenen umfeld;
die emotionen versanken
in einer ganz anderen welt.

ein ziel war es zu erlernen,
nur den augenblick zu leben,
statt mich davon zu entfernen
und mich sinnlos aufzuregen.

durch lautes brummen aufgeweckt
fand ich wieder zurück zu mir;
eine flugbox hat mich erschreckt,
und das objekt landete hier.

gedankenlos lief ich dort hin,
wo dieses ding gelandet war.
der pilot fragte, wer ich bin,
und stellte seine lage dar.

er war eine kleine gestalt,
runder als gross, - so stand er da,
weise wirkte er, und steinalt,
wenn man ihn sich genau ansah.

er sei eben notgelandet,
denn der tank war beinahe leer;
jetzt sehe er sich gestrandet,
und es gäbe keine umkehr.

eine flugbox aus alter zeit
hab' ich ewig nicht gesehen,
ich sagte ihm, es tut mir leid,
ich kann das selbst nicht verstehen.

treibstoff sollte existieren, -
die trankkraxe sah ich vorhin;
wir könnten dorthin maschieren,
das wäre wohl in seinem sinn.

freundlichkeit zog in sein gesicht,
mein vorschlag hat ihn begeistert;
viel brauche er eigentlich nicht,
damit er sein problem meistert.

wir irrten eine zeit umher,
bis wir die tankkraxe sahen;
nur treibstoff gab es keinen mehr,
weil keine wunder geschahen.

in einer hütte ging licht an,
wo wir zögerlich hingingen;
wie ein eingespieltes gespann
konnten wir mutig vordringen.

die eingangstüre stand offen,
so traten wir neugierig ein,
es war ein fehler zu hoffen,
da würde irgendjemand sein.

in dem beleuchteten zimmer
hing nur ein bild - reiter mit ross
in der uniform wie immer;
ganz plötzlich fiel die tür' in's schloss.

wir brauchten uns nicht zu plagen,
und haben nach einem aufschrei
schlicht ein fenster eingeschlagen;
sehr schnell waren wir wieder frei.

als wir in die freiheit sprangen,
ist mir ein missgeschick passiert;
fäden, die herunter hangen,
hatten mich vielleicht irritiert.
jedenfalls schnitten mir scherben
eine tiefe wunde in's bein.
es begann schwerzhaft zu werden;
ich durfte nicht wehleidig sein.

ein stück stoff war rasch gefunden;
auch wenn es nicht sehr sauber war,
hab' ich mein bein abgebunden.
diese lösung half wunderbar.

wir verharrten ruhig versteckt,
wollten die gefahr ausloten;
hatten einen plan ausgeheckt,
und suchten nun die idioten,
die uns das ganze einbrockten,
um uns dem problem zu stellen.
fremde stimmen, die uns schockten
hörten wir - eine art bellen.

unbemerkt schlichen wir davon,
um uns erneut zu beraten;
das ganze erschien uns als hohn,
um den wir sicher nie baten.

mein freund, der pilot blieb bei mir,
oder aber auch ich bei ihm;
wie auch immer, so zogen wir
miteinander irgendwo hin.

ein wrack am rand der landebahn
lies den piloten entzücken;
er meinte, er fühle im zahn,
der flug würde damit glücken.

mir war sein vorhaben suspekt,
für mich war da ein schrotthaufen,
in den man nur viel arbeit steckt,
um mit dem ding abzusaufen.

der pilot fing an zu werken.
was mich tatsächlich verblüffte,
will ich gesondert anmerken, -
wir stiegen bald in die lüfte.

seine arbeit war unglaublich;
er war profi in dem bereich.
die box war ernsthaft flugtauglich, -
das ding kam einem wunder gleich.

an meinen nerven kratzte angst;
die flugbox war betäubend laut.
'pass auf, dass du nicht erkrankst',
hat der pilot mich aufgebaut.

wir sanken und stiegen wieder, -
ein auf und ab die ganze zeit;
in mir klangen sterbelieder,
erfüllt von meinem ganzen leid.

die landung brachte die wandlung
meines unguten befindens
nach der durchgehenden handlung
des erlebten überwindens.

der pilot war sichtlich entspannt, -
das konnte ich deutlich spüren.
es war toll den boden aus sand
voller freude zu berühren.

wir hatten gar keine idee,
wo wir hier gelandet waren;
eine gestalt vor uns schrie, 'hee,
ich könnte euch ein stück fahren.'

auffallend freundlich war man hier, -
alle waren um uns bemüht;
und trotzdem vermuteten wir,
es sei mit sicherheit verfrüht
jetzt schon um hilfe zu fragem.
einige tage hier zu sein
war angenehm zu ertragen.
wir lebten uns ein wenig ein.

heute soll ich mich entscheiden,
wie sich die zukunft gestaltet;
mitfliegen oder hier bleiben, -
hier gibt es nichts, das mich haltet.

der pilot ist schlicht der pilot,
den sein name ist mir zu schwer,
so ähnlich wie kuhelkesot, -
nur 'pilot' gefalle ihm sehr.

er will schon morgen abfliegen;
mitzukommen sei meine wahl, -
was ich brauche, werd' ich kriegen,
so sei das bei ihm nun einmal.

ich will mich spontan entscheiden,
wenn ich morgen früh erwache,
und daher heute vermeiden,
dass ich mir etwas vormache.

die ankunft ist vergangenheit, -
ich sitze im universum;
und bin für mein leben bereit
das beste noch besser zu tun.

es ist ganz anders gekommen,
als ich mir vorgestellt hatte.
somit hab' ich angenommen,
dass ich es mir selbst gestatte.

malen wollte ich schon immer,
und dachte, das wird irgendwann;
bloss hatte ich keinen schimmer,
wie ich damit anfangen kann.

ich habe die chance erhalten,
mir ein atelier zu bauen,
um mein talent zu entalten
und der zukunft zu vertrauen.

hingegen soll ich aufgeben,
andere dinge zu machen
um irgenwann zu erleben
als ein maler aufzuwachen.

darum habe ich beschlossen
diese möglichkeit zu wählen,
und die lebensleitersprossen
an den bildern abzuzählen.





es ist schon viel zeit vergangen,
seit ich zum letzten mal hier schrieb;
ich muss um die zukunft bangen,
weil leider zu viel liegen blieb.

es hat mich lang nicht fasziniert;
das buch ist im regal verstaubt.
heite bin ich total frustriert,
zumal mir das malen nicht taugt.

so hab' ich mich zum buch gesetzt,
und wollte eigentlich lesen;
im habe mich schlecht eingeschätzt,
denn zu lesen ist gewesen.

mit kreativer energie
bin ich recht weit vorgedrungen;
in meiner bildergalerie
ist mir einiges gelungen.

doch der faden scheint gerissen, -
so beschloss ich zu pausieren;
das ist einerseits beschissen,
doch kein grund mich zu genieren.

darum gönne ich mir auszeit,
damit ich abstand gewinne,
ich nütze die gelegenheit,
womit ich sofort beginne.

hier lebe ich recht unbeschwert;
scheinbar hatt ich grosses glück.
es funktioniert viel umgekehrt,
deshalb zieht mich nichts zurück.

alle achten auf harmonie,
beherrscht von echter einigkeit;
die ansteckende euphorie
wirkt wie von ihrem zwang befreit.

wo immer man hier auch hinschaut,
gibt es grosse unterschiede;
mein gutes gefühl wirkt vertraut,
dessen existenz ich liebe.

ich bekam ein startkapital,
man erhält ein solches ein mal.
die einwohneranzahl im land
bestimmt den geldwert regional, -
und seit dieses system entstand,
funktioniert es an sich genial.

rohstoffe sind reglementiert,
und ein globales eigentum;
sorgsamen umgang honoriert
die landesverwaltung darum.

seit nunmehr vierzehn epochen
gibt es hier keine kriege mehr;
friede herrscht ununterbrochen, -
auch darum kommen gäste her.



kultur ist hier allen wichtig, -
jeder trägt irgendetwas bei;
die entwicklung ist vielschichtig,
und in ihrem bestehen frei.

bildung lautet ein zauberwort,
dem man sehr viel gewicht beimisst;
lernen ist fast schon ein volkssport,
damit man später nichts vergisst.

es gab hauptsächlich gebote,
weil ein altes sprichwort besagt,
'verbote sind gut für tote'
ich habe den sinn hinterfragt.

man hat mir verständlich erklärt,
'verbote töten harmonie,
und sein grundsätzlich verkehrt.
sie hindern ideologie,
und erzeugten monotonie.
noch dazu sei es ironie,
das sie sehr oft das gegenteil
vom angestrebten auslösen.
verbote bewirkten unheil
im interesse des bösen.'

ich muss nicht alles verstehen, -
das ist sicher kein vergehen.

sinngemäss sagte er zum schluss,
'das resultat aus machtspielen
der wenigen tunichtguten
ginge auf kosten von vielen
und sei keinem zuzumuten,
weswegen es anders sein muss.'

ich kann dem nicht ganz beipflichten,
doch vermied zu diskutieren;
man muss andere ansichten
selbstverstänlich respektieren.

bei allem schönen, das es gab,
zog es mich doch wieder zurück;
was an meinen instinkten lag, -
mir fehlte eine frau für's glück.

leider sind hier weiblichkeiten
nicht solche, die zu mir passen;
darum werde ich bei zeiten
dieses land wieder verlassen.

mein tagebuch bleibt zurück,
die erfahrung ist mir genug;
vielleicht bringt es jemandem glück
oder dient es einem unfug.

somit muss ich heute schreiben,
ich will irgendwo bleiben.

heute früh kam mein sohn zu mir;
er trat nervös auf der stelle,
und sagte, 'da, das schenke ich dir'.
doch blieb er an der türschwelle.

ich sagte ihm, 'komm doch herein!',
da hat er mir das buch gereicht;
der frage 'wozu soll das sein'
folgte knapp 'zum schreiben vielleicht'.

er hat es mir nur hingelegt,
und ist gleich wieder gegangen,
sein geschenk hat mich angeregt
mit dem schreiben anzufangen.

mein sohn ist halb so gross wie ich,
so lang ist das schreiben schon her;
doch heute abend reizt es mich, -
mag sein, ich schreib' etwas mehr.

natürlich blieb ich da picken,
wo ich mein atelier baute,
weil die uhren anders ticken,
und ich meine frau hier traute.

eine seltsame geschichte,
die mir damals widerfuhr,
machte meinen plan zunichte;
vielleicht war ich zu wenig stur.

es regnete in einem fort,
wirklich heftig und intensiv, -
und so geschah an diesem ort;
als ich früh morgens fast noch schlief,
traf ich halbwach auf meine frau,
die ihre reise verkürzte,
weil sie unglücklich im flugstau
mit ihrer flugbox abstürzte.

schlaftrunken wankte ich zur tür,
die neugier trieb mich aus dem bett;
unruhe plagte mein gespür,
doch was passierte, war recht nett.

mich hat ein dumpfer knall geweckt, -
draussen lag ein trümmerhaufen,
noch halb mit dem fallschirm bedeckt
kam sie zu mir hergelaufen.

der motor sei ausgefallen,
weswegen sie abgestürzt sei;
sie musste den fallschirm krallen, -
den hatte sie zum glück dabei.

sie ist alleine geflogen,
niemand hat schaden erlitten;
da muss ich das schicksal lobem, -
mir blieb sie hereinzubitten.

die liebe auf den ersten blick
ist uns beide widerfahren;
sonnenschein zeigte den ausblick,
wo zuvor noch sterne waren.

wir redeten den ganzen tag, -
und die zeit ist schnell vergangen,
was wohl an den gefühlen lag;
so hat alles angefangen.

ab dem moment blieb sie bei mir, -
wir waren ein verliebtes paar;
bald darauf heirateten wir.
ich fand das ganze wunderbar.

nach anfänglicher euphorie
kam zwar das zusammenraufen,
dann lies des schicksals ironie
einen kinderwagen kaufen.

ein einzelkind wollten wir nicht;
in dem punkt dachten wir gleich.
daher war bald nachwuchs in sicht, -
heute sind wir kinderreich.

unsere töchter sind schon drei,
zusammen so alt wie mein sohn;
doch ich bin bald von allem frei,
denn die beziehung ist ein hohn.

bereits seit drei kalten zeiten
haben wir kein wort gesprochen;
eigentlich um nicht zu streiten
ist die distanz ausgebrochen.

gestern habe ich entschieden,
noch eine zeit durchzuhalten,
anstatt wieder heimzufliegen,
um mich von hier abzuspalten.

heute bat sie mich zu gehen,
und ich habe dem zugestimmt;
ich will meine heimat sehen,
und bin gespannt, was dort beginnt.

ein paar bilder nehme ich mit,
ansonsten, was ich anhabe;
bald starte ich den himmelsritt,
so ich den abschied ertrage.

vor meinem geistigen auge
zieht die vergangenheit vorbei;
ich suche, woran ich glaube, -
einzig sicher ist, ich bin frei.

ich denke über so viel nach, -
die familie wird mir fehlen;
es war hier nicht, was mir entsprach,
werde ich einmal erzählen.

auch dieses buch lasse ich hier,
nur das geschenk packe ich ein;
leer - so wie die leere in mir
soll meine erinnerung sein.

 

gulp

die schienen gehe ich entlang,
die in der erde verschwinden;
wie immer am tagesanfang
will ich mich überwinden,
weil es uns bisher nicht gelang
das so begehrte zu finden.

wir planten ein abenteuer, -
drei freunde, vier frauen und ich;
hier sparten wir die steuer,
jetzt begleitete der hund mich.

der hund ist uns zugelaufen, -
hier auf einer insel im meer;
man beschloss ihn kam zu taufen,
wenn man ihn rief, kam er gleich her.

endlos lagen am weg steine, -
unmöglich war sie zu zählen;
grössenordnung gab es keine,
nur die chance den weg zu wählen.

meine frau liebte das leben,
enba war ein frohes gemüt;
sie war dem frohsinn ergeben,
und mein herz hat für sie geglüht.

wenn ich die gleise entlang ging,
dachte ich über manches nach;
zumeist, wie hier alles anfing,
und über einiges danach.

mir fielen viele dinge ein, -
und immerwieder dieser reim,
'verdammt zur station dieser zeit
leb' ich den teil der ewigkeit,
der mich von meinem leid befreit.'

schaufe zählte zu den typen,
auf die man sich verlassen kann;
er hatte auch seine tücken,
doch ich gewöhnte mich daran.

wir begehrten auszusteigen,
und er war sofort begeistert;
ihm war nicht viel anzukreiden, -
hürden hat er gut gemeistert.

seine freundin unk war schweigsam,
sie lebte zurückgezogen;
wir fingen somanchen streit an,
dabei sind fetzen geflogen.

zwei stunden ging ich schon dahin,
und eine stand noch am programm;
bis ich dort angekommen bin,
wo ich hinunter klettern kann.

plug ist tatsächlich eigen, -
man muss ihn nehmen, wie er ist;
ich kann ihn wirklich gut leiden
samt der tatsache, dass er frisst.
man muss das gesehen haben,
wie er sich beim essen verhält;
da kann man nur fressen sagen,
wie man sich das eben vorstellt.

der hund ist wieder irgendwo,
er wartet fast immer am ziel.
das tut er mit vorliebe so,
falls ihm nichts anderes einfiel.

kaar und plug sind ein gutes paar,
und beide sind sie verlässlich;
kaar trägt ihr schönes langes haar,
sie ist öfters sehr vergesslich.

ich seh' kam schon in der ferne,
somit habe ich es nicht mehr weit;
ich mag den hund total gerne,
und verbringe mit ihm viel zeit.

efuasch war etwas pedant,
ansonsten ein sehr netter mann;
als unsere freundschaft entstand,
hatte wir damals spass daran
stundenlang zu diskutieren.
nächte lang hingen wir herum,
um vieles zu debattieren;
und tranken literweise rum.

kam versuchte zu verhindern,
dass ich unter die erde ging;
seine aufregung zu mindern
schien ein schier unmögliches ding.

sobald ich in kam's nähe kam,
begann er mich anzubellen.
er wirkte dabei nicht sehr zahm.
ich musste mich vor ihn stellen,
und mich zweimal im kreis drehen,
damit er zu bellen aufhört.
war es auch nicht zu verstehen,
hat's mich gleichermassen gestört.

aia und efuasch sind zwei,
die als paar harmonsisieren;
in naher zukunft sind sie drei,
muss man wohl prognostizieren.

die schienen sind unbefahren,
die mir als wegweiser dienen;
sie zeigen zeiten, die waren,
und führten zu alten mienen.

wir begannen mit einem spiel,
welches ich am flohmarkt erwarb;
es kostetete nicht wirklich viel,
und nannte sich 'wer holt den sarg'.

man spielte nur zum teil am brett,
und auch in der realität;
hauptsächlich gegen einen clan,
der einem auf die nerven geht.

man wird in eine zeit versetzt,
die wir lange nicht mehr kennen;
tausend jahre werden geschätzt
ohne eine zahl zu nennen.

man ist fremd in einem gebiet,
das die spieler anfangs wählen;
und wo man sich voerst umsieht,
um das ziel nicht zu verfehlen.

so gründet man die existenz,
und sollte freunde gewinnen,
um in weiterer konsequenz
die schatzsuche zu beginnen.

der schatz ist vage beschrieben,
und die schatzkarte nur skizziert;
wir sind zusammen geblieben,
damit niemand das spiel verliert.

zwei bücher sind beim spiel dabei,
die uns auf dem weg begleiten;
angeblich sind es deren drei, -
sonst fehlen nur kleinigeiten.

diese insel ist beschrieben,
das wissen wir mit sicherheit.
jedoch um den schatz zu kriegen,
fehlte es an genauigkeit.



das von uns begehrte objekt
ist ein hölzernes amulett;
es ist in den mienen versteckt,
und hängt auf einem eichenbrett.

hätten wir auch den dritten band,
wüssten wir, wie das stück ausschaut;
sorglos trotzten wir dem umstand,
und haben dem gespür vertraut.

ein jahr suchen wir schon den schatz,
und mühten uns vergebens;
doch wir genießen diesen platz.
so wie auch den rest des lebens.

der hund hat sich gut benommen, -
er wedelte statt zu keifen;
ich bin leicht vorbeigekommen,
um nach der kerze zu greifen.

plug ist am boden gelegen,
er schien eingeschlafen zu sein;
so weckte ich ihn deswegen, -
ich klopfte laut mit einem stein.

er ist sofort aufgesprungen,
und gab kurz einen schrei von sich.
dann hat er leise gesungen, -
sein verhalten erschreckte mich.

wir mussten beide kurz lachen,
und sind in die bergkluft geschlüpft;
um uns auf den weg zu machen,
sind wir auf die rutsche gehüpft.

plug rutschte zuerst hinunter,
und schrie auf einmal furchtbar laut;
ich dachte, jetzt ist er munter,
und hab' nach dem rechten geschaut.

mühsam war abwärts zu klettern,
doch war rutschen viel zu riskant;
plug schien verärgert zu wettern,
weil er im kalten wasser stand.

jemand hat sich den scherz erlaubt,
uns in die falle zu locken,
und weil niemand an geister glaubt,
wollte uns der clan verbocken,
unser amulett zu finden.
vorerst mussten wir aufgeben.
seine hose auszuwinden
sollte plug nicht trocken legen.

es blieb uns nur die nöglichkeit,
nach hause zurückzukehren;
blug fluchte die ganze zeit, -
das war ihm schwer zu verwehren.

es kostete den halben tag,
bis wir wieder zurück waren;
auch wenn die schuld nicht bei uns lag,
mussten wir jetzt zeit einsparen.

wie sind nicht mehr zurückgekehrt,
denn wir kamen erst abends heim;
plugs gesundheit blieb unversehrt, -
nur sehr abgekämpft sah er drein.

plug war wirklich angefressen, -
drei tage hat er nur geschimpft;
er schien vom bösen besessen,
denn er hat alles verunglimpft.

wir zogen daraus die lehre,
dass wir etwas ändern müssen,
und wussten, ein fahrzeug wäre
hilfreich, - jedenfalls den füssen.

wie haben so etwas vermisst;
nicht einmal räder gab es hier,
und weil es sicher möglich ist,
zeichne ich es, dachte ich mir,
vorerst auf ein stück papier.

der hund brachte ein holz herein, -
sein blick schrie nach aufmerksamkeit;
ich dachte an mein rad und stein, -
kam fand das sicher nicht gescheit.

ich hatte noch ein blatt papier,
das zum planen geeignet war;
um so wichtiger war er mir, -
kam sah das anders, das war klar.

so gab ich kam zu verstehen,
dass er mich im moment störte;
ich sagte ihm, er soll gehen,
was er wohl nicht überhörte.

ich versuchte es noch einmal,
und schrie ihn laut an - bitte geh;
kam reagierte abnormal,
was ich noch immer nicht versteh'.

kam schnaoote sich mein blatt papier,
das machte er zum ersten mal;
mich verärgerte dieses tier,
ich hiess ihn wütend ein scheusal.

blitzartig verliess kam den raum, -
mein papier war mit ihm dahin;
ich wünschte ihn im totenbaum
für den ärgerlichen unsinn.

warum hat er's weggenommen?
was fängt er mit dem papier an?
wie ist er darauf gekommen,
dass er mich derart ärgern kann?

anstatt wie gewohnt zu planen,
musste ich anders vorgehen;
den hund schimpfen oder mahnen
lies mein rad auch nicht entstehen.

jetzt will ich mich niederlegen,
denn morgen ist ein schwerer tag, -
und eben genau deswegen
ist daher schlafen, was ich mag.

eine woche ist vergangen,
seit ich an meinem rad baue,
und ich hatte das verlangen,
dass ich irgendwo ein's klaue.

metallarbeit war viel zu schwierig,
das hab' ich mir nicht zugetraut;
viel zu heiss und dazu schmierig,
ich hätt' ewig daran gebaut.

ich entschied, holz zu verwenden,
und baute vorweg ein modell;
und um mein werk zu vollenden,
bastelte ich erst ein gestell.

ich hätte es sollen wissen,
und baue ein zweites aus stein;
das erste hat kam zerbissen,
es konnte ja nicht anders sein.

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geeignetes holz war recht rar;
möglichst harter beschaffenheit
gab's nicht viel, das geeignet war.
nur der wald bot gelegenheit
das gesuchte zu bekommen.
drei stunden musste ich gehen,
das hab' ich in kauf genommen,
um einen erfolg zu sehen.

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kam hat mich immer begleitet,
ihm war egal, wohin ich ging;
es hat ihm freude bereitet,
so dass er zu bellen anfing,
und sogar luftsprünge vollzog,
sobald ich die behausung verliess.
mit seinem gewicht, dass er wog,
geschah oft, dass er mich umstiess.
während kam das sehr lustig fand,
war mir weniger zum lachen;
einmal schnappte er meine hand,
und auch sonst gab's wilde sachen.

meine freundin hasste hunde, -
doch kam mochte sie sehr gerne;
sie verbrachte manche stunde
mit dem tier in weiter ferne.

die beiden kamen heut' spät heim,
sie hatte das papier dabei;
'manche dinge müssen so sein'
dachte ich, und riss es entzwei.

mir tat meine reaktion leid, -
mir war im moment danach;
klar gab es dann deswegen streit,
doch ich sah die dinge einfach.

wir hatten uns bald ausgesöhnt,
und die einigkeit gefunden;
enba hat mich sogar verwöhnt,
noch dazu mehrere stunden.

den schatz suchten jetzt die andern,
ich musste holz herbeischleppen;
und täglich in den wald wandern,
das war auch kein honigschlecken.

heute geschah unglaubliches, -
zum glück ist dieser tag vorbei.
es passierte erstaunliches, -
und leider nicht verlustfrei.

ich bin sehr unsanft aufgewacht,
kam riss mich aus dem tiefen schlaf.
es beendete meine nacht,
dass sein sabber mir in's aug' traf.

kam hat es nicht böse gemeint,
musste ich mir sagen lassen;
ich hätte ihn angeleint,
denn ich konnte es nicht fassen.

emba ergriff für kam partei,
und hat kam in schutz genommen;
nur ihretwegen blieb er frei, -
mein tag hat somit begonnen.

auf's frühstück hab ich verzichtet, -
ich war denkbar angefressen, -
hab' mir etwas hergerichtet,
und natürlich auch vergessen.

kam ist mir gefolgt wie immer, -
so als wäre nichts geschehen;
er war ein eigener spinner,
das war dem hund anzusehen.

merkwürdig war das tageslicht,
anders, als ich es gewohnt war;
denn scheinbar schien die sonne nicht,
und trotzdem war der himmel klar.

der weg zum wald war unwegsam,
schliesslich gab es keine strassem;
ich ging lang', bis ich zum wald kam,
kam war mehr als ausgelassen.

im wald legte ich pause ein,
denn es brauchte, um zu sehen;
in dieser dunkelheit alleine
hätt' ich angst gehabt zu gehen.

kam schien das nichts auszumachen,
er tollte überall umher, -
brachte irgendwelche sachen,
und genoss das ganze sehr.

kurz habe ich ausgerastet,
da vernahm ich fremde stimmen;
ich sprang auf und bin gehastet,
um meinem schock zu entrinnen.

sehr weit bin ich nicht gelaufen,
denn die neugier lies mich halten;
und kam machte einen haufen,
da erspähte ich gestalten,
die mich zum glück nicht bemerkten.
sie tanzten im kreis um's feuer.
ein paar gab es, die sich stärkten, -
das ganze war mir nicht geheuer.

erst dachte ich, der clan sei hier, -
dann sah ich, dass dies nicht stimmte;
umso mehr stieg meine neugier;
doch vielleicht war's eine finte.

ich vermied mich zu bewegen,
und hielt mich hinter'm baum versteckt,
denn ich wollte nicht erleben,
dass mich irgendjemand entdeckt.

den moment fiel mir der hund ein,
und meine knie wurden weich;
der hoffnung, er würde ruhig sein,
spielte das schicksal einen streich.

kam schien vom erdboden verschluckt, -
niergendwo war er zu sehen;
dann wäre ich fast ausgezuckt,
muss ich offen eingegestehen.

die fremden zerrten kam herbei,
fünf von ihnen an der leine!
mir passierte fast ein aufschrei,
doch wusste, chance gab es keine.

vor meinen augen kam kam um, -
sie grillten den armen am spiess;
traurig fragte ich mich warum -
sind diese wesen derart mies?

diese barbaren tanzten wild;
hätten sie kam nicht umgebracht,
empfände ich ein schönes bild,
dass einem lust auf's feiern macht.

ich konnte es gar nicht fassen,
was vor meinen augen ablief,
und wollte den ort verlassen,
als eine stimme nach mir rief.

'he', schrie da jemand hinter mir,
und kam im laufschritt auf mich zu;
hinter ihm standen dort noch vier -
ich dachte nur, selbst schuld bist du.

der fremde ergriff meine hand,
und zerrte mich zum feuerplatz;
ich war verkrampft und angespannt, -
versuchte mit ganzem einsatz
meine angst zu unterdrücken, -
da lies er seine hand von mir,
schrie zur menge, 'könnt ihr rücken!',
und zu mir, 'das schenke ich dir!'.

er reichte mir ein amulett,
das ich vorerst sogar abwies;
doch lächelte er derart nett,
sodass ich mich erweichen lies.

er lud mich ein hier zu bleiben,
und deutete mich zu setzten,
die geste mich zu verneigen
wusste er sichtlich zu schätzen.

jemand reichte mir zu trinken, -
ein getränk, dass bitter schmeckte;
essen konnte ich abwinken,
was die fremden sichtlich schreckte.

es schien, als wäre man entsetzt,
dass ich den braten ablehne,
und sagte mir, dass man es schätzt,
falls ich später etwas nehme.

ob sprachlicher gegebenheit
sagte ich, es war das mein hund;
ich nahm das als gelegenheit
zu dieser schlichten äusserung.

sie meinten nur, das wäre pech, -
sie erlegten wahllos ein tier;
ich fand das im moment recht frech, -
ein paar flüche verkniff ich mir.

mir ist damit klar geworden,
dass man kam willkürlich wählte;
trotzdem ist er hier gestorben,
und ich fühlte, dass er fehlte.

kein mörder denkt darüber nach,
dass er grosses leid verschuldet;
zeigt doch die geschichte vielfach,
was intelligenz erduldet.

lange bin ich nicht geblieben,
meine stimmung war zerschlagen;
nach herzlichem verabschieden
wollte ich mich nicht beklagen.

ich ging abwesend nach hause,
innerlich war ich irgendwo;
daheim brauchte ich erst pause, -
eigentlich war das immer so.

die anderen hatten bemerkt,
dass scheins etwas passiert sein muss;
ich hatte mich bereits gestärkt,
doch empfand nach wie vor verdruss.

natürlich war ich ganz offen,
und sagte ihnen die wahrheit;
sie bräuchten nicht mehr zu hoffen,
dass der hund zur tür hereinschneit,
denn er lebe leider nicht mehr, -
und erzählte, wie es geschah;
das amulett zeigte ich her,
das sich schaufe genau ansah.



es entstand eine diskussion
über den kleinen gegenstand;
auf grund der meinungskollision
war ich stinksauer und verschwand.

gestern lag ich lang wach im bett, -
mir gelang es nicht abzuschalten;
warum konnte das amulett
den abend so umgestalten?

der hund war ihnen ganz egal,
es ging nur um dieses schmuckstück;
einem staubfänger im regal
widmen sie scheins ihr lebensglück.

als ich in der früh erwachte,
weil mich ein sonnenstrahl weckte,
machte ich, was ich dachte,
weil mir das alles nicht schmeckte.

da lobte ich mir die fremden,
welche zwar den wald bewohnen;
doch für leben etwas spenden,
und wusste, es würde lohnen
hier mein dasein zu beenden,
um irgendwohin zu gehen,
wo andere mich verstehen.

ohne viel zu überlegen
packte ich meine sachen ein,
und verlies genau deswegen
unser so schönes, trautes heim.

so beschloss ich mein tagebuch
den fremden zu überbringen,
und war sicher, dieser versuch
der freundschaft würde gelingen.

ein wenig traurig war ich schon, -
enttäschung füllte die glieder.
diese erlebte reaktion
schlug mich emotional nieder.

ich versuchte zu vergessen,
doch die gedanken quälten mich;
es war nach meinem ermessen
das gamze wirklich fürchterlich.

jetzt werde ich weitergehen,
und bin auf die zukunft gespannt;
vielleicht wer' ich es verstehen,
aber jetzt bleibt es unbekannt.

ich lies den weg unbeachtet, -
jetzt lag ich auf weichem boden;
man hat mich hierher verfrachtet, -
langsam hab' ich mich erhoben.

um mich standen vier bekannte,
und einer kam rasch auf mich zu;
'lieber du als die verdammte',
sagte er, und dann 'hallo du!'

ich war noch etwas benommen.
auf der suche nach der klarheit
bin ich erst zu mir gekommen,
doch war nicht zum reden bereit.

'wo bin ich denn hier gelandet?',
wollte ich neugierig wissen;
und 'wann bin ich wie gestrandet?',
'warum ist der film gerissen?'

'hast du vergessen wer wir sind?
wir saßen gestern am feuer;
oder vertrieb dir gar der wind
deinen geist aus dem gemäuer?',
schaute er mich ungläubig an.
ich war mit einem schlag munter,
und erinnerte mich daran -
irgendwo flog ich hinunter.

'ich hab's mir anders vorgestellt,
dass wir uns bald wiedersehen;
und weil es mir bei euch gefällt,
hatte ich vor, her zu gehen.',
antwortete ich ihm spontan,
worauf er zu lachen begann,
und äusserte, 'du siehst daran,
dass hier alles möglich sein kann.'

er fragte nach dem befinden,
und sagte, ich solle rasten,
um den schock zu überwinden, -
und mich vorerst nicht belasten.

damach ließen sie mich allein, -
daher habe ich mich umgeschaut;
und gedacht, es würde gut sein,
zumal man mir scheinbar vertraut.

ich dachte nach, was passierte,
doch fehlte die konzentration,
was mich ernsthaft irritierte
in der prekären situation.

mich befiel die unsicherheit,
ob es richtig ist zu bleiben.
die anfängliche kleinigkeit
sollte mich zum wahnsinn treiben.

umso mehr hier die zeit verstrich,
desto leerer fühlte ich mich;
darum beschloss ich letztendlich,
verschwinden sei selbstverständlich,
um mir lebensraum zu schaffen.
ich wollte nichts überstürzen,
doch mich bald einmal aufraffen
den aufenthalt zu verkürzen.

die nacht ist vorhin vergangen,
daher bin ich aufgestanden.
ich habe mich gut erfangen,
wie auch zwei besucher fanden,
welche mir mein frühstück brachten,
und sich dann aus dem staub machten.

zwar wusste ich nicht wo ich bin,
nur dass ich nicht da bleiben will;
mir fehlte derzeit jeder sinn,
daher ging ich doch lieber still.

ich schrieb noch die letzten zeilen,
dann wollte ich mich beeilen
nicht noch länger zu verweilen,
und mir die zeit einzuteilen.

ich lasse dieees buch zurück
und hoffe, dass es euch gefällt;
zusätzlich wünsche ich euch glück -
meinereiner verlässt die welt.


 

nachsatz

tagebücher fremder welten,
welche uns verborgen scheinen, -
wo bizarre bräuche gelten,
gibt es aller art in reimen.

wir haben länger diskutiert,
welche berichte wir wählen,
und manche intensiv studiert,
die mangels niveau hier fehlen.

die auswahl blieb recht umstritten;
man kann sie in frage stellen,
oder uns auch darum bitten,
bald die entscheidung zu fällen,
doch wahllos alles zu schreibem.
leider fehlt uns dafür die zeit,
und wir können nicht hier bleiben;
erlebtes wird vergangenheit.

wie es das liebe schicksal will,
fand ich gestern neue schriften.
der ganze text wäre zu viel,
jedoch lies ich mich anstiften
die zugabe zu verfassen,
um dieses werk abzurunden,
und es dann liegen zu lassen.
vielleicht wird ein buch gebunden.


 

eibasta

ein baun steht an hang felsenfest,
die wurzeln umspannen den stein;
auf ihm pflegt ein vogel sein nest,
schon morgen wird es anders sein.



die letzten jahre waren qualvoll, -
es wurde nurmehr gestritten.
nichts mehr war so wie es sein soll;
wir haben alle gelitten.

'wenngleich es jetzt nichts mehr ausmacht,
du hast dich über mich mokiert,
hast verbittert in dich gelacht,
und mich eigentlich nur blockiert.

du hast mich total ignoriert,
und warst dir nur selber wichtig;
mich hat das teils sogar schockiert, -
ich fand das alles nicht richtig.'

diese zeilen liess ich liegen,
bevor ich meine sachen nahm, -
bin in mein fahrzeug gestiegen,
und fuhr dorthin, wo ich her kam.

vierzehn jahre sind vergangen,
die wir verheiratet waren;
jetzt musste ich neu anfangen,
und so bin ich losgefahren.

zehn stunden dauerte die fahrt,
doch ich erinnere mich nicht;
so blieb mir einiges erspart, -
ist eine mögliche ansicht.

mutter gebar mich in dem nest,
wohin ich jetzt wiederkehrte;
vierzehn einwohner sind der rest,
welcher sich nicht mehr vermehrte.

so um die achthundert jahre
leben bereits diese wesen;
zwei singles und auch sechs paare
sieht man meistens bücher lesen.

sie wirkten eher wie geister,
diese hageren gestalten;
fast für ein paar hexenmeister
könnte man die gruppe halten.

ich bin hier geboren worden, -
zehn meter unter dem boden -
damals ist mutter gestorben;
mich haben ahnen erzogen.

diese eine generation
hat die anderen überlebt;
ihr dasein läuft der zeit davon,
was sonst wo kaum jemand versteht.

vor circa fünfhundert jahren
bin ich auf die welt gekommen;
sie lehrten mich, wie sie waren,
und ich hab' es angenommen.

ich entschloss mich weg zu gehen, -
etwa vor vierhundert jahren;
denn ich wollte etwas sehen,
und schlicht anderes erfahren.

der weg war mir an sich bekannt,
auf dem ich sünden abbüsste;
die sonne hat herabgebrannt,
denn mein ziel lag in der wüste.

mich störte die hitze nicht mehr,
zumal mich mein fahrzeug schützte;
damals aber schwitzte ich sehr,
weil ich die füsse benützte.

tausend bilder sah ich vor mir,
von all den erlebten dingen;
ich zeichnete auf papier,
doch es wollte nichts gelingen.

als ich aus dem traum erwachte,
hatte ich schon mein ziel erreicht;
krox stamd da, an den ich dachte,
und fragte, 'bist es du vielleicht?'

er hat mich immer so gegrüsst.
auch wenn er es nicht so meinte,
dann hat er mir die hand geküsst.
ein paar tränen, die er weinte,
tropften dabei auf meine hand, -
ich spürte die verbundenheit.
kurz glitzerten tränen im sand -
vor dem sein als vergangenheit.

wir nahmen uns in die arme,
doch dann schaute er mich ernst an;
es ist zeit, dass ich dich warne,
denn es hat sich vieles getan.

wieso, was ist denn geschehen?
wollte ich neugierig wissen.
komm mit, du wirst es gleich sehen,
beziehungsweise vermissen.



wir gingen zu der einen düne;
dort, wo sich der eingang befand,
öffnete die hebeböhne
den abgang tief unter dem sand.

ich hatte zu beginn gespürt,
dass wohl etwas ín der luft lag;
allerdings war ich so gerührt,
und auch erschöpft nach diesem tag,
weswegen ich darauf vergass,
und mir keine sorgen machte.
zur traurigkeit war ein anlass,
an den ich vorab nicht dachte.

als wir zu den andern kamen,
war schlechte stimmung vorhanden;
wie meine ohren vernahmen,
war schorf nicht mehr aufgestanden,
seit es zuletzt den regen gab;
alle wussten, er wird sterben, -
just schorf, den ich so gerne mag
sollte vergangenheit werden.
ich ging zu seinem sterbebett, -
schorf erhob sich mit letzter kraft,
und röchelte noch, 'das ist nett' -
danach hatte er es geschafft.

es kamen alle zusammen,
um von schorf abschied zu nehmen;
und den tod zu verdammen,
den schorf verfehlte zu zähmen.

der verlust von schorf hat gezeigt,
dass wir nicht unsterblich waren,
und es eine aufgabe bleibt
sich das sterben zu ersparen.

abends assen wir gemeinsam, -
der wein dazu war wirklich gut -
vom essen war man angetan,
weil das ansonsten niemand tut.

der sonnenenergie wegen
wurde einst die wüste gewählt;
um von dieser kraft zu leben -
wird heute überzeugt erzählt.

wohl auch um nicht aufzufallen,
ist man einst hierhergezogen;
denn wo sich siedlungen ballen,
war man nicht gut aufgehoben.

sie wollten ganz anders leben,
als man es für gewöhnlich tat;
irgendwann hat sich ergeben,
dass es angriffe auf sie gab.

sie waren friedliebend gesinnt, -
folglich beschlossen sie die flucht;
so hat man diesen ort bestimmt,
und hier die harmonie gesucht.

anfängliche schwierigkeiten
haben sie gut überwunden.
wie sie wasser aufbereiten
haben sie herausgefunden.
nahrung zu fínden war nicht leicht,
denn essbares war wenig da;
und so beschloss man, dass es reicht,
zumal man die möglichkeit sah,
auf das essen zu verzichten,
und sich vom licht zu ernähren.
heute weiss man zu berichten,
das essen nicht zu entbehren.

der zweite tag ist hier vorbei,
und ich habe mich eingelebt;
ich fühlte mich angenehm frei, -
nur wasser trank ich unentwegt.

das klima hat mir zugesetzt,
die hitze draussen ist extrem;
ich habe sie falsch eingeschätzt, -
gut tat mir der kühle lehm.

da sind alle freundlich zu mir;
es war wichtig herzufahren;
ich fühle mich wirklich wohl hier
nach all den zeiten, die waren.

alle wollte mit mir sprechen,
beinahe fühlte ich mich begehrt;
abends wollte ich aufbrechen,
um die umgebung zu sehen;
jedoch selbst das blieb mir verwehrt,
denn sie ließen mich nicht gehen.

was ich erfuhr, war aufschlussreich;
die einzelnen situationen
schilderten die wenigsten gleich,
sondern in vielen versionen.

jetzt habe ich so viel gehört,
und weiss nicht, wie es wirklich war;
sie stellten alles anders dar,
was mich jedoch nicht ernsthaft stört.

ich lieh ihnen allen mein ohr,
und nahm mir dafür zwanglos zeit,
hatte ich doch weiter nichts vor.
das nützen der gegebenheit
hat auch seine konsequenzen,
was bedeutet zu probieren,
angesichts der differenzen
wesentliches zu notieren.

plar war die erste zu besuch;
gleich früh morgens kam sie herein;
sie schenkte mir ein bild mit spruch,
gemeisselt in einen sandstein.

ein fuchs war zu erkennen,
der als hirte gekleidet stand;
futter pickten ein paar hennen,
wo sich auch ein esel befand.

und in wunderschöner handschrift
stand da kunstvoll geschrieben -
gemalt mit einem federstift -
'man kann nur zum himmel fliegen,
wenn man die flügel spannen kann;
leicht ist am boden zu liegen,
denn derart fängt das leben an.'

jetzt hängt das bild an der wand,
die ohnehin recht karg aussieht;
wer auch immer den spruch erfand,
wusste nicht, wo es ihn hinzieht.

plar hat mir recht wenig erzählt, -
sie wollte mehr von mir wissen;
sie war mit rilps glücklich vermählt,
und es gab nichts zu vermissen.

ich erzählte ihr ausführend,
was ich tat, um es zu hassen;
sie bedankte sich gebührend,
und hat mich wieder verlassen.

plar war war ein paar minuten fort,
kam schon rilps bei der tür herein;
er setzte sich und sprach kein wort,
und tat, als wäre er allein.

er musste gesehen haben,
dass ich im raum stand;
ich entschloss mich, ihn zu fragen,
on er das schweigen richtig fand.

er begann schallend zu lachen,
sprang auf, und fiel mir um den hals;
'hör auf, dir sorgen zu machen,
ich träumte etwas allenfalls.'
meinte er in freundlichem ton -
dann setzte er sich wieder hin,
wirkte wie ein könig am thron,
und fragte, warum ich hier bin.

ich erzählte die geschichte
ähnlich wie zuvor seiner frau,
jedoch nahm sie zu berichten
bei weitem nicht mehr so genau.

es fiel mir auf, dass er einschlief,
während ich so vor mich hinsprach;
weswegen ich ihn wach rief, -
er war umgehend wieder wach,
entschuldigte sich tausend mal,
und verliess verdattert den raum
mit den worten, 'das sei normal'.
er wirkte, wie ein müder clown.

er gab ans die tür in die hand,
der fragte, 'ob er nicht störe, -
ihn hätten die engel gesandt.';
'woher ich ihn kommen höre',
hielt ich dem salopp entgegen,
was ihn gleich zum lächeln brachte.
auf seine frage, weswegen
ich mein leben hier betrachte,
schilderte ich die vorfälle,
die mich bewogen zu kommen.
die ehe als sollbruchstelle
würde zu wenig ernst genommen,
erwähnte er so nebenbei, -
sein wunsch sei, dass ich hier bliebe,
falls die trennung entgültig sei,
woran ihm einiges liege.

jetzt lächelte ans auf's neue,
und meinte, das er sich freue.

bevor er zur tür hinausging,
wünschte er mir von herzen glück,
und sagte 'das ist ja ein ding,
also dann - willkommen zurück!'

es vergingen augenblicke,
schon klopfte kaschas an die tür;
sie war eine etwas dicke,
und gut bekannt für ihr gespür.

sie strahlte vor guter laune,
welche sie auf mich übertrug;
als sie merkte, dass ich staune,
reichte sie mir den wasserkrug,
der noch voll am tisch stand.
sie sagte, 'trink doch einen schluck,
der kommt aus des wassermann's hand,
und löst garantiert deinen druck!
ach, bevor ich es verschwitze,
das habe ich dir mitgebracht.
für dein glück eine baumspitze,
leider wirkt sie nur in der nacht.

das geschenk war extravagant,
denn baumspitzen waren selten;
ich hatte diesen brauch gekannt,
mit dem sie ihr glück bestellten.

ich erzählte ihr einiges,
und sie hörte aufmerksam zu;
'das leben ist ein steiniges',
sagte sie; 'oder was glaubst du?',
ergänzte sie die aussage.
ein sarkastischer unterton
lag in der gestellten frage -
in einem seufzen frei von hohn.

ich wusste nichts zu erwidern,
weswegen ich beipflichtete;
bis zum verfall von den gliedern
ist, wie man es sich richtete.

kaschas verabschiedete sich,
sie müsse viel erledigen;
wo ich sie fände, wisse ich.
zähle der tag zu gnädigen,
meinte sie noch zu guter letzt,
und murmelte, ich gehe jetzt.

der halbe tag ist vergangen,
und ich war schläfrig geworden;
sirenenglocken erklangen,
denn ein sturm nahte von norden.

unwetter gab es doch häufig,
die lautsprecher bekanntgaben;
die sirene war zwangsläfig
die musik der wetterplagen.

ausgangssperre ein paar tage
gab es häufig in der gegened;
hier in der geschüzten lage
blieb man sicher überlebend.

nur meinen plan auszugehen
kreuzten die naturgewalten;
doch das werd' ich überstehen,
und mich geduldig verhalten.

ich wollte mich etwas schonen,
daher legte ich mich nieder;
die pause würde sich lohnen.
sie wäre mir gerade lieber,
da platzte scha zur tür herein,
'komm' ich besser später wieder?'
'ist kein problem, mein sonnenschein,
komm, fühl dich frei mein gast zu sein'
hielt ich ihr lächelnd entgegen.
scha nickte denkbar angetan
'was sind hier deine bestreben?
was ist passiert, dass es so kam?'
wollte sie wissen, und nahm platz, -
und fügte ihrer neugier bei,
'es war keine flucht als ersatz,
weil es vielleicht einfacher sei?'

ich sprach eben das erste wort,
da hat sie mich unterbrochen;
leider müsse sie dringend fort,
denn sie habe es versprochen
ihre sachen wegzuräumen,
und müsse später auch noch weg,
um den kurs nicht zu versäumen;
das ganze schien mir etwas schräg.

sie schloss die türe hinter sich,
wodurch die stille einkehrte;
ich empfand die ruhe herrlich,
die meine energie nährte.

es vergingen nur minuten,
da platzte scha hektisch herein;
meinte, er müsse sich sputem,
und liess mich gleich wieder allein.

abermals nach recht kurzer zeit
kam er hektisch ein zweites mal,
und sagte, es tue ihm sehr leid,
doch dieser tag sei abnormal.

er habe sich viel ausgemacht,
und jetzt muss alles anders sein;
langsam entstehe der verdacht,
er komme in den stress hinein,
den er in der früh nicht wollte;
doch jetzt scheinbar meistern sollte.

'warum kommst du denn nicht später?',
hab' ich ihn neugierig gefragt.
er sagte, ja, das versteht er,
jedoch auch wenn ihn die zeit plagt
will er seinen plan einhalten;
nur kann er sich nicht aufspalten.

'komm doch wieder, wenn du zeit hast,
habe ich ihm vorgeschlagen;
und gönne dir auch etwas rast,
um dich weniger zu plagen.

vom nichts tun werde er träge,
und das käme nicht in frage;
die hektik halte ihn rege,
selbst wenn er darüber klage.

daher wolle er jetzt gehen,
damit er sein ich entfaltet;
wir würden uns wieder sehen,
wenn der tag das licht einschaltet.

damit war er auch schon dahin,
und vergass die tür zu schließen;
es wehte sand durch den kamin,
wenn die stürme grüssen ließen.



kaum ging ich die tür zumachen,
kam ich genau bis zur absicht;
denn ich hörte brenns laut lachen,
der meinte, 'du, so geht das nicht.'

in dem moment wurde mir klar,
dass heute mein besuchstag ist;
und nur ich bin dabei der star,
sonst wär' mein ganzer tag vermiest.

brenns war äusserst gut aufgelegt, -
ein strahlen voll glückseligkeit;
er grinste schlichtweg unentwegt,
und sprach dann mit spitzfindigkeit:
'heute sollst du alle treffen,
also bring' gleich mich hinter dich;
jeder deiner ururneffen
verdient die audienz redlich
so wie heute nicht alltäglich.'

'du hast recht, ich will es schätzen',
wusste ich nurmehr zu sagen;
'willst du dich vielleicht hinsetzen,
und etwas zu trinken haben?'

'ein glas wasser will ich trinken,
das täte mir jetzt sicher gut;
aber keines zum versinken, -
und es ist sicher nicht akut.
erzähl mir, was sich bei dir tut.'

ich erzählte von der ehe
und über mein leben davor;
genau so, wie ich es sehe;
auch, dass ich den willen verlor,
länger dem glück nachzulaufen,
das ich so schmerzlich niemals fand;
von dem 'mit dem leben raufen',
was ich zum grossteil nie verstand,
sowie sonst auch noch allerhand.

brenns hörte interessiert zu.
als ich fertig war, meinte er:
'du weißt aber schon, schuld bist du,
oder denkst du, sonst irgendwer?'

'verdammt ja', sagte ich darauf.
'doch was hätte ich tun sollen?
man kommt nicht jeden berg hinauf,
da kann man noch so gern' wollen.'

'jetzt muss ich dir widersprechen;
willst du die fliege erschlagen,
sollst du nicht das schwein abstechen.
es nützt dir auch nicht zu klagen.'

'glaub mir, ich hab' alles versucht,
jedoch leider kein glück gehabt, -
habe nur misserfolge verbucht,
und mich tagtäglich abgeplagt.'

wir führten einen dialog,
der mich zum nachdenken brachte.
mag sein, dass ich mich selbst belog,
oder mir etwas vormachte.

'wille im kopf ist nie genug, -
den brauchst du auch in deinem herz;
ansonsten bist du neunmalklug
auf deinem weg richtung abwärts.'

'ich hätte alles gegeben,
doch an zu vielem gescheitert;
auch das familienleben
hat mich zum schluss nicht begeistert.'

'dein wille war eingebildet,
nur dein herz sicher nicht dabei;
doch was dich kurzzeitig bindet,
davon bist du bald wieder frei.'

'ich liebte meine frau so sehr,
dass ich fast gestorben wäre;
und meine kinder noch viel mehr,
wovon ich immer noch zehre.
es fällt mir schwer zu verstehen,
warum es zu der trennung kam.
ich weinte sogar beim gehen,
und blieb drei monate einsam.'

'damit hast du alles gesagt.
da war doch nur dein stolz gekränkt.
du hast dich bei dir selbst beklagt,
und deinen schmerz derart verdrängt.'

'also jetzt tust du mir unrecht;
ich war zornig, doch nicht gekränkt.
mein schmerz war mit sicherheit echt,
und schlimmer als so mancher denkt!'

'mein freund, du musst noch viel lernen.
mir scheint, du verstehst dich selbst nicht.
dein gefühl in den gedärmen -
ist, was deinem wissen entspricht.
doch dein herz hast du ignoriert;
das ist nicht aussergewöhnlich,
dass einem so etwas passiert -,
du nimmst alles zu persönlich.
ich möchte dir gerne raten,
dich von dir zu distanzieren,
um deine geplanten taten
ab nun klug zu präzisieren.

du solltest nach vorne schauen,
und dir die zukunft zutrauen.'

'ganz kann ich dir nicht beipflichten,
aber teilweise hast du sicher recht;
ich finde deine ansichten
allerdings wirklich nicht so schlecht.
ich werde berücksichtigen,
was du mir da geraten hast;
und mein selbstmitleid züchtigen,
doch brauch ich trotzdem etwas rast.'

'mach' es dir nicht unnötig schwer!
du musst nicht gleich übertreiben.
das einfache bringt oft viel mehr,
um probleme zu vermeiden.

ich verabschiede mich von dir;
wir sehen uns morgen wieder.
bleib doch ein wenig länger hier, -
das wäre uns allen lieber.'

brenn ist langsam aufgestanden,
und ging mit flottem schritt hinaus;
'komm mal an, du musst erst landen,
und mach dir möglichst nichts daraus.

ich nahm mir den besen zur hand,
und begann sauber zu machen.
den staub kehrte ich an die wand, -
und entstaubte ein paar sachen.

runa klopfte schon länger an,
doch habe ich sie nicht gehört.
sie fragte, ob sie kommen kann,
oder ob sie jetzt vielleicht stört.

'servus runa!', war ich erfreut.
'das ist ja wirklich nicht mehr wahr.
verzeih bitte, ich bin zerstreut -
dich zu treffen ist wunderbar!',
habe ich sie herzlich begrüßt.
sie freute sich offensichtlich, -
eilig kam sie hereingedüst;
'deine freude beeindruckt mich.'
antwortete sie schlussendlich.

runa zeigte kaum gefühle,
selten hörte man sie lachen;
doch ihre optische kühle
durfte einem nichts ausmachen.

sie war korrekt und liebevoll,
und allzeit zur hilfe bereit;
sie wusste, was geschehen soll, -
ich achtete ihre weisheit.

'schön, dich mal wieder zu sehen, -
du schaust übrigens blendend aus -
dir muss es ja sehr gut gehen,
schließe ich zufrieden daraus.'
sprach sie mit glänzenden augen,
und lies sich mit bedacht nieder;
zweimal musste sie kurz schnauben,
und fuhr fort: 'nun, mein lieber,
du brauchst mir nichts zu erzählen,
ich hab' schon alles gehört.
manchmal muss man eben wählen,
was einen am wenigsten stört.'

'runa, was willst du mir sagen?
meinst du gar, ich sei ungern hier?
mag sein, du spürst mich noch nagen,
bitte entschuldige das mir.'



'eibasta, lüge dich nicht an.
du bist vor dir selbst geflohen,
was bei dir nicht anders sein kann,
wenn dich probleme bedrohen.
schon als du zuletzt bei uns warst,
ist es dir nicht gut gegangen.
du weißt, dass du kommen darfst,
um wieder neu anzufangen.'

mir hat's die sprache verschlagen, -
daher schaute ich betroffen;
mir war danach sie zu fragen,
doch ich liess das thema offen.

luna unterbrach mein schweigen, -
'ich werde jetzt besser gehen;
du kannst ja ein wenig screiben,
um dein schicksal umzudrehen.
es war wircklich sehr nett bei dir!',
und ging wie zuvor gekommen.
'so ein goldstück', dachte ich mir,
und habe sie ernst genommen.

jetzt war ich bereits sehr gespannt,
wen ich wohl gleich sehen werde;
ich hatte ihn sofort erkannt,
den alten und weisen schende.

schende war einst im weisenrat,
als es dieses früher noch gab;
mit ihm wurde einem nie fad,
auch weil er sehr viel humor hat.

'junger freund, sei uns willkommen',
sagte er beim hereingehen.
'hast du dich schon ausgesponnen,
oder ist es abzusehen?'

'hallo, du weisheit der alten!',
hielt ich ihm darauf entgegen.
'du hast dich bestens erhalten.
darf ich dir zu trinken geben?'

'ja bitte, ein glas wäre fein,
hast du eines im kühlkasten?
es muss auch kein wasser sein,
mir reicht ein wenig zu rasten.'

'komm schende, du bist doch mein gast.
du hast daher alle rechte.
wenn du möchtest, so halte rast;
da hinten sind die schlafsäcke.
leg' dich in die linke röhre,
du kannst dort gerne ausspannen.
sei sicher, dass ich nicht störe,
wir kommen später zusammen.'

'das ist eine gute idee,
denn ich bin schon viel gegangen,
mir tun noch meine füsse weh,
die ein ausruhen verlangen.'

er hat meine neugier geweckt,
darum fragte ich ihn, was er tat;
da hat er die hand ausgestreckt,
die nun auf meiner schulter lag.

'ich musste etwas besorgen,
und bin in die stadt gefahren.
aus dem weg ist mehr geworden,
da es jetzt zwei wochen waren,
die ich unterwegs verbrachte;
auch um anderes zu sehen.
es ist schlimmer, als ich dachte,
musste ich mir eingestehen,

die menschen machen es sich schwer,
zumindest ist das mein eindruck.
vielleicht gibt es sie bald nicht mehr,
oder sie werden klug genug,
um bald in frieden zu leben,
und schaffen es umzudenken.
was ereignisse belegen,
erfordert rasch einzulenken.

sie hinterlassen sehr viel geld, -
papier und metall ohne wert;
dazu eine kaputte welt.
und doch man von der hoffnung zehrt,
dass die zukunft zum wohl passiert.
hoffnung hat sich immer bewährt,
denn die hoffnung ist nie verkehrt.
zu viel wird verzerrt dargestellt,
um die wahrheit zu verbergen.
ein solches gefüge zerfällt
bald in hunderttausend scherben,
wenn man diesen kurs beibehält.

uns sind die hände gebunden;
wohl bereitet mir das sorgen.
es scheint das feuer entzunden,
und bereits recht gross geworden.

jetzt weißt du, was micht beschäftigt.
ich will mich jetzt niederlegen,
damit mich die ruhe kräftigt,
und sich traumbilder bewegen.'

schende verzog sich in den schacht,
und ist seither dort geblieben;
bis jetzt ist er noch nicht erwacht, -
er schläft tief und gut in frieden.

ganz in gedanken versunken
dachte ich über schende nach,
und habe wasser getrunken,
als pee an der tür stand und sprach.

'eibasta, du bist es für wahr.
soviel zeit ist schon vergangen;
deine rückkehr ist wunderbar!
was wirst du bei uns anfangen?'

pee ist schende's geliebte frau, -
ich kann sie wirklich gut leiden;
ihre kleidung ist immer blau,
und wirkt als solche bescheiden.

'vorerst wollte ich entspannen,
und es mir gut gehen lassen';
worte, die wie honig klangen,
sprach ich, ohne aufzupassen.
pee war mir seit jahren vertraut, -
als kind war ich sehr oft bei ihr;
und so ergänzte ich halblaut,
'sicher bleibe ich länger hier.'



'hast du meinen mann gesehen?',
wollte sie gleich von mir wissen.
er wollte kurz zu dir gehen,
ist fast hastig abgerissen,
und seither nicht zurückgekehrt.
nicht, dass ich mir sorgen mache,
jedoch bin ich nicht unbeschwert.
ich weiss, dass ist meine sache,
aber fragen ist nicht verkehrt.'

'er hat sich eben hingelegt,
denn er war unglaublich müde;
schau, ob er sich vielleicht bewegt,
doch wahrscheinlich schlaft die rübe.'

'er ist viel herumgelaufen,
wohl mehr als ihm wirklich gut tat;
besser lass' ich ihn verschnaufen,
denn es war ein schwieriger tag
als wirklich anstrengende zeit.
er hat es sich nicht leicht gemacht -
mit einer art besessenheit
hat er sie grossteils zugebracht.
er vergrub sich in zeitungen,
oder saß vor der filmkiste,
traf abends vorbereitungen,
und schrieb auf seiner checkliste.
wir führten zwei diskussionen,
welche für mich mühsam waren.
gleich utopischen fiktionen
schien mir seine sicht verfahren.
geschlafen hat er auch nicht viel,
insofern ist es ein segen.
mögen seine träume am ziel
ihm gute impulse geben,
damit er optimal versteht,
wie er seinen weg weitergeht.'

'na gut, dann lassen wir ihn nun, -
du weißt ja jetzt, wo dein mann steckt;
es wird ihm sicherlich gut tun,
wenn ihn dermal niemand aufweckt.',
gab ich ihr zur kurzen antwort,
die sie nickend zur kenntnis nahm;
und setzte gleich im anschluss fort,
'sag, was ich dir erzählen kann.'

'was immer du zu sagen hast,
darfst du gerne von dir geben;
ich bin dein zuhörender gast,
und interessiert deswegen.'

so begann unser dialog,
der mir wert ist ihn zu schreiben;
die position die ich bezog,
wird mir im gedächtnis bleiben.

'erzähl mir, was schende bedrückt.
ich versteh' die aufregung nicht.
ist im irgendetwas missglückt -
wie ist dazu deine ansicht?'

'wir waren in der menschenstadt,
das hab' ich dir bereits gesagt.
da bat er mich zweimal um rat,
denn es hat ihn kummer geplagt.
ganz konnte ich ihm nicht folgen,
doch ging ich beherzt auf ihn ein;
denn sein herz ist für mich golden,
und ich lasse ihn nie allein.

er hat viel übel verurteilt,
wobei mir die wahrheit fremd blieb;
ein wenig hat's mich gelangweilt,
doch habe ich meinen mann lieb.'

'was regt ihn eigentlich so auf?
das ist mir immer noch nicht klar.
er klettert die wände hinauf,
und sein zustand schien mir furchtbar.
ich hoffte, du könntest sagen,
was ihm derartig schlimm erscheint,
dass ihn umstände so plagen.
eure seelen sind ja vereint.'

'da gebe ich dir sicher recht;
so gut wie ich kennt ihn niemand.
doch liegt sein gedankengeflecht
abseits von meinem hausverstand.
zwar kann ich ihn teils zitieren,
aber leider nicht beipflichten.
wo wir einigkeit verlieren,
fällt es mir schwer zu berichten.'

'ich bin neugierig geworden,
sei doch bitte offen zu mir;
ich spüre ja deine sorgen,
sei sicher, es bleibt alles hier.'

'eibasta, was hältst du davon,
wenn wir morgen zu dritt reden?
es gehört schon zum guten ton,
ihm die möglichkeit zu geben,
seine ansichten zu schildern;
sonst fall' ich ihm in den rücken.
deine neugier dann zu lindern
wird uns mit sicherheit glücken.'

ich musste ihr wohl recht geben, -
mehr noch, ich fühlte mich schäbig,
und wollte anderes reden;
ist doch nur die leere ewig.

gequält von einfallslosigkeit
fiel mir partout kein thema ein;
da endete die peinlichkeit,
weil pee meinte, 'lass es gut sein,
ich will jetzt ohnehin gehen.
wir werden uns morgen sehen.

sie ist recht hastig verschwunden;
ich kam nicht einmal mehr zu wort.
so vergingen all die stunden,
man kam und ging auch wieder fort.
nur schende war die ausnahme,
der mit sicherheit schon tief schlief;
die zeit war eine seltsame.

wenig später kam wark, der rief,
'darf ich dir gesellschaft leisten, -
wie geht es dem vielgereisten?'
'danke der nachfrage, sehr gut!
es freut mich, dich jetzt zu sehen.
erzähl mir, was sich bei dir tut;
komm, setz' dich, du musst nicht stehen.'

'ich dank' dir für dein angebot,
darf ich diesen platz belegen?
sag, ist bei dir alles im lot,
oder nicht, so sprich weswegen
existiert bei dir eine not?'

langsam setzte sich wark nieder,
und nahm seine wasserflasche
aus seiner umhängetasche;
die sei ihm zum trinken lieber.

'eine flasche hätt' ich gehabt,
warum hast du denn nichts gesagt?'
habe ich wark sofort gefragt.

'die flaschen sind sehr verschieden,
und ich trinke nur aus meiner.
dieses ist mir ein anliegen,
weil da ist mundstück kleiner.'

'du kennst doch meine flaschen nicht,
oder hast du sie gesehen?
woher nimmst du diese ansicht?'
wollte ich auf wark eingehen.

'lassen wir flaschen flaschen sein,
möchte ich gerne vorschlagen;
zu deinem abschiedsbrief auf stein
würde ich dich gerne fragen,
wie du das ganze heute siehst.
weißt du, der brief liegt noch bei mir,
und falls du morgen wieder fliehst,
bitte komm' und hole ihn dir.

'dieser brief ist mir jetzt peinlich,
warum hast du ihn aufbewahrt?
das hielt ich für unwahrscheinlich;
besser, ich hätt' ihn mir gespart.

'ich nehme ihn dir nicht übel, -
vergiss dein schlechtes gewissen.
schmeissen wir ihn in den kübel,
niemand wird den brief vermissen.
ich wollte darüber reden,
nur um damit abzuschließen.
falls sich in dir ängste regem,
wollen wir uns nicht verdrießen,
und können sonst etwas sprechen.
was hast du die jahre getan?
sicher doch keine verbrechen.
jetzt liegt es an dir - komm, sag an!'

ein paarmal musste ich schlucken,
und entschloss mich zur offenheit;
die finger spürte ich zucken,
doch ich war zu allem bereit.

nach relativ kurzer pause,
sagte ich frei von der leber,
'ich fühle mich hier zu hause,
zum picken fehlte der kleber.

ich wollte anderes sehen,
nicht nur in der höhle leben.
es blieb mir nur wegzugehen,
um das neue anzustreben.'

'das kann ich gut nachvollziehen,
doch dein abschied war sonderbar;
es gab keinen grund zu fliehen,
und ich denke, dass es falsch war,
uns mit dem hass zu verlassen,
den du in dir getragen hast.
ich konnte damals kaum fassen,
mit welcher enorm grossen last
du da von uns gegangen bist.
wir hätten sicher verstanden,
dass neues wichtig für dich ist,
doch dieser brief, den wir fanden,
hat die gemüter sehr erhitzt;
wenn auch mit viel mühe gemacht,
kunstvoll in diesen stein geritzt -
wir als gruppe, die am klo sitzt -
ein wenig habe ich gelacht.
was hast du dir dabei gedacht?'

'ach, ich habe fehler gemacht, -
lassen wir die vergangenheit;
damals hab' ich anders gedacht,
jedoch änderte sich die zeit.'

'ich will dir ja nichts vorwerfen, -
wollte es doch nur verstehen;
jetzt höre ich auf dich zu nerven.
es wird kein hahn danach krähen,
wenn wir diesen brief entsorgen.
ich will nicht mehr davon sprechen.
sag doch mal, was machst du morgen?
hilf mir den brief zu zerbrechen.'

'wark, du musst nicht provozieren,
bitte trenne dich von dem stein;
noch mehr zu kommunizieren
wird kaum jemandem hilfreich sein.'

'ok, ich bin einverstanden;
du wirst von mir nichts mehr hören.
die spuren, die einst verschwanden,
werden nie jemanden stören.'

'dafür bin ich dir sehr dankbar.
sag, wann wollen wir das machen,
damit das übel einmal war?
geht morgen nach dem aufwachen?'

'ja, komm doch in der früh zu mir,
dann ist der brief vergangenheit.
stimmst du zu, so beenden wir
jetzt diese unterhaltungszeit.'

mit den worten verliess er mich.
es war schon spät am nachmittag,
und bald darauf ergab es sich, -
was an der guten steki lag, -
dass ich wieder besuch empfing.
es war faszinierend daran,
wie sich alles perfekt ausging,
weil jeder heute vorbeikam.

es hat mir freude bereitet,
steki hier wieder zu sehen;
ich war zwar nicht vorbereitet,
doch das sollte sie verstehen.

'mach bitte keine umstände;
ich möchte ja nur kurz bleiben.
komm her, ich küss' dir die hände',
war zu beginn ihr bestreben.

ich ging entschlossen auf sie zu,
und umarmte sie sehr herzlich;
dabei sagte ich, 'das bist du,
du fehltest mir öfters schmerzlich.'

'danke, dass du mir so schmeichelst, -
wenn es auch schwer zu glauben ist, -
tut's gut, wenn du mein herz streichelst.
schön, dass du wieder zurück bist.'

'ich finde es mehr als nur toll
euch alle wiederzusehen.
ihr seid zu mir so liebevoll,
wo sonst rauhe winde wehen.
du verdoppelst meine freude,
denn du bist mir abgegangen.
verzeih, falls ich zeit vergeude, -
mit derartigen belangen.'

mit typischer handbewegung
tat sie ihr einverständnis kund,
und anlässlich der begegnung
fragte sie mich nach dem grund
wieder zurückgekehrt zu sein;
was mich zur schilderung bewog,
warum ich nie gern allein
meinen lebensweg entlang zog.

'dir fehlte immer stetigkeit;
niemals bliebst du an einem ort.
mit relativer sicherheit
gehst du irgendwann wieder fort.'
gab mir steki kurz und prägnant
als ihre meinung zur antwort.
unser gespräch, dass so entstand,
bewirkte auch, dass ich sofort
einiges in mir herausfand.

so setzte ich in einem fort, -
und dies ein wenig angespannt, -
'ich war zu dir immer offen,
und das wird immer grundsatz sein.
einstweilen kann ich nur hoffen,
es geschieht gemäss dem anschein,
welchen mir meine absicht macht,
die ich ernsthaft in mir trage,
damit mein herz bald wieder lacht,
anstatt ich mich nur beklage.'

stekis augen wurden hellblau,
wodurch sie mir beipflichtete;
ich erlebte nie, dass die frau
eine hoffnung vernichtete.



'sei doch mal du zu dir ehrlich;
was planst du für deine zukunft?
deine absicht scheint mir spärlich,
und du besitzt wenig vernunft.'

jetzt fühlte ich mich provoziert
geeignetes zu entgegnen;
gesagtes hat mich animiert
mir den weg dahin zu ebnen,
über die dinge zu sprechen,
anstatt sie von mir zu schieben.
aus meinem trott ausszubrechen
war ein wichtiges anliegen.

'da triffst du einen wunden punkt, -
wofür ich dir dankbar bin;
doch ich bin keiner, den man lumpt.'
versuchte ich einen beginn,
und bin wie folgt fortgefahren.
'gedanken weiterzuspinnen,
die somit nicht nutzlos waren,
lässt erkenntnisse gewinnen,
die einem erfahrung sparen,
und daher oftmals viel bringen.
sag doch bitte ein wenig mehr,
um dich besser zu verstehen,
auch wenn die sätze wie ein speer,
meine ansichten umdrehen.'

'willst du konsequenter werden,
brauchst du zu dir selbst mehr härte;
oder du willst sinnlos sterben,
und bleibst der flucht ein gefährte.'

'die theorie ist aber hart,
und für mich schwer nachvollziehbar;
doch hast du schon oft offenbart,
was tatsächlich die wahrheit war.'

'eibasta, ich mag falsch liegen,
denn ich habe viel zu lernen;
doch lerne dich selbst zu lieben,
anstatt dich von dir zu entfernen.'

ich wollte noch etwas sagen,
doch mein gehirn war total leer;
mir hat's die rede verschlagen, -
und so suchte in die umkehr.
in mir herrschte die schweigsamkeit;
ich suchte meine gedanken,
jedoch waren keine bereit,
die meine lage entspannten.

da ist die stille vergangen,
als steki zu sagen begann,
man solle dort hingelangen,
wo man mühsam ankommen kann.

willst du die ziele erreichen,
welche du dir heute vorstellst,
ist das zwar ein gutes zeichen;
doch wenn du dir selbst nicht gefällst,
beschäftigt dich die korrektur
der diversen störfaktoren, -
doch bleibst den trämen auf der spur,
die schon ihre kraft verloren.
derart lebst du die ansichten,
die einmal in dir entstanden,
jedoch weißt nur zu berichten,
dass bemühungen versanden.'

'steki, das klingt zwar sehr gescheit,
nur folgen kann ich leider nicht;
hast du zufällig jetzt mehr zeit,
dann hilf mir bitte zur einsicht.'

'leider muss ich dich verlassen,
weil ich noch etwas vorhabe;
das möchte ich nicht verpassen.
einer der kommenden tage
können wir gerne ausmachen, -
dann klären wir deine frage,
und sprechen über die sachen.'

'übermorgen früh am abend
könnte ich bei euch auftauchen;
die zeit wäre hervorragend,
und wir würden wenig brauchen.'

'du meinst, wir brauchen wenig zeit,
so ich dich richtig verstehe?
es ist doch selbstverständlichkeit,
dass ich zur verfügung stehe.'

'schade, dass du schon gehen musst, -
es soll sein, wie es eben ist,
doch hätte ich zum reden lust.
es hilft mir sicher keine list,
damit du etwas länger bleibst.
schön, dich gesehen zu haben.
was immer du heute noch treibst,
ich will dir lebe wohl sagen.'

'wir sehen uns wie ausgemacht.
ich wönsche dir nur das beste.
sag, ich hab' nicht daran gedacht,
hast du vielleicht eine weste?
es ist etwas frisch geworden,
und ich will mich nicht verkühlen;
du bekommst sie übermorgen, -
ich würde mich wohler fühlen.'

ich nahm meine schönste weste,
die freilich noch im koffer lag.
'das ist sicher meine beste,
die ich dir gerne geben mag',
reichte ich ihr das gute stück,
und half ihr sie anzukleiden.
so wünschte ich steki viel glück,
und wollte mich kurz verneigen.
steki meinte, 'lass das bleiben,
du weißt, ich kann das nicht leiden.'
danach hat sie sich umgedreht,
und ist fluchtartig gegangen.
sie murmelte noch, 'schon so spät, -
zeit den abend anzufangen.'

ich bin tatsächlich sehr gespannt,
was sie mir noch zu sagen hat;
auch weil ich sie nicht ganz verstand, -
ein umstand, der wohl an mir lag.

als steki dann gegangen war,
dachte ich intensiv an sie;
wohl waren ihre worte wahr, -
ich schätze ihre energie.



jetzt stand zika vor meiner tür,
die fragte, ob ich zeit hätte.
'ja klar, ich seh' ja dich dafür,
und das in meiner wohnstätte.
komm doch herein, und fühle dich wohl,
es ist super, dass du da bist.
sag mir, wie geht es denn euch zwei?
ich habe dich bereits vermisst.'

zika war sofort entspannter,
das war nicht zu übersehen.
'wie geht's denn, junger bekannter,
unkraut kann ja nie vergehen.',
scherzte zika beim eintreten,
und setzte sich ungezwungen;
begann die finger zu kneten,
und schnalzte mit ihren zungen,
welche aus ihrem mund hangen.
ihr ist es immer gelungen,
meine blicke einzufangen.

zika als vielzungenwesen
ist eine reizende person;
sie ist immer nett gewesen.
man sagt, sie hätte einen sohn,
den ich allerdings nicht kannte,
weil er vor meiner zeit verschwand;
doch es gibt viele verwandte, -
wie ich irgendwann herausfand, -
welche mir noch unbekannt sind.
es mag sseine gründe haben,
dass soviele bereits als kind
sich entschlossen es zu wagen
einen anderen lebensweg,
als diesen hier zu beschreiten.
freilich ist es ein wenig schräg
hier sein dasein zu bestreiten.

'es gibt wenig zu beklagen,
und daher geht es mir recht gut.
es fällt mir schwer zu ertragen,
dass die vergangenheit weh tut;
fast habe ich schon vergessen,
was mir kummer bereitete.
so lag in meinem ermessen,
dass mich der schmerz begleitete,
und dieses wissen ist hilfreich,
um mich wieder wohl zu fühlen.
natürlich ist es mir nicht gleich,
und ich kann nicht runterspülen,
woran ich sehr gehangen bin.
ehrlich gesagt fehlt mir der sinn.'

'du sagst mehr zwischen den worten,
als sie schaffen auszudrücken;
es nützt nichts diese zu horten,
um die zeit zu überbrücken.
jede gescheiterte liebe
zeigt dir ihre beschaffenheit;
für die gier fehlt dir der friede,
während der ganzen nachspielzeit.'

'zika, mich gierig zu nennen,
empfinde ich jetzt ungerecht, -
du solltest mich besser kennen,
oder bin ich wirklich so schlecht?'

'das hat mit schlecht sein nichts zu tun,
die gier ist in uns auch ein teil;
wir sind dagegen nicht immun,
und manchmal wirkt sie wie ein keil,
der uns von der vorstellung trennt,
die wir von harmonie haben,
wie sie wohl jeder von uns kennt,
wenn wir das schicksal ertragen.'

mir war, wie an die wand gestellt;
denn was sollte ich entgegnen?
auch wenn es mir nicht recht gefällt,
wird es immer wieder regnen.

'willst du mir mehr offenbaren,
als du von dir gegeben hast?
ich bitte dich fortzufahren,
denn es wäre mir eine last,
nur den teil nicht zu verstehen,
den du mich wissen hast lassen;
du hast ganz gewiss einsehen,
denn ich will alles erfassen.'

'oftmals entsteht gier nach liebe
weil wir verständnis vermissen;
ein bedürfnis ab der wiege, -
viele suchen es verbissen -
und je länger es dir abgeht,
desto mehr schmerzt dich das fehlen;
sogar manche krankheit entsteht
aus irrtümern, die uns quälen.

liebe ist als teil des lebens
keine insel der seeligkeit, -
ein spiel des nehmen und gebens
mit jeder menge glück und leid
gleich den anderen bereichen
welche dein leben ausmachen.
schwierigkeiten auszuweichen
beschert oft böses erwachen.
schwierigkeiten auszuschließen
ist ein ding der unmöglichkeit
das auf dem weg in's verdrießen
siegreich nach seinem opfer schreit.'

ich fühlte mich wie frisch ertappt,
so als wäre ich durchleuchtet, -
zika hat mein schutzschild gekappt;
der schweiss hat mein hemd befeuchtet,
den es mir aus den poren trieb.
ich fand das nicht besonders lieb.

'ich will ungern widersprechen,
und sehr wahrscheinlich hast du recht;
ohne viel vom zaun zu brechen,
irgendwie fühle ich mich schlecht.'

'ich habe niemals 'schlecht' erwähnt,
oder hast du das vernommen?
war ich für dich zu unverschämt,
so lass' uns zusammenkommen.'

'vielleicht kann ich es kapieren,
wenn du mir erklärst, was du denkst,
oder wird es mich frappieren?
kann es denn sein, dass du mich kränkst?

ich will deine wahrheit hören,
damit ich gescheiter werde;
kritik soll dabei nicht stören,
falls ich nicht als dummkopf sterbe.'

zika's blicke durchbohrten mich, -
schweigsam wirkte sie nachdenklich.
'sei bitte nicht so verletzlich,
ich mag dich', sagte sie endlich.

danach verblieb sie wieder stumm,
und es verging eine weile;
ich weiss zwar wirklich nicht warum,
doch ich hatte keine eile.

als etwas zeit vergangen war,
hat zika weitergesprochen;
es klang zwar allees wunderbar,
doch brauche ich sicher wochen,
will ich die worte begreifen, -
und muss viele existenzen
durch das universum streifen,
um dabei die konsequenzen,
zur perfektion auszureifen.

ich werde später notieren,
was ich zuerst verdauen muss;
denn ich spürte mich rotieren,
und sehnte mich nach dem genuss.

danach, als mich zika verliess,
war ich doch ziemlich aufgebracht;
ich fühlte mich absolut mies,
doch es hat mir nichts ausgemacht.

ich wollte den tag abschließen,
und mich zur ruhe begeben, -
was mich die schwestern nicht ließen,
die in einem körper leben.

die zwei schwestern wird sie genannt,
da sie mit zwei köpfen lebt;
sie ist als allwissend bekannt,
und sie redete unentwegt.

'meine schwester grüsst du bitte
auf alle fälle auch einmal.
herzlichkeit bei uns als sitte
ist immer ein gute wahl.',
pflegten die schwestern zu scherzen,
um ein gespräch zu beginnen;
und strahlten aus ganzem herzen,
wie mit den übrigen sinnen.

'du hast uns bereits sehr gefehlt, -
schön, dass du doch gekommen bist;
du hast deine zukunft gewählt, -
ích finde gut, dass dem so ist.'
sagten beide köpfe zugleich
in identer art und weise.
die stimmen waren sanft und weich,
und mittlerweile schon greise.
'verdammt, es ist so lange her,
dass wir uns gesehen haben;
ich erinnere mich nicht mehr, -
wann hast du mich eingeladen?'

'nun, um die wahrheit zu sagen,
ihr kamt rein zufällig vorbei;
ich werde euch nicht verjagen,
so kommt bitte herein, ihr zwei.'

'ich bin schon senil geworden,
das ist auch mir durchaus bewusst;
doch ich kenne heute morgen,
und zufall wäre nur ein frust.
gut als mittel zum erklären
für die unvorstellbarkeiten,
wo sich wissenslücken mehren,
und damit die schlechten seiten.
zufälle sind aberglaube,
das sollte dir geläufig sein;
einer, den ich nicht erlaube,
macht es dir gewiss den anschein.'

'ihr könnt immer alles sagen,
zumal ihr weiser als ich seid, -
und sollte ich mich damit plagen,
hoffe ich, dass es mich befreit.
ein wenig glück braucht's im leben,
das ist was mich erfahrung lehrt;
ich lass' mir das schwer ausreden,
oder denke ich da verkehrt?'

die zwei schwestern schwiegen vorerst,
doch bald sprachen sie mit bedacht,
'es ist jetzt zeit, dass du erfährst,
dass der umstand probleme macht.
glück und pech sind märchenwesen,
die dem zufall unterstehen;
das hab' ich einmal gelesen,
doch real noch nie gesehen.
man redet sich das gerne ein,
um so manches zu begründen;
es würde uns von vorteil sein,
wenn wir das leben verstünden.
diese aufgabe ist sehr schwer, -
solange wir den tod scheuen,
sind wir diesem leben nicht her.
mich soll die ruhe erfreuen,
denn sie verursacht weit mehr,
als die asche zu verstreuen.

lassen wir es bei diesem ausflug,
sag uns lieber wo der schuh drückt.
und hättest du den wasserkrug,
so wären wir beide entzückt.'

'ihr sollt hier nicht durstig bleiben,
das wasser hab' ich frisch gebracht;
ihr könnt es euch einverleiben, -
so war es jedenfalls gedacht.'

'wie aufmerksam du doch sein kannst,
wir wollen dafür dankbar sein;
doch wenn du jetzt den bogen spannst,
käme sinn in's gespräch hinein.
es ist nich zu übersehen,
dass in dir der kummer wütet.
lass mich die gründe verstehen,
wie hast du ihn ausgebrütet?'

'deine worte wärmen mein herz,
ja, - mich plagt tatsächlich kummer;
ungut ist der innere schmerz,
und vermutlich ein recht dummer.
doch was soll ich dazu sagen?
es gäbe ihn vermutlich nicht,
würde ich die einsicht haben,
die mir meine zukunft verspricht.'

'es wird dich niemand beneiden,
und ich will dich nicht bedauern;
doch lohnt nicht traurig zu bleiben,
und sich im leid einzumauern.

mag sein, dass du dich nicht verstehst,
in deiner zeit, die bald vergeht;
und wenn du dann dein glück erspähst,
hat sich deine sicht umgedreht.

so lebst du höhen und tiefen,
wie es dir dein umfeld bestimmt.
erst wenn die dinge verliefen,
hast du dich zur umkehr besinnt.

schütze dich vor dem irrwegen,
um sinnloses zu vermeiden, -
dann wirst du glücklicher leben,
und derart zufrieden bleiben.'

'auch wenn ich deine worte verstand,
ist mir deren sinn verborgen;
doch weil ich sie für gut befand,
mache ich mir keine sorgen.'

meine antwort war die wahrheit,
die noch immer die selbst ist.
'leider bin ich noch nicht so weit,
wie du auf deinem weg schon bist.'

'wir sind immer dazu bereit,
dir einen ratschlag zu geben;
sicher werden wir jederzeit
für dich den himmel aufheben.

'das weiss ich wirklich zu schätzen.
ich danke dir für deine gunst;
du bist nicht leicht zu ersetzen, -
das wäre eine wahre kunst!'

'danke sehr für dein kompliment.
du machst mich besser, als ich bin;
solange noch mein feuer brennt,
weise ich auf missstände hin.'

'wäre ich nicht falsch gelegen,
würde es mir besser gehen,
anstatt des umstandes wegen
derzeit etwas anzustehen.'

'du hast sicher nichts falsch gemacht, -
das sollst du dir nicht vorwerfen;
du hast einiges nicht bedacht,
und das ging dir auf die nerven.
was nicht ist, kann man nicht geben,
und man versucht damit nichts gutes.
irgendwann steht man daneben,
bis man wieder frohen mutes
neu beginnt, wo man bereits war.
so treibst du ewig auf und ab,
und bleibst dabei leicht verwundbar -
auf dem qualvollen weg in's grab.'

die schwestern hielten kurz inne, -
griffen nach dem krug zum trinken,
und nässten stegreif die stimme.
'die meisten scheisshaufen stinken',
erwähnte sie und setzte fort,
was ich hier wie folgt zitiere:
'manchmal sieht man sich genau dort,
wo man besser nichts verliere;
doch man kommt partout nicht weiter.
es gilt abstand zu gewinnen, -
mit oder ohne begleiter -
um von neuem zu beginnen.
hast du die hürde genommen,
sollst du manches anders machen, -
und hast du damit begonnen,
wirst du bald darüber lachen.
allerdings brauchst du konsequenz,
damit du dich selber besiegst.
der kampf gegen seine tendenz
ist der, dem man leicht unterliegt.

käpfe hart doch nie verbissen,
damit dein erfolg nicht ausbleibt;
du darfst das schöne nie missen,
wo dein gefühl zum himmel steigt.

eines tages wirst du sehen,
dass es dir sehr viel besser geht,
und auch von dir mehr verstehen,
wenn ein ganz anderer wind weht.

ausserdem ist es gescheiter
langsam an dein ziel zu kommen,
als du machst ewig so weiter,
und bist durch's leben geschwommen.'

'ich verstehe so vieles nicht,
auch wenn ich dir recht geben muss.
sicherlich lohnt eure ansicht
zur überwindung vom verdruss.'

'du weißt noch gar nicht, was los ist;
einzig sagt mir jetzt mein gefühl,
dass du im kern der alte bist,
nur innerlich strahlst du recht kühl.
wirf doch deine engstirnigkeit
aus deinem kopf weit von dir fort,
und erhole dich in der zeit
an unserem kostbaren ort.

'engstirnigkeit ist mir neu,
ist das wirklich eure meinung?
nicht, dass ich mich über sie freu', -
sagt, wo tritt sie in erscheinung?'

'du wolltest nur dich verstehen,
und willst dies von deiner umwelt;
dabei hast du übersehen,
dass sich vieles anders dastellt.

jeder ist seines glückes schmied,
doch ist das nur der eine teil;
denn du bist auch ein bindeglied,
oder bringst dem frieden unheil.

wenn du immer nur dich bedenkst, -
wo du nicht der einzige bist -,
bekämpfst du, wovon du abhängst,
was ganz sicherlich nicht gut ist.

meist reicht dann eine kleinigkeit,
die dein ganzes weltbild zerstört,
und so entsteht die peinlichkeit,
dass man die warnung überhört.'

'wann können wir weitersprechen,
denn ich will ehrlich zugeben,
mein kopf beginnt abzubrechen;
es ist ein wenig viel eben,
das ich erst überdenken muss,
um etwas klarer zu sehen,
und hoffentlich doch bis zum schluss
den richtigen weg zu gehen.'

'ja, da hast du sicherlich recht, -
du weißt, wo man uns hier findet;
es wäre jetzt gewiss nicht schlecht,
wenn dein selbstmitleid verschwindet.

spare dir die grauen haare,
die bekommst du noch früh genug:
dies wäre jetzt nicht das wahre,
sowie sinnlis, wenn es weh tut.

jetzt möchte ich dir vorschlagen,
zu kommen, wann dir danach ist;
du brauchst vorab nicht zu fragen,
und kommst, sobald du so weit bist.'

'für den vorschlag bin ich dankbar,
und nehme in sehr gerne an.
daher ist somit alles klar,
wenn man das derart sagen kann.'

vielleicht komm' ich morgen abend;
ich habe ohnehin nichts vor, -
dieses passte hervorragend
in meinen plan, den ich verlor.'

'morgen abend wird nicht gehen,
denn wir feiern für dich ein fest;
wohl werden wir uns dort sehen,
wenn du das hoffentlich zulässt.
sprich an dem spektakel teilnimmst,
das es zu deinen ehren gibt.
ich hoffe, dass du dem zustimmst,
was ganz gewiss nur an dir liegt.'

'natürlich werde ich da sein;
wie könnte ich denn nein sagen, -
ist doch so ein fest immer fein,
wir werden dort viel spass haben!'

'wir werden daher jetzt gehen;
ich danke dir für deine zeit.
es macht spass samen zu säen,
danke für die gelegenheit.'

die zwei schwestern drehten sich um,
und meinten beim gehen 'leb wohl';
respektvoll nickte ich nur stumm,
und fühlte mich innerlich wohl.

jetzt war endlich etwas ruhe,
nach der ich mich bereits sehnte;
ich dachte nach, was ich tue,
während ich mich zurück lehnte.

die unterbrechung folgte prompt,
denn schende war aufgestanden.
'es ist selten, dass es vorkommt,
in mir fremdem bett zu landen',
liess er mich zum abschied wissen,
und hat den raum rasch verlassen.

'ich werde dich nicht vermissen,
und mich bald mit dir befassen!',
rief ich ihm scherzend lautstark nach.

in mir spürte ich müdigkeit;
'lange bleibe ich nicht mehr wach',
dachte ich mir zur frühen zeit, -
jedoch habe mich aufgerafft,
diesen tag niederzuschreiben.

ich fühle mich total geschafft,
und will nicht mehr munter bleiben.

später fand ich in mir die lust,
noch ein wenig aufzumalen;
nur was - das war mir nicht bewusst, -
ich zeichnete ein paar zahlen.

viele ideen zur selben zeit
hinderten mich klar zu denken;
verwirrung statt besonnenheit
herrschte vor, um abzulenken.

die gedanken tobten weiter,
bis ich das bewusstsein verlor.
morgens sah ich alles heiter
im vergleich zum abend davor.

ein wenig war ich noch zerstreut,
und versuchte mich zu finden;
ich hab' mich auf das fest gefreut, -
danach wollte ich verschwinden.

in der nacht bin ich aufgewacht,
und war längere zeit munter;
an vieles habe ich gedacht, -
vergangenes war darunter,
und sorgen hab' ich mir gemacht,
ob ich hier wohl glücklich werde,
bevor ich irgendwann sterbe.

ich fällte den klaren entschluss,
von hier wieder wegzugehen;
und wusste, dass es so sein muss.
sie werden das schon verstehen.

dieser tag verlief turbulent,
denn es ist viel geschehen;
er schien in zwei teile getrennt, -
von anderen abgesehen.

pee kam kurz vor mittag herein, -
überraschend fragte sie mich,
'willst du mittags unser gast sein?
mach schnell, wir warten schon auf dich.'

ich schrieb meinen satz zu ende,
ganz klein, am ende der seite,
damit ich nicht platz verschwende.
'warte, bis ich dich begleite,
würde ich dich höflich bitten,
erwiderte ich als antwort, -
bin in die schuhe geglitten,
und legte die schreibfeder fort,
die ich noch in meiner hand hielt.
dann sagte ich zu pee zum scherz,
'gehen wir, bevor man es befielt,
denn die zeit geht niemals rückwärts.'

schier endlos schienen die gänge,
bis wir bei pee's wohnung waren;
wir hörten leise gesänge
von kleinen tieren in scharen,
welche die nischen benützten,
von denen es zahlreiche gab.
mag sein, dass sie sich dort schützten,
oder war ihnen auch nur fad.

ihre behausung war pompös, -
eine statue stand im raum,
recht absonderlich und monströs;
genau wie ein zitronenbaum
ohne früchte in der ecke,
und andere schöne dinge,
wie das relief an der decke
oder zwei grosse holzringe.

es ist ein paar jahrzehnte her,
dass ich bei pee zu besuch war;
ihre wohnung gefällt mir sehr,
und pee ist mehr als wunderbar.

pee verriet mir neuigkeiten,
die ich nicht vermutet hätte;
wie auch, dass die festlichkeiten -
am abend in der raststätte -
mein geburtagsfest sein sollte.
ich möge die rede halten,
die sie mir einreden wollte,
doch mir war nach neugestalten;
so bin ich nur kurz geblieben,
denn schreiben war mein anliegen.

ich ging nur wenige schritte,
wo mir schende begegegnete,
der meinte: 'bleibe der dritte,
und warte bis es regnete.'

die regenzeit hat begonnen,
womit niemand gerechnet hat.
am gang ist wasser geronnen,
und man feierte diesen tag.

wir redeten eine weile,
bevor ich endlich weiterging;
natürlich war ich in eile,
zumal für mich davon abhing,
rechtzeitig vorzubereiten,
was abends vorzutragen ist,
und man doch die kleinigkeiten
bekanntlich allzu leicht vergisst.

versunken in mein anliegen
habe ich wenig aufgepasst,
und bin in's wasser gestiegen
wegen meiner sinnlosen hast.

die wasserstrassen wurden mehr,
es gab nicht viel, das trocken blieb,
das weiterkommen wurde schwer,
weswegen es mich zurücktrieb.

Es gab einen längeren weg,
auf dem es niemals wasser gab;
ich musste über einen steg
mit primär hözernem belag

ein überbreiter, langer schacht
tief in den planeten hinab
hat den steg notwendig gemacht,
dem jemand einen namen gab.

die fünf-elemente-brücke
ist ein wunderschönes kunstwerk;
trotz der entstandenen lücke
einzigartig in dem sandberg.

wenn man diese brücke anschaut,
wird man das schöne entdecken.
vier elemente sind verbaut, -
das holz hat schon altersflecken,
die erde schimmert im boden
vom feuer im brückenbogen.
am geländer hängt der klunker
und das wasser fliesst darunter
über eine schmale rinne,
welche aus edelmetallen
zum entzücken meiner sinne
sicherlich allen gefallen.

um den steg zu überqueren,
benötigte ich etwas glück;
der zustand konnte angst lehren.
es war mehr ein kleines kunststück,
als ein entspannter spaziergang,
das geschicklichkeit verlangte,
was mir erfreulich gut gelang,
wofür ich mir danach dankte.

so war ein umweg zu gehen,
der einiges an zeit brauchte;
dafür konnte ich ihn sehen.
als ich mir den fuss verstauchte,
war ich beinahe schon am ziel.
eine kurze unachtsamkeit
bewirkte, dass ich niederfiel.
auf diesem weg entstand das leid.

meine verletzung war fast schlimm,
als wenn jemand am knochen nagt;
ein zeichen für den neubeginn,
hatte ich mir zum trost gesagt.

das schlimmste hat nachgelassen,
und ich konnte mich bewegen;
ich werde besser aufpassen,
um das nicht mehr zu erleben.

mein gefühl im bein war schrecklich,
und wurde nur langsam besser;
erst später verschwand er endlich, -
dieser schmerz der tausend messer.

ich sollte zum fest aufbrechen,
und noch meine rede schreiben,
um bestmöglich vorzusprechen.
mir fiel schwer mich anzutreiben.

einfallslos bin ich gesessen,
und wusste nichts aufzuschreiben;
die ideen hab' ich vergessen,
unsinn wollte ich vermeiden.

mit lob wollte ich beginnen, -
und meine ansicht darstellen,
um verständnis zu gewinnen;
derart rauchten meine zellen.

fünf versuche sind gescheitert,
sinnlos hab' ich papier gefüllt;
der sechste hat mich erheitert,
den mist habe ich zerknüllt.

der siebente war unbrauchbar,
genau genommen dumm von mir,
der achte ist letztendlich wahr,
und daher schreibe ich ihn hier.

'liebe freunde und genossen,
für dieses fest will ich danken, -
wasser kommt sogar geflossen,
weil wolken zu boden sanken,
um das leben zu erfrischen.
so setzt der himmel ein zeichen,
die lebenskarten zu mischen,
damit die altlasten weichen,
und wir von neuem beginnen,
dem dasein den sinn zu geben,
auf welchen wir uns besinnen,
damit wir gutes erleben.

ich wurde herzlich empfangen, -
das nach langer abwesenheit.
von dem was war unbefangen,
gabt ihr mir hoffnung zum geleit
mit auf den weg in die zukunft,
wo ich diese gut brauchen kann,
damit sie, was war übertrumpft.
ihr habt mir wirklich gut getan.

ich würde sehr gerne bleiben,
doch brauch' ich eine partnerin.
ohne würde ich nur leiden,
und gehe für den neubeginn
von eich schon morgen wieder fort.
ich weiss nicht, wo ich morgen bin,
vielleicht irgendwo oder dort.

verzeiht den spontanen entschluss,
jedoch ist für mich der versuch
ein tief erforderliches muss.
zum abschied schenk' ich euch mein buch.'

es ist sinnlos mehr zu reden,
war ich felsenfest überzeugt;
wird sich der rest wohl ergeben,
wenn man sich am ende verbeugt.

jetzt will ich mein buch ansehen,
und mit dieser zeit abschließen;
dann werde ich auf's fest gehen,
um diesen tag zu genießen.

      altania, ≈¦-≡Ð-ℑλΞ

 

nachwort

es war mit mühen verbunden
diese geschichten zu schreiben;
sie sind zeitlos frei erfunden,
um im netz stehen zu bleiben.


 
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you may say I am a dreamer, but I'm not the only one;
maybe some day you'll join us and the world will be a better one.